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Borna Neuer Verein baut Straßenbahn für Kitzscher
Region Borna Neuer Verein baut Straßenbahn für Kitzscher
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08:04 12.01.2019
Das wird die erste Straßenbahn, die durch Kitzscher fährt. Sie ist das aktuelle Projekt des neuen Seifenkistenrennsportvereins in der Stadt.
Das wird die erste Straßenbahn, die durch Kitzscher fährt. Sie ist das aktuelle Projekt des neuen Seifenkistenrennsportvereins in der Stadt. Quelle: privat
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Kitzscher

Eine Straßenbahn zum Anschieben, die ohne Gleise auf der Straße fährt? Ein solches Gefährt wird derzeit in Kitzscher gebaut. Jetzt, Anfang des Jahres, soll die ungewöhnliche Seifenkiste fertig werden. Und das ist nicht die einzige Neuigkeit bei den Seifenkistenbauern in der Stadt an der Eula.

Der Freundes-, Bastler- und Fahrerkreis um Dirk Hilmers, der auch Friedensrichter in Kitzscher ist, wollte nämlich nach dem wieder sehr erfolgreichen Seifenkistenrennen beim Park- und Teichfest im vergangenen Jahr „richtig durchstarten“, wie Hilmers sagt. Und das nicht nur auf der Straße.

Straßenbahn startet bei Rennen in Leipzig

Deswegen ist die „Waffenschmiede Kitzscher“, wie sich die Seifenkistenbauer schon immer nannten, mittlerweile zu einem offiziellen Seifenkistenrennsportverein geworden. Die Vereinsgründung habe in der zweiten Jahreshälfte eines aufregenden Jahres „ungeplant viel Zeit in Anspruch genommen“, sagt Hilmers rückblickend.

Trotzdem wurde fleißig gebaut. Die erste Seifenkiste, die unter dem Dach des Vereins montiert wird, ist gleich ein ganz besonderes Gefährt: Eine Straßenbahn. Den ersten Einsatz soll sie im Frühjahr beim Seifenkistenrennnen am Fockeberg in Leipzig haben. Hilmers, der im Hauptberuf als Straßenbahnfahrer in Leipzig arbeitet, ist sicher: Das Fahrzeug aus der Waffenschmiede Kitzscher wird dort ein Hingucker sein.

Vereinsvorsitzender Dirk Hilmers sitzt schon mal Probe in der Seifenkisten-Straßenbahn. Quelle: privat

Und wenn nichts schief geht, wird im Juni die nächste Premiere folgen: Dann rollt beim nächsten Park- und Teichfest zum allerersten Mal eine Straßenbahn durch Kitzscher. Zumindest ein kleines Stück die Lärchenstraße hinunter. Denn dort wird wieder ein Seifenkistenrennen stattfinden.

Bobbycars in Kitzscher am Start

Das gehört seit ein paar Jahren zum Rahmenprogramm des Festes und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Nicht zuletzt, weil als besonderer Knüller auch Wettbewerbe für Bobbycars ausgetragen werden. Wobei nicht nur Kinder auf den kleinen Flitzern fahren.

Gefahren werden darf die Straßenbahn, die einem in Leipzig fahrenden Typ nachgebaut ist, übrigens nicht einfach so. Immerhin wird das stolze Gefährt rund 300 Kilogramm schwer und ganze sechs Meter lang sein, aus drei Teilen bestehen und auf vier Achsen rollen. Ans Steuer kommt man nur mit Führerschein, und für den gibt es extra eine Ausbildung durch den technischen Leiter des Vereins.

Weil in der „Waffenschmiede Kitzscher“, wie Hilmers versichert, auf absolute Sicherheit gesetzt werde, werden auch alle anderen Kisten mit Führerschein gefahren. „Jeder ausgebildete Fahrer erhält bei uns einen speziell für seine Seifenkiste ausgestellten Führerschein“, sagt der Vereinschef.

Acht Seifenkisten im Fuhrpark des Kitzscher Vereins

Der neue Verein verfügt schon über einen ansehnlichen Fuhrpark. Dau gehören fünf Bobbycars und acht Seifenkisten. Von denen sind sieben einsatzbereit, eine wird in der Werkstatt noch aufgearbeitet. Und es wird weiter aufgestockt. Zwei „Superkisten“, wie Hilmers schwärmt, sollen demnächst von einem anderen Verein übernommen werden.

Für die gilt: Einsteigen und losfahren, denn sie sind nach der Überführung gleich einsatzbereit, und der Verein hofft, dass die beiden Fahrzeuge unter ihren künftigen Piloten genau so erfolgreich unterwegs sein werde, wie bisher.

Wer also Lust hat, eine Seifenkiste zu steuern, der kann sich gern beim Verein melden. „Wir benötigen noch interessierte Rennfahrer und Tüftler, die sich uns mit guten Ideen und handwerklichem Geschick anschließen möchten“, wirbt Dirk Hilmers. Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene könnten im Verein kreativ tätig werden.

Von André Neumann