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Borna Naturschutzzentrum Groitzsch öffnet seine Türen
Region Borna Naturschutzzentrum Groitzsch öffnet seine Türen
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15:23 01.07.2019
Annett Bellmann (li.) von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain erläutert das Prinzip Schmetterlingswiese anhand eines Beispiels aus Zwenkau. Quelle: Kathrin Haase
Groitzsch

Im Groitzscher Naturschutzzentrum ist es schattig – ideal für den Tag der offenen Tür bei brütender Hitze. Im Laufe des Sonnabendnachmittags schauten sich Dutzende Gäste auf dem weiträumigen Gelände im Neuen Weg um, fragten den Gastgebern Löcher in den Bauch, unterschrieben eine Petition zum Schutz der Bienen und genehmigten sich ein Stück vom selbst gebackenen Kuchen. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch“, sagte Peter Windolph, Vorsitzender der Nabu-Regionalgruppe Südraum Leipzig, und war sofort wieder Auge und Ohr für seine Gäste.

Imker Bernd Neumann erklärt den interessierten Damen das Prinzip der Honiggewinnung. Quelle: Kathrin Haase

Bernd Neumann ist Imker seit 62 Jahren. Den selbstgeschleuderten Linden- oder Akazien-Phacelia-Honig und die cremige Frühjahrsblüte nimmt der Bornaer gerne zum Süßen für den Tee und aus dem Obst in seinem Garten kocht der Rentner Marmelade fürs Frühstücksbrötchen. Seinen acht Bienenvölkern in der Bornaer Altstadt widmet der 77-Jährige gerne viel Zeit und Liebe. Zum Tag der offenen Tür im Naturschutzzentrum Groitzsch erläuterte er Interessenten das Prinzip Honiggewinnung und wie es den Bienen heutzutage wirklich geht.

Imker Bernd Neumann hat in seinen Bienenstöcken immer wieder mit Milben zu kämpfen. Hier zeigt er eine Schale voll mit Schädlingen. Quelle: Kathrin Haase

„Die Lage ist dramatisch“, sagt der erfahrene Imker. Die Biene habe im Wesentlichen drei Feinde: die Faulbrut, die Milbe – ein Import aus Amerika – und die Landwirtschaft. „Die meisten Landwirte nehmen leider keine Rücksicht und spritzen Insektenschutzmittel auf Teufel komm raus. Wenn es nur einmal so stark regnen würde, wie sie das Gift spritzen, hätten wir keine Trockenheit mehr...“

Passend zum Thema lagen mehrere Unterschriftenlisten für die sachsenweite Petition „Rettet die Bienen“ aus. Wichtige Forderungen daraus sind etwa, die ökologische Landwirtschaft bis 2025 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen, den Pestizideinsatz in jeglichen Schutzgebieten sofort zu verbieten, Hecken, Bäume und kleine Gewässer in der Landschaft zu erhalten beziehungsweise neu anzulegen und ein Viertel aller Wiesen binnen fünf Jahren in Blühwiesen umzuwandeln.

Aufklärungsarbeit in dieser Hinsicht leistete auch Annett Bellmann von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain. Anhand der Schmetterlingswiese Zwenkau erläuterte sie, was Bienen und Insekten wirklich zum Leben brauchen und was der Mensch alles dafür tun könne.

Jörg Geier nimmt mal einen Kammmolch zum Zeigen in die Hand. Quelle: Kathrin Haase

Zwei kleine Wasserbecken mit Kamm- und Teichmolchen hatte Jörg Geier von der Nabu-Regionalgruppe gleich in Teichnähe aufgestellt. Die wechselwarmen Amphibien schwammen fröhlich darin herum und wurden hin und wieder für Demonstrationszwecke herausgenommen. Auf der Unterseite trugen sie schöne Zeichnungen, die sie voneinander unterscheiden lassen. „Wie beim Menschen der Fingerabdruck“, erklärte Jörg Geier und legte die Tiere behutsam zurück ins Wasser.

Jan Schäfer betrachtet mit seinem Sohn Emil Edgar zwei Storcheneier. Quelle: Kathrin Haase

Es gab viel zu sehen und auszuprobieren beim Tag der offenen Tür im Naturschutzzentrum. Jan Schäfer pilgerte mit seinem vierjährigen Sohn Emil Edgar über das Gelände, schaute sich mit ihm Straußeneier an und genoss die Stunden im Grünen. „Ich war als Schüler selbst bei den Ornithologen“, erzählte der Groitzscher, „daher besteht noch eine alte Verbindung.“ Außerdem sei es toll zu sehen, „wie man seinen Garten auch mal anders und naturnah gestalten kann.“ Dafür hatten die Naturschützer jede Menge Tipps und Infomaterial zur Hand.

Von Kathrin Haase

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