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Borna Ostalgieverein aus Böhlen belebt DDR-Veranstaltung wieder
Region Borna Ostalgieverein aus Böhlen belebt DDR-Veranstaltung wieder
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00:35 25.02.2018
Ein weiteres Standbein des Vereins sind seit vergangenem Jahr Ostmaschinen-Treffen.
Ein weiteres Standbein des Vereins sind seit vergangenem Jahr Ostmaschinen-Treffen. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Am Sonnabend steigt – veranstaltet durch den sächsischen Ostalgieverein – im Kulturhaus Böhlen die nächste Betriebsberufsschul-Disco, vielen sicherlich besser bekannt unter der Abkürzung BBS-Party. Und nach Aussage des Organisators Rainer Seikert rechnet der Verein mit rund 500 Tanzwütigen.

Jürgen Karney hat sein Kommen zugesagt. Er wurde durch die Sendung „Bong“ bekannt. Quelle: Andreas Weihs

Dass die Zahl durchaus zu erreichen ist, scheint in Anbetracht der prominenten Gäste nicht ausgeschlossen. Immerhin gibt sich DJ Jürgen Karney die Ehre in Böhlen. Mit der Sendung Bong, einer „Hitparade der Popmusik“, wurde dieser 1983 Showmoderator im DDR-Fernsehen und machte dadurch etliche Künstler einem großen Publikum bekannt. Zweiter Höhepunkt des Abends ist die Band Berluc. Sie wurde 1974 gegründet, ihr Bandname leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der Herkunftsstädte der Gründungsmitglieder Berlin und Luckenwalde ab. Die erste DDR-weite Aufmerksamkeit erlangten die Musiker 1978 mit dem Lied „Hallo Erde, hier ist Alpha“. Ihr Titel „No Bomb“ landete 1983 auf Platz 1 der DDR-Jahreshitparade.

Verein agiert unpolitisch

„Die BBS-Partys waren schon in den vergangenen drei Jahren der Renner, der Andrang ist immer größer geworden“, sagt Seikert. Kratzte man 2017 schon an der Besucherzahl von 200, sollen es am Sonnabend noch mehr werden. Einlass ist ab 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr, der Eintritt kostet fünf Euro.

Seit einem knappen halben Jahr übrigens sind die Ostalgie-Freunde, die auch zu Ostmaschinen-Treffen einladen, ein Verein. „Ziel ist die Wiederbelebung, Erhaltung und Pflege der DDR-Kultur und deren Zeugnissen“, erklärt Seikert. Dabei stellt er klar, dass der Verein vollkommen unpolitisch agiere und lediglich „Dinge in den Fokus“ rücke, die die Menschen in der DDR in ihrer Freizeit getan, veranstaltet und unternommen haben. Dazu zählten unter anderem Ausstellungen und der Subotnik. So seien die Ostalgiefreunde viermal im Jahr unterwegs, um gemeinnützige Arbeiten in sozialen Einrichtungen zu leisten.

Von Julia Tonne