Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ostsee-Feeling bei Exkursion im stillgelegten Tagebau Groitzscher Dreieck
Region Borna Ostsee-Feeling bei Exkursion im stillgelegten Tagebau Groitzscher Dreieck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:18 26.06.2017
Die Expedition führte unter anderem über die Schnauderbrücke im Groitzscher Ortsteil Nehmitz. Quelle: Annett Bellmann
Anzeige
Groitzsch

Annähernd 30 Natur- und Heimatfreunde unternahmen am Sonnabend eine Exkursion in den 1991 stillgelegten Tagebau Groitzscher Dreieck. Sie folgten damit einer Einladung des Großpösnaer Kuhstall-Vereins, der Experten wie Peter Jolas von der Mibrag, den Botaniker Peter Gutte, den Geologen Frank Junge sowie Annett Bellmann von der Ökologischen Station Borna-Birkenhain dafür gewinnen konnte. Dank einer Sondergenehmigung der Mibrag konnte die Gruppe auf Helme und Schutzbrillen verzichten, die ansonsten im Tagebaugelände Usus sind, aber was angesichts des Sommerwetters eine deutliche Erleichterung darstellte.

Der Weg führte zu offen liegenden Kohleflözen, 37 Millionen Jahre alten Baumstämmen, tertiären Sanden und entlang des künftigen Sees, der derzeit geflutet wird. Es stellte sich nahezu Ostseefeeling ein, berichtet der Geschäftsführer des Kuhstall-Vereins, Peter Krümmel. Alle Spezialisten gaben gut verständliche Informationen zur Geschichte des Tagebaus, dem geologischen Aufbau, zu den sich auf teilweise sehr sauren Böden entwickelnden Pflanzengesellschaften und der Tier- und Vogelwelt. Das gesamte unter Bergrecht stehende Gelände ist eine Schatzkammer der Natur.

Anzeige

Im Anschluss an die Tagebaubefahrung verlief die Strecke weiter über Berndorf ins thüringische Lucka durch die östlich des Tagebaus verlaufende Schnauderaue. Dieses Kontrastprogramm war eines der Ziele der Exkursion, zu zeigen, dass die Natur sehr flexibel sich verändernden Rahmebedingungen anpasst und immer wieder spezifische Lebensräume erschafft.

Nach dreieinhalb Stunden waren alle Exkursionsteilnehmer wohlbehalten und beeindruckt von der Vielfalt und Schönheit der Landschaft zurück am Ausgangspunkt angelangt.

Von LVZ