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Borna Neues Klimacamp findet im August in Pödelwitz statt
Region Borna Neues Klimacamp findet im August in Pödelwitz statt
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16:00 17.04.2019
Beim ersten Klimacamp im August vergangenen Jahres reisten die Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Spanien, Österreich und Belgien an. Quelle: Kathrin Haase
Groitzsch/Pödelwitz

Es geht um die Kohle: Vom 3. bis 11. August findet in Pödelwitz bei Groitzsch das zweite Klimacamp Leipziger Land statt. Damit soll der Widerstand gegen den Braunkohleabbau in der Region sowie weltweit gestärkt werden, erklärt Florian Teller vom Organisationskreis. Das Klimacamp sei ein Ort des Austauschs und der Vernetzung, „mit einem vielfältigen Bildungsangebot und kreativen Protestaktionen“.

Autarkes Leben im Pödelwitzer Camp

Um die Vorbereitung und inhaltliche Ausrichtung kümmert sich ein Team aus 40 bis 50 Personen. „Es geht langsam los, wir ruckeln an“, beschreibt Teller den aktuellen Stand. Wert legen die Klimaschützer dabei auf ein autarkes Leben im Camp. In den neun Tagen rechnen sie mit bis zu Tausend Besuchern aus dem gesamten Bundesgebiet.

Komposttoiletten und vegane Küche in Pödelwitz

Die Stromversorgung, etwa für die abendliche Beleuchtung oder Konzerte, werde über Solarpaneelen sichergestellt. Darüber hinaus gebe es Komposttoiletten, eine vegane Gemeinschaftsküche sowie Verkaufsstände für das leibliche Wohl.

Der Wasseranschluss im Dorf werde für Duschen und öffentliche Waschbecken genutzt, Müll werde weitgehend vermieden beziehungsweise gesammelt und anschließend fachgerecht entsorgt. Für die Besucher stehen Zeltplätze auf einem Privat- beziehungsweise kommunalen Gelände zur Verfügung.

Über Solarpaneele soll die Stromversorgung im Camp gewährleistet werden. Quelle: Kathrin Haase

Degrowth-Sommerschule mit 20 Kursen

Wie schon im vergangenen Jahr ist auch die Degrowth-Sommerschule in Pödelwitz zu Gast und widmet sich dem Motto „Alle Dörfer bleiben – weltweit“. Bis zu 500 Teilnehmer setzen sich in 20 Kursen mit lokalen und globalen Lösungsstrategien auseinander. Sie erarbeiten Konzepte, wie eine soziale, ökologische und demokratische Gesellschaft jenseits des Wachsums aussehen könne.

Hunderte Gegner des Braunkohleabbaus haben sich am Samstag zu einem Aktionstag des Klimacamps Leipziger Land im Örtchen Pödelwitz versammelt. Die Gemeinde ist durch die geplante Erweiterung des Tagesbaus "Vereinigtes Schleenhain" in ihrer Existenz bedroht. Mit Blockaden und Demonstrationen wollen die Protestierenden für eine alternative Energiepolitik werben.

Workshops, Exkursionen und Konzert

Ergänzt wird das Klimacamp von einem umfangreichen Bildungsangebot aus Workshops, Diskussionen und Exkursionen sowie Kulturveranstaltungen wie Theater, Kino oder Konzerte. Florian Teller: „Im Hinblick auf die sächsischen Landtagswahlen und den sich abzeichnenden rechtspopulistischen Strukturen wollen wir uns mit anderen Bewegungen solidarisieren und vernetzen.“ Der Themenschwerpunkt liege auf den „Schnittstellen zwischen Antirassismus, Antifaschismus und Klimagerechtigkeit“, betont der Campsprecher.

Eindrücke vom Dorffest und Klimacamp in Pödelwitz 2018. Quelle: Kathrin Haase

Mitteldeutsches Revier ins Bewusstsein rücken

Nach dem Erfolg des ersten Klimacamps 2018 setzen die Veranstalter auf „ein gutes Miteinander der Menschen vor Ort mit den Besuchern.“ Ein Vertrauensverhältnis sei bereits aufgebaut und gemeinsam wolle man das mitteldeutsche Kohlerevier stärker ins Bewusstsein rücken, nachdem das Lausitzer und Rheinische bereits in aller Munde seien. Die Klimaschützer lehnen Braunkohle als Energielieferant grundlegend ab, so Florian Teller, und fordern stattdessen mehr Investitionen in erneuerbare Energien.

Pödelwitz als auch das Nachbardorf Obertitz sollen nach den Plänen der Mibrag vom Tagebau Vereinigtes Schleenhain überbaggert werden. Dagegen regt sich der Widerstand.

Von Kathrin Haase

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