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Borna Pegau: Vorzug für Bauprojekt Coburger Straße
Region Borna Pegau: Vorzug für Bauprojekt Coburger Straße
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17:12 10.07.2019
In den nächsten Monaten gibt es Bauarbeiten an Pegaus Coburger Straße mit dem Bahnübergang. Unter anderem wird der Kanal erneuert, wofür das Erdreich unter den Gleisen durchquert wird; es wird ein Gang angelegt. Quelle: Olaf Becher
Pegau

Die Entscheidung für den Kanal- und Straßenbau in Pegaus Coburger Straße war eine schwere. Dass dieses Projekt den Vorzug vor dem grundhaften Ausbau des Kirchwegs im Ortsteil Kleinschkorlopp erhält, stieß in der jüngsten Stadtratssitzung bei Abgeordneten auf reichlich Widerspruch. Letztlich kam es doch zum positiven Beschluss, sodass das Vorhaben am westlichen Rand der Elsterstadt mit Gesamtkosten von reichlich 680 000 Euro in gut zwei Wochen starten soll.

Pegau muss Eigenmittel für Coburger Straße erhöhen

Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) sagte, dass das Ausschreibungsergebnis die Ausgaben enorm angehoben hat. „Im Haushalt sind inklusive Fördermittel nur 505 000 Euro eingeplant.“ Um den Anteil am Mehraufwand zu finanzieren, müsse die Stadt ihre Eigenmittel von 85 900 auf 150 800 Euro erhöhen. Dafür sollen die Gelder vom Kleinschkorlopper Projekt und vom Radweg Pegau–Großstorkwitz genommen werden. Diese beiden müssten wegen fehlender Fördermittelzusagen auf 2020 verschoben werden.

Widerspruch von Stadträten aus Ortsteilen

Vor allem Uwe Bartsch (Freie Wählervereinigung Kitzen) warf sich für die Maßnahme im Dorf in die Bresche. Er könne nicht verstehen, dass diese zurückgestellt wird. „Erst haben wir uns durchgerungen, dort ein Gebiet für Eigenheime zu erschließen. Und nun lassen wir den Weg, der kein richtiger ist“, sagt er. „Der auch nicht besser wird, wenn die Baufahrzeuge über ihn rollen.“ Unterstützt wurde er von Fraktionskollegin Carola Fritzsche sowie Peter Kretschmer („Die Anlieger wollten nicht, dass dort Häuser gebaut werden.“) und Carsten Iwan (beide Wählervereinigung „Bürger für Kitzen mit Ortsteilen“).

Klar ist der Kirchweg schlecht, bestätigte ihn zwar Bauamtsleiter Gunther Grothe. „Aber eine Schmutzwasserleitung liegt drin.“ Und da der Investor fürs Wohngebiet, eine Trinkwasserleitung verlegen lasse, könnten Häuslebauer dann auch zum Zuge kommen. „Der Investor war von Anfang an eingeweiht, dass wir nur Straße und Kanal machen können, wenn wir Förderung erhalten.“ Die Erschließung müsse erst ab 1. Juli 2020 gewährleistet sein.

Straßenbau Pegau: Nur Fördergeld für ein Projekt

Die Kommune hatte für alle drei Vorhaben Zuschüsse beim Freistaat beantragt, sagte der Bürgermeister. „Doch hat Sachsen zu viel Werbung für dieses Programm gemacht, wodurch es dreimal überzeichnet ist.“ Deshalb sei vieles abgelehnt worden. Pegau, so Rösel, erhielt erst nach einem Protestbrief das Okay für die Coburger Straße.

Wenn es keine freien Eigenmittel gibt, so Bartsch weiter, müsste anderes hinausgezögert werden. „Dann verzichten wir zum Beispiel vorerst auf die Vergabe für ein Spielgerät auf dem Schützenplatz, zumal uns die Planungen für dessen künftige Gestaltung noch nicht vorliegt.“

„Das bringt zu wenig“, entgegnete Grothe. „Aber an den Eigenmittel liegt es nicht.“ Und Stadtchef Rösel erklärte, dass die Kommune die vollen 100 Prozent zahlen müsste, wenn sie ohne Förderung baut. Sonst seien es nur gut 20 Prozent. Doch das funktioniere erst im nächsten Jahr. Grothe fügte hinzu: „Wir haben aber der Förderbehörde geschrieben, dass wir sofort ausschreiben können, wenn es Rücklaufgelder gibt, weil anderen nicht vorankommen.“

Durchörterung: Gang durch Erdreich unterm Bahnübergang

Auf Stadtrat Iwans Frage nach der Projektauswahl verwies der Bauamtsleiter auf die Dringlichkeit der Coburger Straße. „Hier ist der meiste Druck. Die Genehmigung der Deutschen Bahn für die Durchörterung des Bahnübergangs gilt nur bis Jahresende.“ Bartsch bestand dann nur noch auf den Protokollvermerk, dass der Kirchweg Kleinschkorlopp in den Haushalt 2020 eingestellt wird. Beim Beschluss gab es neun Ja-Stimmen, je vier Stadträte entschieden dagegen und enthielten sich.

Einstimmig wurde der Bauauftrag dann an die Firma Umwelttechnik & Wasserbau, Niederlassung Leipzig (mit Ableger in Pegau), vergeben. Ihr Angebot von 637 000 Euro lag weit vor dem anderen Preis (773 000 Euro). Laut Ausschreibung sollen die Arbeiten von Ende Juli bis Ende September laufen. Das sagte Grothe auch in der Ratssitzung. Auf der Homepage der Stadt ist allerdings von einer Bauzeit bis November die Rede. Es wird zu zeitweisen Vollsperrungen kommen. Unter anderem weil unter den Gleisen das Erdreich durchörtert, ein Gang hindurch gefräst wird.

Von Olaf Krenz

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