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Borna Pegau bittet „Angelteich“-Investor zur Kasse
Region Borna Pegau bittet „Angelteich“-Investor zur Kasse
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10:30 17.06.2019
Blick auf das Gelände des Projekts „Wohnen am Angelteich“ an Pegaus Carsdorfer Straße (Blick stadteinwärts); die Gebäude werden abgerissen. Quelle: Mathias Bierende
Pegau

Der Zuzug von Einwohnern wird seit Jahren als Nonplusultra für die Kommunen hingestellt. Dass er aber auch steigende Ausgaben mit sich bringt, haben Städte und Gemeinden in der Regel so hingenommen. Jetzt wollen Pegau und andere die Lasten mehr verteilen. Nachdem sich Zwenkau mit seiner Entscheidung von Ende März als „Vorreiter im Landkreis“ bezeichnete, ist nun die Elsterstadt dabei, den privaten Investor eines Wohngebiets in die Pflicht zu nehmen. Im städtebaulichen Vertrag mit dem Erschließungsträger Dolphin Capital 180 Projekt GmbH & Co. KG aus Langenhagen (bei Hannover, Niedersachsen) zum Bebauungsplan „Wohnen am Angelteich“ wird die Zahlung von 50 000 Euro festgeschrieben. Den Beschluss zum B-Plan selbst hat der Stadtrat allerdings vertagt.

„Angelteich“-Projekt mit Reihen- und Einfamilienhäusern

Seit etwa zwei Jahren laufen die planerischen Vorarbeiten für das Areal an der Carsdorfer Straße, nach dem die Immobilienfirma Prometheus Real Estate aus Markkleeberg die Flurstücke im Dezember 2016 erworben hatte. Nach erster Bürgerbeteiligung und behördlichen Einwänden wurde das B-Plan-Gebiet von rund 20 000 auf 12 000 Quadratmeter verkleinert. Fünf Reihenhaus-Komplexe für insgesamt 26 Haushalte sowie sieben Einfamilienhäuser sollen an einer Ringstraße platziert werden. Die hochgezogenen Stadtvillen direkt an der Straße Am Angelteich gehören nicht dazu.

Beschluss zum Bebauungsplan verschoben

Der Bebauungsplan steht kurz vor der Fertigstellung per Satzungsbeschluss. Diesen und die vorherige Abwägung von Hinweisen und Stellungnahmen der Öffentlichkeit nahm Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) allerdings vom Programm der Ratssitzung. „Der Vertrag mit dem Erschließungsträger ist noch nicht unterschrieben. Auch die Garantiesumme für die Erschließung ist noch nicht hinterlegt“, begründete er. Da gehe es wohl um mehr als eine halbe Million Euro. Mit einem gültigen B-Plan könnten Häuslebauer im Zweifelsfall das Einspringen der Stadt als Dienstleister verlangen.

Investor soll für künftige Kita-Plätze in Pegau zahlen

Wegen der Folgekosten erhöhte Pegau die Grundstückspreise für eigene Flächen zuletzt kräftig. Da waren die Einbeziehung der privaten Flächenentwickler angemahnt worden. Das nun angeforderte Geld will die Stadt nicht auf die hohe Kante legen. Es ist angedacht, es für die Schaffung von zusätzlichen Plätzen in einer Kindertagesstätte und die Erweiterung der Grundschule einzusetzen“, so Rösel. Dass nun Dolphin Capital 180 Projekt als Vertragspartner der Stadt fungiert, ist nicht ungewöhnlich, sagt Prometheus-Chef Heiko Spauke. „Wir haben uns das Unternehmen als Investor gesucht. So etwas ist durchaus üblich. Dennoch bleibt es weiter unser Projekt,wir arbeiten daran.“

Von Olaf Krenz

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