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Borna Neun Böhlener leiden besonders unter Lärm
Region Borna Neun Böhlener leiden besonders unter Lärm
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12:00 26.06.2018
Laut jüngster Messungen sind die Anwohner der Stöhnaer Straße am meisten von Lärm betroffen. Quelle: Julia Tonne
Böhlen

Nadja Loose ist sauer. Seit Jahren kommt sie nicht zur Ruhe, ist es laut und staubig in ihrer Straße. Zuhause ist sie in der Auenstraße, Ecke Stöhnaer Straße in Großdeuben, also in unmittelbarer Nachbarschaft zum Knotenpunkt der Bundesstraßen 2 und 95.

Böhlen braucht keinen Lärmaktionsplan vorlegen

„Die Lärmschutzwände reichen bei weitem nicht aus, das ist schon eine extreme Belastung“, macht sie deutlich. Alleine steht sie damit nicht da, weitere Anwohner der Stöhnaer Straße sind ebenfalls betroffen.

Dennoch: einen Lärmaktionsplan muss die Stadt Böhlen nicht vorlegen. Denn lediglich neun Personen sind von übermäßigem Lärm betroffen. Eingreifen und Abhilfe schaffen muss Böhlen erst dann, wenn rund 50 Bewohner zu hohen Belastungen ausgesetzt wären.

Experte erwartet Veränderung mit Bau der A 72

Zu dem Ergebnis kommt Volker Fenske von der Gesellschaft für Materialforschung und Prüfungsanstalt für das Bauwesen Leipzig, die genau aufgeschlüsselt hat, wie laut es wo und wann in Böhlen ist. „Am stärksten betroffen sind zwei Gebäude in der Stöhnaer Straße“, sagte er bei der Vorstellung der Ergebnisse kürzlich im Kulturhaus.

Allerdings gehe er davon aus, dass der Lärm an der Stelle wegen des Autobahnbaus ohnehin temporär sei. Mit Fertigstellung der Autobahn 72 werde die Belastung erneut gemessen, „wir müssen schlicht abwarten, wie sich dort die Lärmemission entwickelt“, so Fenske weiter.

Bürgermeister: Stadt nicht zuständig

Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) verwies darauf, dass für Schallschutzmaßnahmen in dem Bereich nicht die Stadt zuständig sei, sondern das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das zeichne schließlich für den Bau der A 72 verantwortlich. Angedacht seien von Seiten des Lasuv unter anderem eine Erhöhung der Wände und das Aufbringen von Flüsterasphalt.

Anwohnerin: Wir wissen nicht, wie es weitergeht

Loose kritisierte dennoch die Informationspolitik der Behörde. „Wir wissen nicht, wie es bei uns weitergeht, keiner sagt uns, welche Maßnahmen wann umgesetzt werden.“ Das bestätigte auch der Rathauschef, der zusicherte, bei den nächsten Treffen mit den Lasuv-Verantwortlichen das Thema erneut aufgreifen zu wollen.

Unabhängig davon aber gebe es im Stadtgebiet und auch im Stadtteil Großdeuben keine Probleme mit Lärm. „Das ist die gute Nachricht der jetzigen Lärmkartierung.“

Von Julia Tonne

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