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Borna Pegau lässt Baulandpreise kräftig steigen
Region Borna Pegau lässt Baulandpreise kräftig steigen
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16:51 11.04.2019
Der Pegauer Stadtrat hat jetzt die neuen Baulandpreise für den 9. Bauabschnitt im Wohngebiet „Am Wasserturm“ festgelegt. Quelle: Mathias Bierende
Pegau

Für den 3. Juni plant die Stadt Pegau den Erschließungsstart des 9. Bauabschnitts im Wohngebiet „Am Wasserturm“. Dann sollen neben Versorgungsleitungen und Straßen 17 Baugrundstücke angelegt werden. Dafür sind bereits zwölf Reservierungen im Rathaus eingegangen, sagte Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) in der Sitzung des Stadtrates. Das Gremium beschloss daraufhin Verkaufspreise – mit einem satten Aufschlag gegenüber den vorherigen Parzellen.

Aufgrund der bisher fehlenden Preise gelten die Anmeldungen der potenziellen Häuslebauer als unverbindlich. „Doch viele Interessenten wollen noch in diesem Jahr bauen“, gab Rösel deren Wünsche wieder. Deshalb sei es erforderlich, die Kaufverträge zügig abzuschließen, möglichst im Mai.

Kräftiger Anstieg der Baulandpreise in Pegau

Bei der Kalkulation wurden die Kosten von Grunderwerb, Vermessung, Erschließung und Nachfolgeerfordernissen einbezogen. Was den Betrag wachsen ließ. Bei Reservierung bis 31. Oktober und Vertragsabschluss bis Jahresende ruft die Stadt 135 Euro pro Quadratmeter auf. Erfolgt die Festlegung ab November, werden gar 145 Euro pro Quadratmeter fällig.

Stadtrat Carsten Iwan (Siedlerverein Kitzen-Rodeland) sprach sich gegen die Sprünge aus. „Auch die Baupreise galoppieren. Da ist es für junge Familien schwer, sich Wohneigentum zu schaffen.“ Doch gerade diese wolle Pegau doch anziehen. Das funktioniere bei einer Verdopplung nicht. „Wir sollten Maß halten, mehr mit der Welle schwimmen.“

Carsten Iwan ist Vorsitzender des Siedlervereins Kitzen und Stadtrat in Pegau. Er ist gegen die Erhöhung der Kosten für die Grundstücke. Quelle: Ines Philipp

Pegau rechnet Folgekosten mit ein

Laut Rösel wurden zuletzt Grundstücke im Gebiet „Pegau West“ für den Quadratmeterpreis von 94 Euro und am „Wasserturm“ für 110 Euro verkauft. „Wir hatten und haben trotzdem Zulauf. “ Es müsse auch beachtet werden, welche Folgekosten auf die Stadt zukommen. „Zum Beispiel ist ein Kita-Platz im Neubau, wie wir ihn planen, circa 30.000 Euro teuer.“

Unterstützung erhielt er von Mario Bringer (Wählervereinigung Pro Pegau). „Wir sollten keinen Dumpingpreis nehmen. Wir wollen ja auch das entsprechende Klientel ansprechen.“ Die Kommune habe kein Geld zu verschenken, zumal es wohl fast die letzten Baugrundstücke in der Kernstadt seien. Bei privaten Flächenentwicklern, etwa in Kitzen, sei es doch auch nicht so teuer, entgegnete Iwan. Da habe die Stadt wohl ihre Kosten nicht so hoch angesetzt? „Inzwischen preisen wir auch bei den Privaten alles mit ein“, antwortete der Bürgermeister.

Entwicklung Baulandpreise in Pegau Quelle: LVZ

Preisentwicklung

Wie sich die Zeiten ändern. Über die Jahre hat es im Pegauer Wohngebiet „Am Wasserturm“ eine beachtliche Entwicklung bei den Grundstückspreisen gegeben. Inzwischen wird das Zehnfache überschritten.

In den ersten Bauabschnitten waren pro Quadratmeter zwischen 12,78 und 14,32 Euro zu zahlen, berichtete die LVZ im Oktober 2004. Ein Jahr später beschloss der Stadtrat 39,90 Euro. Im 4. Bauabschnitt wurden 2008 dann 45 Euro aufgerufen. Im zweiten Halbjahr 2010 verlangte die Kommune im fünften und im sechsten Segment 49,50 Euro – zwei Euro weniger, als für die Kostendeckung erforderlich waren, hieß es. Aber die 50-Euro-Marke sollte nicht überschritten werden, um in der Region wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das war 2012 hinfällig. 2015 kostete das Bauland im 7. Abschnitt 55 Euro pro Quadratmeter. Eine Etappe weiter waren es dann ab Oktober 2016 bereits 78 Euro. Die vier restlichen Parzellen dort wurden im Dezember 2018 auf 110 Euro hochgestuft. Und nun im 9. Bauabschnitt, dessen Flächen Pegau bei der Zwangsversteigerung einer Erbengemeinschaft erwarb, sollen die Interessenten 135 beziehungsweise 145 Euro (ab 1. November) zahlen.

Bisher nicht für neuen Abschnitt geworben

Peter Kretschmer (CDU) gab zu bedenken, dass bei hohen Preisen mögliche Käufer abspringen könnten. Das bringe dann ein Problem für den Haushalt mit sich, in dem die Gelder eingeplant seien. Bauamtsleiter Gunther Grothe erklärte, dass die Interessenten schon über die wahrscheinlichen neuen Summen informiert wurden.

Er sei zwar skeptisch gewesen, nehme aber gern mehr Geld ein. Keiner habe abgesagt. Das Dutzend Reservierungen sei auf Nachfrage gekommen. „Wir haben noch keine Werbung gemacht.“ Das überzeugte die klare Mehrheit. Die Preise wurden mit 14 Ja-Stimmen bei einem Nein beschlossen.

Von Olaf Krenz

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