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Borna Neues Wohngebiet im einstigen Braunkohledorf Lobstädt ist jetzt voll
Region Borna Neues Wohngebiet im einstigen Braunkohledorf Lobstädt ist jetzt voll
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11:00 23.07.2019
Eines der ersten kommunal erschlossenen Wohngebiete in der Region ist jetzt voll. Der frühere Lobstädter Bürgermeister Wolfram Seiffert (r.) kennt die meisten Bewohner. Hier plaudert er mit Werner Winkler. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Lobstädt

Zum Schluss wurde es beinahe noch einmal dramatisch: Arbeiter waren an einer der letzten beiden Baustellen im Wohngebiet in der Bergisdorfer Straße in Lobstädt auf einen verdächtigen Gegenstand gestoßen und hatten die Polizei gerufen. Die ließ den Kampfmittelbergungsdienst anrücken.

Die mutmaßliche Bombe erwies sich zum Glück nur als eine alte verrottete Kabeldurchführung, und die Sache kam ohne weitere Aufregung zum glücklichen Ende.

Das gilt auch für das gesamte Areal im Süden von Lobstädt, zwischen Altenburger Straße und dem Lobstädter Speicher. Hier ist in den vergangenen gut anderthalb Jahrzehnten eines der ersten rein kommunal erschlossenen und vermarkteten Wohngebiete in der Region entstanden. Aktuell wird das letzte Grundstück bebaut.

„Hier ist ein richtiges Dorf für sich entstanden“

Einer, der die Geschichte von Anfang bis zum Ende kennt, ist Wolfram Seiffert. Der 69-Jährige war in Lobstädt bis 2008, bis zur Eingemeindung nach Neukieritzsch Bürgermeister. Mit Stolz sagt er heute: „Das war unsere größte Baumaßnahme in dem kleinen Ort. Hier ist ein richtiges Dorf für sich entstanden.“

Aufbruchstimmung in der Bergisdorfer Straße. Ein Bild von einer Grundsteinlegung im Jahr 1996. Quelle: Werner Winkler

Schon 1991 hatte sich der Gemeinderat entschlossen, neben der Altenburger Straße ein Kleinsiedlungsgebiet entstehen zu lassen. Dann wurde daraus ein so genanntes städtebauliches Entwicklungsgebiet. „Eines der ersten im Regierungsbezirk Leipzig“, sagt Seiffert.

Aus Feldflächen wurde in Lobstädt ein Wohngebiet

Es ging um ein 6,2 Hektar großes Areal, das erschlossen werden sollte. Nur 4,5 Hektar gehörten der Gemeinde, das waren damals Feldflächen. Der Rest war im Eigentum der Talsperrenmeisterei und der Treuhandanstalt. Was die Sache nicht einfacher machte. Auf dem Treuhandland stand eine große alte Getreidelagerhalle, die erst abgerissen werden musste.

Dann, erinnert sich Wolfram Seiffert, habe die Treuhand für ihre 13.000 Quadratmeter eine Million D-Mark (Der Euro wurde erst 2002 eingeführt.) haben wollen, das sei das Achtfache des ursprünglich verhandelten Preises gewesen. Schließlich konnten die 27 Grundstücke auf der Treuhandfläche erst ab 1994 erschlossen werden und damit später als das restliche Gebiet.

Bergisdorfer Straße in Lobstädt: Nach reichlich anderthalb Jahrzehnten wird das letzte Grundstück in einem der ersten kommunal erschlossenen Wohngebiete der Region bebaut.

Der erste Spatenstich war 1993 kurz vor Weihnachten gefeiert worden, das erste Haus wurde 1995 bezogen. Damals sahen die Pläne noch 107 Baugrundstücke für 50 Einfamilienhäuser, 14 Doppelhäuser und 43 Reihenhäuser vor. Bald zeigte sich aber, dass kaum Interesse an Reihenhäusern bestand. Deswegen stehen heute in der Bergisdorfer Straße 70 Einzel-, fünf Doppel und nur zwei Reihenhäuser.

Straßen und Wege, Grünland und ein Spielplatz

Anfang März lebten hier 215 Einwohner. Zu Spitzenzeiten seien es schon an die 300 gewesen. Im Laufe der Zeit seien schon viele Kinder ausgezogen, sagt der ehemalige Lobstädter Bürgermeister. „Ende der neunziger Jahre konnte Lobstädt mit diesem Wohngebiet die Einwohnerzahl stabilisieren“, schaut er zurück.

Seiffert, der selbst in einem älteren Haus am Rande des Wohngebietes lebt, kennt sich gut aus in dem Areal, das bis heute vorzeigbare Besonderheiten aufweist. Beispielsweise sind hier mehr als ein Viertel der Gesamtfläche Straßen und Wege, Grünland und ein Spielplatz. Ein Luxus, der das Gebiet auflockert, den sich Kommunen bei heutigen Erschließungen kaum noch leisten. Denn viele öffentliche Anlagen bedeuten auch viel Unterhaltungsaufwand.

Eine weitere Besonderheit waren die anfangs strengen Bauvorschriften: Rote Dächer über weißen Wänden waren Pflicht. Später wurde das gelockert, wurden auch einige helle Farben zugelassen, sagt der Ex-Bürgermeister. Der weiß, warum die Gemeinderäte damals die Gestaltung so festgelegt hatten. „Wir waren ein Braunkohledorf“, sagt er. Das einheitliche Rot-Weiß war der Kontrapunkt zum bis dahin vorherrschenden Grau, womöglich auch eine Art Aufbruch.

Von André Neumann

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