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Borna Neuer Superintendent kommt von Borna nach Borna
Region Borna Neuer Superintendent kommt von Borna nach Borna
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14:11 09.08.2018
Der neue Superintendent Jochen Kinder auf dem Bornaer Martin-Luther-Platz am Denkmal des Reformators. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Im Hausflur am Martin-Luther-Platz stapeln sich noch die Umzugskisten. Im leeren Büro haben die Handwerker das Sagen, weil die Räume neu hergerichtet werden für Jochen Kinder. Der promovierte Theologe, neuer Superintendent des Kirchenbezirks Leipziger Land und Erster Pfarrer in Borna, ist da. Und er wird mehr und mehr ankommen. Am 9. September wird Kinder offiziell in sein Amt eingeführt.

Es handelt sich um den ersten Stellenwechsel des 46-Jährigen, der ihn von Borna nach Borna führt. Von Borna, einem Ortsteil von Liebschützberg bei Oschatz, nach Borna, die – ehemalige – Bergarbeiterstadt. Auch wenn vieles in Borna und Borna durchaus vergleichbar ist, verschieden sind die Verhältnisse schon.

Das ist dem Vater von fünf Kindern durchaus klar. Borna, Kinders bisheriger Wirkungsort, ist „gar keine so unkirchliche Gegend“. In manchen Dörfern ist noch jeder Dritte Kirchensteuerzahler. Anders in der Stadt Borna, wo die Kirchgemeinde 2000 Mitglieder zählt, 13 Prozent der Einwohner. Dass der neue Superintendent in die neben den Großstädten wohl am stärksten säkularisierte Gegend Sachsens kommt, weiß der wohl. Dass es zu seinen vielen Aufgaben auch gehören wird, für Strahlkraft der Gemeinde nach außen zu sorgen, ebenfalls.

Damit hat der Mann, der im westfälischen Ahlen aufgewachsen ist, durchaus Erfahrung. Konkret in Borna bei Oschatz, wo er für acht Kirchen zuständig war. Die dortige Umgestaltung einer ehemaligen Pfarrscheune in ein Dorfgemeinschaftshaus und damit für die Allgemeinheit ist ein Beispiel dafür.

Kinder ist der Sohn eines Pfarres, der allerdings zunächst überhaupt nichts davon hielt, in dessen Fußstapfen zu treten. „Ich habe Chemie studiert.“ Als er dann aber während des Studiums seinen Zivildienst leistete, änderte sich seine Einstellung, und es folgte ein Theologiestudium in Bethel, einem Stadtteil von Bielefeld, sowie in Halle und Leipzig. Weil Gattin Agnes sächsische Wurzeln hat, zog es Jochen Kinder in die Sächsische Landeskirche, wo er nach seinem Vikariat in Leipzig schließlich im Oschatzer Borna landete. Dort blieb er 13 Jahre.

Bleibt die Frage, was der neue Sup von seinem jetzigen Wohn- und Arbeitsort bereits wusste. „Wer Borna hört, denkt an Braunkohle.“ Und in der Konsequenz an den gigantischen Landschaftswandel, der für Kinder etwas „Unfertiges“ hat. „Eine spannende Landschaft.“ Die kennt er sogar noch aus sozialistischen Zeiten. Kinder kam als Jugendlicher regelmäßig zum Familienbesuch nach Leipzig, „und da war ich auch schon mal im Südraum“.

Weil die spektakuläre Umsetzung der Heuersdorfer Emmauskirche vor knapp elf Jahren ein nahezu weltweit beachtetes Ereignis war, spielte der Transport des Gotteshauses an seinen heutigen Standort am Lutherplatz in Borna auch im anderen Borna eine Rolle, erinnert sich der neue Superintendent. „Wir haben dazu in der Gemeinde einen Themenabend gemacht.“

Jochen Kinder ist schon im Dienst, auf der Kanzel hat er bisher allerdings noch nicht gestanden. Das passiert erst am 9. September, wenn er von Landesbischof Carsten Rentzing im Rahmen des Kirchenbezirkstages in einem Festgottesdienst offiziell in sein Amt eingeführt wird.

Von Nikos Natsidis

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