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Borna Pilotphase für Biotonne im Landkreis Leipzig startet
Region Borna Pilotphase für Biotonne im Landkreis Leipzig startet
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10:30 18.08.2018
Auf dem Markt in Rötha hat das Entsorgungsunternehmen Kell die Biotonne vorgestellt. In der Stadt wird das System jetzt ein Jahr getestet. Quelle: André Neumann
Rötha

Sie ist schwarz, hat eine grünen Deckel und fasst 120 Liter. Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens Kell des Landkreises Leipzig haben am Donnerstag auf dem Röthaer Marktplatz die Biotonne vorgestellt, mit der ab 2020 flächendeckend im Landkreis Leipzig Küchen- und Gartenabfälle gesammelt werden sollen. Unterdessen werden schon seit Montag in Rötha und den Ortsteilen rund 1200 Tonnen verteilt. 2000 sollten es ursprünglich sein, doch 800 Grundstückseigentümer ließen sich schon vor der Testphase befreien, weil sie selbst kompostieren.

Die Stadt Rötha wurde von der Kell als Testfeld für die Pilotphase auserkoren. Die Internetseite www.biolino.info ist als Informationsplattform für die Einführung der Biotonne eingerichtet worden. Dort heißt es: „Rötha ist die ideale Region, weil sie ein repräsentatives Abbild des Abfallaufkommens des Landkreises Leipzig darstellt.“

Neues Sammelsystem wird gesetzlich gefordert

Zwei Wochen vor dem Start am 1. September waren die Röthaer am Donnerstag eingeladen, sich aus erster Hand über die neue Entsorgungsmöglichkeit zu informieren. Neben mehreren Mitarbeitern der Kell war die WEV, die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft vertreten, die die Deponie Cröbern betreibt, außerdem der Verein Ökolöwe.

Der größte Andrang herrschte schon, als die Stände noch aufgebaut wurden. Vor allem einige Kinder hatten am Morgen Spaß daran, zu sehen, wie die Tonne in den Bauch des Abfallsammelfahrzeuges ausgekippt wird. Dieser Vorgang, den Kell-Mitarbeiter Sebastian Schmelzer auf Knopfdruck auslöst, ist wahrscheinlich noch das einfachste an der Biotonne und am neuen Sammelsystem, zu dessen Einführung der Landkreis durch das seit 2015 geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet ist.

Tonnen sind mit Geruchsfilter ausgestattet

Um alles andere ranken sich noch jede Menge Fragen, und viele davon hatten mit der glühenden Sonne zu tun, die auf die weißen Zelte und Tische der Infostände schien, zwischen denen eine Biotonne stand, die mit feiner Komposterde gefüllt war, auf der Blumen wuchsen. Im Gegensatz zu diesem hübschen Arrangement fürchteten nämlich gleich mehrere Fragesteller „Maden und Gestank“ in und aus der Tonne mit Resten aus Küche und Garten.

So sieht der Filterdeckel für die Biotonne von innen aus. Er soll Gestank verhindern. Quelle: André Neumann

Die Antworten klingen einfach. Ob sie es in der Praxis auch sind, muss sich erst zeigen: „Stellen Sie die Biotonne in den Schatten“, erklären die Kell-Mitarbeiter geduldig. Sandra Kriehme weist zudem auf den Biofilterdeckel hin, der Abhilfe schaffen soll. Für die einjährige Versuchsphase in Rötha sind 100 Tonnen damit ausgestattet worden. Kostenlos, so wie auch generell während des Pilotversuchs keine Kosten für die Nutzer anfallen. Später wird das anders sein. Doch über die Höhe der Kosten für die Tonne wie auch für den Filterdeckel könne jetzt noch nichts gesagt werden, bittet Kriehme um Verständnis. Das wisse man erst nach der Auswertung der einjährigen Versuchsphase, wenn klar ist, wie viel Biomüll überhaupt anfällt und wie sauber der getrennt wird beziehungsweise wie viele Verunreinigungen herausgeholt werden müssen.

Verunsicherung und Neugier bei den Röthaern

Das ganze System, gibt Sandra Kriehme zu verstehen, sei nicht nur für die Röthaer etwas Neues, sondern auch für den Entsorger selbst. „Wir entwickeln uns mit den Röthaern“, sagt die Sprecherin der Kell. Und immerhin sind auch einige Röthaer immerhin bereit, sich auf das Experiment einzulassen. Mehrere greifen beim Informationsmaterial gern zu und nehmen auch Flyer für ihre Nachbarn mit. Und der vierjährige Collin freut sich über einen Bio-Abfalleimer.

Mit einem Anschreiben im Mai, Flyern, Internetauftritt und Veröffentlichungen in Amtsblättern müht sich die Kell redlich, die Bürger zu informieren. Trotzdem herrschte unweit des Marktplatzes in der Böhlener Straße bei einigen Bewohnern die pure Überraschung, als die neue Tonne am Morgen plötzlich vor der Tür stand. „Ich hab die gar nicht bestellt“, sagte Rentner Peter Just und ließ den Behälter erstmal auf der Straße stehen. „Wir haben doch hinten einen Komposter“. Nachbarin Elisabeth Krone will sie immerhin nutzen, es stehe ja drauf, was alles hinein soll. Vieles davon warf sie bisher in die Restmülltonne.

Von André Neumann

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