Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Pegauer Buchkinder zeigen Arbeiten auf Leipziger Buchmesse
Region Borna Pegauer Buchkinder zeigen Arbeiten auf Leipziger Buchmesse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:56 19.03.2019
In der Bibliothek Pegau wird auch gebastelt.
In der Bibliothek Pegau wird auch gebastelt. Quelle: Hans-Hermann Koch
Anzeige
Landkreis Leipzig

Ein eigenes Buch erschaffen und dies dann auf einer großen Messe vorstellen – das können Schüler vom Förderverein Buchkinder aus Pegau am Sonntag erleben. Seit einem Jahr hat der Verein in der Pegauer Breitstraße 13 einen eigenen Kinderbuchladen, wo Steppkes selbst aktiv werden.

Schon Kindergartenkinder beginnen dort mit dem Linolschnitt, ein eigenes Bild zu gestalten und können es dann mit einer großen, alten Walze drucken. „Weil sie noch nicht schreiben können, lassen wir Erwachsene uns ihre Geschichte erzählen und sind für die Kinder die Schreibmaschine“, sagt Christiane Neuhofer, die das Projekt vor Ort betreut und die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung in den höchsten Tönen lobt.

Von der Idee zum fertigen Buch

Die älteren Oberschüler werden ebenfalls kreativ und helfen später auch bei der Hintergrundarbeit. Sie scannen ein, arbeiten am Computer mit Bildbearbeitungsprogrammen, setzen Texte und Fotos – am Ende wird das Werk gedruckt.

So entstanden zum Beispiel in Pegau zwei Sammelbände „Echte Mannschaft“ und „Pegauer Geschichten“, auch ein Filmprojekt fand gerade seinen Abschluss. Der Verein bietet neben Projekten Montag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr eine offene Werkstatt an, wo Interessenten in der Breitstraße 13 sich einfach mal ausprobieren können. Mit seiner mobilen Druckwerkstatt ist der Förderverein Buchkinder auch in anderen Orten präsent, zum Beispiel in Grimma.

Mit ihren Arbeiten werden am Sonntag einige Pegauer Buchkinder am Stand des Fördervereins in der Messehalle 2 vor Ort sein. Geplant ist eine kleine Lesung sowie die Präsentation der Bücher im Großformat auf die Leinwand.

Auf bestimmte Verlage mit Grimmaer Kinder-Blick zugehen

Auch in den Bibliotheken des Landkreises spielt das Thema Buchmesse eine Rolle. Weniger was eigene Lese-Veranstaltungen betrifft, doch so manche Bibliothekarin nutzt die Messe für Weiterbildung und neue Ideen.

Zum Beispiel Katrin Örtl, Leiterin der Grimmaer Stadtbibliothek sowie kleinerer Büchereien in Ortsteilen. „Der Buchmarkt ist nahezu unüberschaubar“, sagt sie. „Bei der Buchmesse kann ich mich gut informieren, auch auf bestimmte Verlage zugehen.“

Vor allem für ihre kleinen Leser. In der Regel würden ja Eltern die Bilderbücher für ihre Kinder auswählen. Doch als Bibliothekarin hat sie die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen sich oft von Bildern inspirieren lassen, von denen Erwachsene nicht sofort begeistert sind. Einen Teil ihrer Neuanschaffungen sucht sie sich auf dieser Messe aus.

Etat für Neuanschaffungen schrumpft immer mehr

Allerdings schrumpft der Etat immer mehr. Gab es zum Beispiel 2014 noch eine Förderung vom Kulturraum von 46.000 Euro, seien es in diesem Jahr noch 29.600 Euro. „Es ist noch nicht bedrohlich, aber bedenklich“, so die Leiterin, in deren Haus 1800 Leser gemeldet sind, die 21.000 Mal im Jahr in ihre Bibliothek kommen.

Eine gute Zusammenarbeit gebe es in Grimma mit den Kindereinrichtungen. Zudem bietet das Haus der Bücher jeden Montag ab 16.30 Uhr eine Vorlesestunde an. „Vorlesen ist die allerbeste Sprachförderung“, sagt Katrin Örtl. Sie stelle fest, dass ein Teil der Kindergartensteppkes zunehmend Sprachschwierigkeiten hat, was beunruhigend sei, da es für diese Kinder später auch in der Schule schwierig werden könnte.

Groitzscher Märchentage zum Tag des Buches

Derzeit fragen Leser bei ihr interessiert nach dem Buchmesse-Programm. „Auch wenn es dort um Kaufen und Verkaufen geht, ist das eine schöne Publikumsmesse, die Leute zum Buch zieht“, meint die Grimmaerin.

In der Mediothek Borna wird die Messe zur Weiterbildung genutzt, eine Fachkraft nimmt am Bibliothekskongress teil. In Groitzsch schafft es Bibliotheksleiterin Kathrin Kroschk dieses Jahr nicht, auf die Messe zu fahren, derzeit sei zuviel zu tun. Zum Welttag des Buches im April bereitet sie eine Reihe von Veranstaltungen vor. Dazu gehört eine kleine Buchausstellung zum Geburtstag von Hans Christian Andersen, Märchentage mit Hort und Kindergarten sowie ein Bücherflohmarkt.

Nächstes Jahr nimmt sie sich das wieder vor, zur Leipziger Buchmesse zu fahren. Denn: „Es ist interessant und wichtig, um neue Bücher kennen zu lernen und zu Autoren Kontakt zu knüpfen.“

Von Claudia Carell