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Borna Neukieritzsch lebt mit der Hoffnung auf noch ein paar Jahre für den Bergbau
Region Borna Neukieritzsch lebt mit der Hoffnung auf noch ein paar Jahre für den Bergbau
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00:19 10.01.2018
Neujahrsempfang im Bürgerbegegnungszentrum Neukieritzsch. Beginn mit dem Musikverein Neukieritzsch-Regis und dem Steigerlied. Quelle: Foto: Andreas Döring
Neukieritzsch

Ein Bekenntnis zum Bergbau und zur Heimat im Mitteldeutschen Revier stand am Sonntagnachmittag am Beginn des Neujahrsempfangs in Neukieritzsch. Das Orchester des Musikvereins Neukieritzsch-Regis eröffnete die Veranstaltung musikalisch mit dem Steigerlied. Und Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) dankte allen, die in guter alter Tradition – stehend – mitgesungen haben.

Zu Beginn seiner Neujahrsansprache beklagte Hellriegel den Zustand dieses Landes, in dem „Hetzkampagnen von Populisten, Nationalisten und Rassisten“ es immer öfter schaffen würden, „Vernunft und Verstand vieler Mitmenschen auszuschalten“. Angesichts wilder Botschaften in sozialen Netzwerken und gefälschter Nachrichten betonte Hellriegel: „Meinungsfreiheit ist kein Freifahrtschein!“ Er plädierte für offene Diskussionen und Debatten. Nur auf diese Weise könnten Lösungen gefunden werden, die langfristig Bestand haben. Das gelte für das Land ebenso wie auch für die kleine Gemeinde.

In Neukieritzsch ist im zurückliegenden Jahr viel passiert. Zuallererst erinnerte Hellriegel an die Feierlichkeiten zum Ortsjubiläum im September. Ebenso hätten der Musikverein, der Gemischte Chor und der Männerchor Lobstädt, Sport- und Interessenvereine wie auch die beliebten Feste in den Ortsteilen zum kulturellen Leben beigetragen.

Herausragende sportliche Erfolge bescheinigte der Bürgermeister den Leichathleten der Sportfreunde Neukieritzsch und den Keglern vom SV Blau-Weiß Deutzen, die jeweils Deutsche Meisterschaften gewannen.

Im vergangenen Jahr sei in Neukieritzsch nach einiger Zeit der Stagnation im Baugeschehen „wieder ordentlich gewerkelt worden“. Der Bürgermeister nannte unter anderem die Straßen „Zum Park“ und „Zur Adria“ in Deutzen, wo im November zudem mit dem Bau der östlichen August-Bebel-Straße das größte Bauvorhaben begann. Die Holzbrücke bei Kahnsdorf wurde ebenso saniert wie die Toiletten in der Grundschule Neukieritzsch und das Caritas-Haus in Deutzen.

In diesem Jahr wird weiter investiert. Das Gemeindeoberhaupt nannte die energetische Sanierung der Fassade der Grundschule Neukieritzsch und den Umbau des zweiten Obergeschosses zum Hort. Auf der Vorhabenliste stehen auch die Umgestaltung des Rittergutshofes in Kahnsdorf, der Ausbau der Witznitzer Straße in Großzössen und der alten Verbindungsstraße nach Kieritzsch.

Auch in anderer Hinsicht war 2017 ein interessantes Jahr in Neukieritzsch. Thomas Hellriegel erinnerte an den gerichtlich verfügten Erhalt der Wasserkugel Deutzen und an die Auseinandersetzung mit der LMBV im Zusammenhang mit der Reinigung der braunen Pleiße. Der Bürgermeister dankte für das Engagement aller Beteiligten, denen es gelungen sei, dass die Pleiße nicht in den Kahnsdorfer See geleitet wird.

Noch einmal kam der Bürgermeister auf den Bergbau zu sprechen, indem er indirekt die aktuelle Energiepolitik in der Bundesrepublik rügte. Die Gemeinde, die über die Gewerbesteuer schon immer abhängig von der Gewinnung und Verstromung von Braunkohle gewesen sei, habe genau so wenig Planungssicherheit bei den Einnahmen, wie die Industriebetriebe bei der Planung von Investitionen und Arbeitskräftebedarf. Im Interesse des Wohlstands der Bürger könne man „hier nur von Jahr zu Jahr planen, immer mit der Hoffnung, dass dem Bergbau und der Kohleindustrie noch ein paar Jahre bevor stehen“, bedauerte Hellriegel.

Eingerahmt von Liedern des Männerchores Lobstädt (mit Unterstüzung der Liedertafel Regis-Breitingen), des Gemischten Chores Neukieritzsch und von weiteren Stücken des Musikvereins wurden beim Neujahrsempfang wieder die aktuellen Zuwendungen der Stiftung „Lebendige Gemeinde Neukieritzsch“ vergeben, die in diesem Jahr nur zwei Projekte unterstützt. Der Musikverein Neukieritzsch – Regis erhält 1649 Euro für eine neue Posaune. 2000 Euro schüttet die Stiftung an den Kampfsportverein Budokan Deutzen aus. Der kann dafür für seine jüngsten Mitglieder, die drei- bis sechs Jahre alten „Kleinen Samurai“, eine neue Trainingsmatte beschaffen.

Von André Neumann

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