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Borna Öffentliche Führung auf Schlossbaustelle Rötha
Region Borna Öffentliche Führung auf Schlossbaustelle Rötha
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15:00 12.04.2019
Bei den Bauvorbereitungen für einen Neubau sind in Rötha Reste des alten Schlosses frei gelegt worden. Quelle: Uwe Herrmann
Rötha

Die Bauvorbereitungen für eine Neubau auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses Rötha haben einige interessante Funde für Bauherren und Archäologen hervorgebracht. Beim Ausheben der Baugrube stießen die Bauleute auf Hinterlassenschaften der älteren und der jüngeren Geschichte des Schlosses.

So sah das Schloss Rötha 1860 aus. Quelle: web

1669 wurde die Wasserburg Rötha erweitert

Darüber hinaus stießen die Bauleute und die Archäologen auf Teile der aus Ziegelsteinen bestehenden Fußböden des Schlosses und auf Reste einer Kellertreppe. Ein weiterer Fund reicht in die frühere Vergangenheit des Schlosses zurück. „Wir haben Mauerbestandteile, insbesondere des Ostwerkes des Schlosses gefunden, also des Erweiterungsbaus von 1669“, sagt Herrmann. Damals war die ursprüngliche Wasserburg vergrößert worden und das Schloss erhielt seine spätere Gestalt.

Die jetzigen Ausgrabungen sind nicht die ersten auf dem Schlossgelände. Schon im Jahre 2011 war hier in kleinerem Umfang im Boden geschürft worden, sagt Thomas Westphalen, Abteilungsleiter für archäologische Denkmalpflege im Landesamt für Archäologie. Damals ging es um Erkundungen im Vorfeld des 200. Jahrestages der Völkerschlacht zu Leipzig, während der Rötha Hauptquartier der Alliierten gegen Napoleon war.

Fundamente des Schlosses teilweise zerstört

Schon seit damals, so Westphalen, habe man gewusst, dass das Untergeschoss des Schlosses noch in Teilen erhalten war. Das fand das Team um Grabungsleiter Sven Kretschmar jetzt bestätigt. Neu waren hingegen die Erkenntnisse über die Folgen einer laut Westphalen „illegalen Bebauung“ in der DDR. Im Bereich der Streifenfundamente einer hier errichteten landwirtschaftlichen Maschinenhalle seien die Fundamente des Schlosses komplett zerstört, berichtet Bauherr Uwe Herrmann.

Grundriss des Schlosses für den geplanten Neubau frei gelegt

Dennoch, so Westphalen, kenne man jetzt den Grundriss des Schlosses, so weit er für den geplanten Neubau frei gelegt worden ist. Neben den Mauerresten des Renaissanceschlosses sei sogar noch älteres Baumaterial gefunden worden. Damit meint Thomas Westphalen Backsteine, die aus dem 15. Jahrhundert, also dem späten Mittelalter, stammen könnten. Nahe liegend sei, dass es sich dabei um Abbruchmaterial eines Vorgängerbaus handeln könnte.

Ein oder zwei Wochen werden die Archäologen noch auf dem Schlossgelände zu tun haben. Nachdem alles aufgenommen und dokumentiert ist, werden die Hinterlassenschaften des früheren Schlosses verfüllt und bleiben auf diese Weise unter den Fundamenten des Neubaus erhalten.

Am Gründonnerstag haben die Röthaer Gelegenheit, die Reste des Schlosses in Augenschein zu nehmen. In Abstimmung mit dem Grabungsleiter lädt Uwe Herrmann von der Projektentwicklungsgesellschaft Schlossareal Rötha zu einer Führung auf die Baustelle ein. Die beginnt am 18. April 16 Uhr.

Von André Neumann

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