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Borna Ontras erneuert Ferngasleitung im Landkreis Leipzig
Region Borna Ontras erneuert Ferngasleitung im Landkreis Leipzig
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09:34 17.01.2019
Die Ferngasleitung Räpitz-Niederhohnsdorf verläuft auf rund 30 Kilometern durch den Landkreis Leipzig. Betreiber Ontras erneuert diesen Abschnitt im Rahmen eines mehrjährigen Sanierungskonzeptes.Ontras
Landkreis Leipzig

Es ist eine ziemlich lange Baustelle, die sich durch den Landkreis Leipzig zieht: Im Auftrag des Leipziger Ontras Gastransport GmbH wird die Ferngasleitung (FGL) zwischen Räpitz bei Markranstädt und Niederhohnsdorf bei Zwickau derzeit erneuert. Die unterirdische Trasse wurde in den Jahren 1957 bis 1968 errichtet. Ein halbes Jahrhundert später muss der Netzbetreiber nun Hand anlegen.

Regionen Böhlen, Altenburg und Zeitz werden versorgt

Nachdem in den Vergangenheit bereits mehrere Teilstücke saniert wurden, steht jetzt eine Komplett-Kur an. „Die Leitung ist ein bedeutender Versorgungsstrang, aus dem die Regionen Böhlen, Altenburg und Zeitz Erdgas beziehen“, so Ontras-Sprecher Ralf Borschinsky. An 20 Übergabepunkten gelangt das Gas aus dieser Leitung in die Verteilnetze. Diese wiederum befördern den Energieträger zu den Endverbrauchern.

Die Ferngasleitung (FGL) hat eine Gesamtlänge von 70 Kilometern. Davon verlaufen 30 durch den Landkreis Leipzig und 13 durch den Landkreis Zwickau. Im benachbarten Altenburger Land werden voraussichtlich auf einer Länge von 27 Kilometern Gräben ausgehoben. Für den sächsischen Bereich erhielt Ontras im vorigen Oktober grünes Licht. In Thüringen muss das Planfeststellungsverfahren noch abgeschlossen werden.

Archäologen finden Spuren vorchristlicher Besiedlungen

Im Vorfeld der Leitungsarbeiten wühlten sich Archäologen durchs Erdreich. Bei Räpitz stießen sie dabei auf Spuren vorchristlicher Besiedlungen, Gräber und weitere Funde, die im Vorjahr dokumentiert und geborgen wurden. Im Anschluss machte sich der Bauherr unter anderem auf die Suche nach Lagerplätzen für die riesigen Stahlsegmente. Um die Rohre für das Großprojekt zu lagern, wurde ein Platz in Zwenkau gewählt. Von hier aus machten sich Spezialtransporter auf den Weg zu den einzelnen Bauabschnitten. In Zwenkau wurden unter anderem sogenannte Düker (Düker von norddeutsch: Taucher) vorbereitet. „Das sind maßgeschneiderte Rohrstücke, die dann vor Ort mittels Schwerlastkran eingehoben und in das zu überwindende Gewässer abgesenkt wurden“, so Ontras-Sprecher Borschinsky. Auch mehrere Armaturengruppen wurden hier vormontiert.

Tausende Funde entlang der Trasse mussten bei Räpitz katalogisiert und dokumentiert werden.  Quelle: Gislinde Redepenning

Konkret wechselte Ontras den Strang zwischen Räpitz und Böhlen inzwischen auf 15 Kilometern aus. Der Abschnitt zwischen Böhlen und Lippendorf ist gerade in Arbeit, zwischen Lippendorf und Neukieritzsch wird noch im Januar mit dem Austausch begonnen. Die restlichen zwölf Kilometer bis zur Landesgrenze bei Regis-Breitingen sollen bis August erneuert werden. In Thüringen selbst rechnet Ontras im Laufe des Jahres mit dem Baustart fürs Altenburger Land. Hier läuft noch bis 23. Januar die Einspruchsfrist im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens.

Mit dem Neubau sollen die Sicherheit und ebenso der Druck in den Rohren von jetzt 16 auf 25 Bar erhöht werden, erklärt Ontras. Die neuen Rohre mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern kommen bis auf wenige Ausnahmen auf dem alten Trassenverlauf in die Erde. Außerdem sei es künftig möglich, durch die Leitungen eine Messsonde, den sogenannten „Molch“ zu schicken, dieser schwimmt wie eine Flaschenpost mit dem Gasstrom mit, reinigt dabei mit Bürsten die Leitung und führt verschiedene Messungen durch. Überwacht wird das Ganze von der Leipziger Zentrale aus. Insgesamt haben die Dispatcher dabei ein Netz von 7000 Kilometern in ganz Ostdeutschland im Auge.

Umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen

Da Eingriffe in Natur und Landschaft nicht ausbleiben, sind im Rahmen des Vorhabens umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen geplant. So wird Ontras das beanspruchte Gelände rekultivieren. Des Weiteren fordert die Landesdirektion Sachsen als Genehmigungsbehörde sogenannte Öko-Kontomaßnahmen. Diese bewegen sich im Bereich der Innenkippe Witznitz am Hainer See. Hier sollen auf Ontras-Kosten Blühstreifen angepflanzt und Ackerland gesäumt werden. Auch eine ökologische Baubegleitung sei vorgesehen.

Von Simone Prenzel

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