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Borna Neue Elektrik: Kirche setzt Zeichen für Erhalt von Pödelwitz
Region Borna Neue Elektrik: Kirche setzt Zeichen für Erhalt von Pödelwitz
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15:49 06.11.2019
Ein Bekenntnis zum Erhalt der Dorfkirche Pödelwitz: Kurt Friedrich (l.) und Rüdiger Brumme vom Kirchspiel, hier am Sicherungskasten, haben die Firma Diethard Kahnt aus Audigast bei der Erneuerung der gesamten Elektrik unterstützt. Quelle: Olaf Krenz
Groitzsch/Pödelwitz

Die Brandgefahr ist gebannt, und bei den Gottesdiensten in der kalten Jahreszeit wird den Gläubigen nicht nur warm ums Herz. In der Dorfkirche Pödelwitz ist die Elektrik komplett erneuert. Zudem haben die Sitzbänke Heizungen erhalten. „Wir setzen damit ein klares Zeichen, dass wir für den Fortbestand von Pödelwitz einstehen“, sagt die Groitzscher Pfarrerin Friederike Kaltofen. Weitere Projekte für das Gotteshaus sind mit der Orgel- und der Innensanierung vorgesehen, fügt sie hinzu.

Kirche hält regulären Betrieb aufrecht

Der Ort sei ja in der heißen Diskussion. Schon seit Jahren drohe ihm die Gefahr, dem Braunkohletagebau weichen zu müssen. „Aber es ist Unrecht, eine über 700-jährige Tradition für eine auslaufende Energiegewinnung zu opfern“, so Kaltofen. Deshalb halte das Kirchspiel bewusst an Pödelwitz fest und den regulären Kirchenbetrieb aufrecht.

Einmal im Monat findet ein Gottesdienst statt. Ab und zu gibt es Konzerte und andere (Kultur-)Veranstaltungen. Und auch Beerdigungen, wenn frühere Einwohner auf dem letzten Weg zurückkehren wollen. „Nur Trauungen haben wir nicht, weil die Kirche innen dringend überholt werden muss.“

Das Kirchspiel Groitzsch hat die Elektrik der Kirche in Pödelwitz erneuern lassen. Damit setzt es ein klares Zeichen für den Erhalt des Dorfes.

Tendenz für Erhalt von Pödelwitz

Die erneuerte Elektrik ist ein positives Bekenntnis, das zur aktuellen Debatte passt, so Friederike Kaltofen. „Die Tendenz ist ja eine schöne.“ Erstmals habe die große Politik den Erhalt von Pödelwitz benannt. Vor ihren Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung in Sachsen hatten sich die CDU, die Grünen und die SPD gegen die Abbaggerung ausgesprochen. Das sollte nun weitergeführt und in ein Gesetz gefasst werden, meint die Pfarrerin.

„Dabei geht es für die verbliebenen Einwohner und ihre Mitstreiter um Erleichterung, nicht um einen Triumph“, sagt sie. Schließlich gebe es auf der anderen Seite Opfer – die Bergleute, die ihre Arbeit verlieren. „Für sie müssen unbedingt neue Jobs geschaffen werden.“ Es sei nie gegen Menschen gegangen, auch nicht an sich gegen das Kohleunternehmen Mibrag.

Neue ElektrikBrandgefahr gebannt

Die ursprüngliche Erbauung der Kirche wird für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts angenommen. Jetzt wurde die Elektrik aus den 1950er-/1960er-Jahren ins Heute transformiert, sagt Rüdiger Brumme, Baubeauftragter im Kirchspiel. „Hier gibt es keinen alten Draht mehr, alle Leitungen wurden ausgetauscht.“ Ebenso wurden der Zähler- und der Verteilerschrank sowie der Sicherungskasten erneuert.

„Damit ist die akute Brandgefahr beseitigt“, ergänzt Kaltofen. „Wenn es hier einen Kurzschluss gegeben hätte...“ Deshalb hatte sie einen Notmaßnahme-Antrag an die Landeskirche gestellt. Die steuert 9000 Euro bei. 3000 Euro sind von der Dirk-Oelbermann-Stiftung aus Regis-Breitingen gekommen. „Den Rest bis zu den 16. 900 Euro Kosten hat das Kirchspiel aufgebracht.“ Für die auch die rudimentären Heizungen („Stellen Sie sich mal Trauerfeiern bei acht Grad vor.“) ersetzt wurden.

Neue Pläne für Kirche im gesicherten Pödelwitz

Längst gibt es weitere Pläne für die Kirche. „Wenn Pödelwitz gesichert ist, nehmen wir die Innensanierung in Angriff“, blickt Pfarrerin Kaltofen voraus. Nach einem groben Zeitplan könne das in zwei bis fünf Jahren sein. „Doch aus eigener Kraft können wir das nicht stemmen. Da ist ja mindestens eine sechsstellige Summe nötig.“ Wozu Brumme anmerkt: „Sechsstellig wird sicherlich auch die Sanierung der Orgel kosten, die ebenfalls vorgesehen ist.“

Von Olaf Krenz

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