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Borna Pause beim Chemiegiganten in Böhlen
Region Borna Pause beim Chemiegiganten in Böhlen
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06:12 03.05.2019
Das letzte Mal wurden 2015 alle Anlagen heruntergefahren. Bei der Großabstellung kommen auch die  Turbinen unter die Lupe.
Das letzte Mal wurden 2015 alle Anlagen heruntergefahren. Bei der Großabstellung kommen auch die Turbinen unter die Lupe. Quelle: Jens Paul Taubert
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Neukieritzsch/Böhlen

Im Mai beginnen im Dow-Werk geplante umfangreiche Inspektions- und Wartungsarbeiten, die über mehrere Wochen andauern werden und verschiedene Anlagen am Produktionsstandort betreffen. Rund 600 Dow-Mitarbeiter und 2800 Mitarbeiter von insgesamt 125 externen Firmen sind an dieser Großabstellung beteiligt. Die Wartungsarbeiten dürften unter anderem mit erneutem Fackelbetrieb einhergehen und mit dem Blick auf Baugerüste und mehrere Kräne.

Wie Sandra Brückner, Sprecherin des Unternehmens mitteilt, sei die technische Überprüfung gesetzlich vorgeschrieben und werde vom TÜV überwacht und kontrolliert. „Mit den Instandhaltungsmaßnahmen soll die weitere Stabilität der Produktionsprozesse und die Anlagensicherheit – auch im Interesse der Umwelt und der benachbarten Gemeinden – gewährleistet werden“, macht sie deutlich.

Dow bittet Anwohner um Verständnis für Wartungsarbeiten

In den kommenden Tagen beginnen schrittweise die Abfahrprozesse der Anlagen sowie das Entleeren der Rohrleitungen und Behälter, um anschließend die Reinigungs-, Kontroll- und Wartungsarbeiten durchführen zu können. „Unser Ziel ist es, die komplexen Wartungsarbeiten unfall- und störungsfrei sowie ohne Auswirkungen für die Umwelt und die Nachbarschaft durchführen“, sagt Denise DeLaune, Standortleiterin des Werkes Böhlen. „Sollte es dennoch zu kurzzeitigen Beeinträchtigungen durch Fackeltätigkeit oder Lärm kommen, bitten wir die Anwohner um Verständnis. Wir tun alles, um diese so gering wie möglich zu halten.“

Kollegen von Fremdfirmen tauschen Mengenmesser in der Crackeranlage aus. Bis zu 3200 Menschen arbeiten während der Abstellung im Dow-Werk. Quelle: Jens Paul Taubert

Für die Großabstellung des Werkes ist es laut Brückner zudem unerlässlich, entlang der Staatsstraße S 71 in Höhe des Werkes einen provisorischen Parkplatz zu schaffen, auf dem rund 1000 Fahrzeuge Platz finden. Außerdem werde ab 14. Mai eine Ampelanlage installiert, um das Verkehrsaufkommen „zu den Stoßzeiten“ (morgens zwischen 5 und 7 Uhr sowie abends zwischen 17 und 19 Uhr) am Zufahrtsbereich des Parkplatzes zu regeln. Reiko Hass, verantwortlicher Leiter für die Großabstellung bei der Dow, rechnet jedoch nicht mit größeren Verkehrsbeeinträchtigungen.

Während der Arbeiten sind bis zu 3200 Menschen im Werk tätig

80 Prozent aller Wartungs- und Instandhaltungsleistungen wurden an regionale Unternehmen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt vergeben – die meisten davon waren als Vertragspartner bereits bei früheren Großabstellungen im Einsatz. „Im Durchschnitt werden täglich bis zu 2800 Personen am Standort tätig sein, in Spitzenzeiten bis zu 3200 Leute. Das setzt ein umfangreiches und komplexes Sicherheits- und Logistikmanagement voraus“, betont Hass. Dabei würden die Sicherheitsanforderungen einen besonderen Stellenwert einnehmen. Ziel sei es schließlich, die Großabstellung sicher und ohne Unfälle zu bewältigen.

Großabstellung ist wie der TÜV beim Auto

Alle drei bis vier Jahre werden die Anlagen im Dow-Werk runtergefahren, vergleichbar ist die Großabstellung mit einem umfangreichen TÜV beim Auto, nur eben in deutlich größerer Dimension. Laut Brückner werde jedes einzelne Detail unter die Lupe genommen und überprüft, also jede Pumpe, jedes Ventil, jede Schraube. Wie lange die Großabstellung andauern wird, ist konkret noch nicht absehbar, „das hängt immer davon ab, was die Kontrollen und Inspektionen ergeben“, betont Brückner. Die Bewohner und Rathäuser der Umgebung würden erneut informiert, wenn die Anlagen wieder hochgefahren werden.

Von Julia Tonne

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