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Borna Netz-Notstand: In Wiederau fällt seit zwei Wochen das Internet aus
Region Borna Netz-Notstand: In Wiederau fällt seit zwei Wochen das Internet aus
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16:30 17.07.2019
Ein Baggerbiss ist dafür verantwortlich, dass in Wiederau seit Tagen sowohl Internet als auch Telefon ausfallen. Quelle: Susi E. Berger
Pegau/Wiederau

Mal schnell im Internet surfen, Kontakte pflegen und eine WhatsApp-Nachricht absetzen? Keine Chance in Wiederau. Seit dem 4. Juli sind weite Teile des Pegauer Ortsteils vom modernen telekommunikativen Leben abgeschnitten und machen den Menschen das Leben schwer.

Statt Hochgeschwindigkeits-Internet mit einer Übertragungsrate von 100.000 Mbit pro Sekunde, hängt für sie das weltweite Netz nun am seidenen Faden. Der Grund für die Nullnummer: Bei Baggerarbeiten zur Feldbewässerung soll ein Telekomkabel gekappt worden sein und damit den medialen Notstand in Wiederau ausgelöst haben.

Susi E. Berger aus Wiederau ärgert sich über den seit Wochen andauernden Internetausfall in Wiederau. Quelle: Susi E. Berger

Seit zwei Wochen kein Internet in Wiederau

Mittlerweile sind zwei Wochen ins Land gegangen „und es hat sich nichts getan“, klagt Busfahrerin Susi E. Berger und denkt vor allem an die vielen Unternehmer, Handwerker und Baufirmen im Ort, die auf ein funktionierendes Mobilfunknetz und Internet angewiesen sind. „Unser Festnetz ist tot, das WLAN ist tot und viele Familien, die Internetfernsehen wie Sky oder Netflix gebucht haben, können auch das nicht sehen“, berichtet die 41-Jährige. „Da merkt man plötzlich, wie sehr man davon abhängig ist.“

Eine Baustelle nach dafür verantwortlich, dass in Wiederau seit Tagen sowohl Internet als auch Telefon ausfallen. Quelle: Susi E. Berger

Betroffen sind ausschließlich Familien, die sich für die superschnelle Glasfaserübertragung entschieden haben, alle Altverträge sind von der Havarie nicht betroffen. Aus der Not heraus haben sich einige Unternehmer zusammengeschlossen und über Fremdanbieter eine Zwischenlösung gefunden. „Aber die muss bezahlt werden und das kann es auch nicht im Sinne des Erfinders sein“, meint die Wiederauerin.

Ortsvorsteher Michael Buth: keine Information von der Telekom

Der Ortsvorsteher Michael Buth ist selbst Betroffener und hat sich schon mehrfach an die Telekom gewandt. Die Auskünfte des Branchenriesen sind für ihn nicht nachvollziehbar. „Es ist sinnlos, man bekommt keine richtige Information. Im Gegenzug wollen sie einem Datenvolumen gutschreiben. Aber wenn ich überhaupt kein Internet habe, brauche ich auch kein Datenvolumen.“

Der Wiederauer nimmt die lang anhaltende Panne mit Humor und hat „jetzt etwas mehr Ruhe als vorher“. Doch für Firmen sei das schlicht eine Katastrophe. „Am Dienstag war nun schon der dritte Termin, dass der Schaden behoben wird. Aber es ist nichts passiert.“ Daraufhin empfahl ihm ein Telekom-Mitarbeiter, doch die Bauarbeiter vor Ort zu fragen...

Susi E. Berger kann langsam nicht mehr darüber lachen. „Gerade eben habe ich ein paar Bauarbeiter mit bunten Kabeln in der Hand gesehen“, meinte sie am Mittwochnachmittag hoffnungsvoll. „Ich hoffe, dass das was zu bedeuten hat. Aber man weiß es nicht.“

Bei der Telekom in Berlin war am Mittwoch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Von Kathrin Haase

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