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Borna Pödelwitzer fordern Klarheit für ihr Dorf
Region Borna Pödelwitzer fordern Klarheit für ihr Dorf
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13:54 05.02.2019
Pödelwitz: Eine Fahne mit der Aufschrift "Stopp Kohle jetzt..." hängt am Ortseingangsschild der vom Braunkohleabbau bedrohten Gemeinde südlich von Leipzig. Quelle: picture alliance/dpa
Borna/Schleenhain

Obwohl die Besetzung des Tagebaugroßgerätes im Abbaufeld Schleenhain am Montag friedlich beendet wurde, lässt der Druck nicht nach. Die verbliebenen Einwohner des vom Kohleabbau bedrohten Ortes Pödelwitz fordern jetzt von der sächsischen Landesregierung ein klares Statement. Dass der Tagebau südlich von Leipzig immer näher an ihr Dorf heranrückt, haben sie in den zurückliegenden Jahren hinnehmen müssen.

Beamte der Polizei sind dabei, die Aktivisten von dem besetzten Bagger im Tagebau Schleenhain herunterzuholen. Quelle: Tino Wagner

Kampf um Pödelwitz seit 2009

„Doch wir dachten, er zieht vorbei“, sagt Thilo Kraneis, der seit seiner Kindheit in dem Ort lebt. Das habe sich schlagartig geändert, als das Braunkohleunternehmen Mibrag im Jahre 2009 mit dem Kauf von Grundstücken in dem Dorf und der Umsiedlung der Bewohner begann. „Da war uns bewusst, unser Ort soll weg“, sagt der 51-jährige Schlosser. Seitdem kämpft er mit Mitstreitern für den Erhalt des Dorfes.

Große Hoffungen setzten die Pödelwitzer auf die Entscheidung der Kohlekommission – und wurden enttäuscht. „Da steht mit keinem Wort drin, dass kein Dorf mehr in Deutschland wegen der Braunkohle evakuiert werden soll“, sagt Jens Hausner, Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“. Zwar habe die Kommission den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2038 empfohlen. Doch der Tagebau Vereinigtes Schleenhain habe eine Betriebserlaubnis bis 2040. „Warum kommt dann nicht eine klare Ansage? Die Unsicherheit in unserem Ort ist weiterhin groß“, klagt Hausner.

Planungen für Erweiterung des Tagebaus laufen

Absetzer 1124 im Tagebau Schleenhain. Hier wird die Kohle für das Kraftwerk Lippendorf gefördert. Quelle: Jens Paul Taubert

Die Landesregierungen in den Bergbauländern seien von der Kommission lediglich um einen Dialog mit den Betroffenen gebeten worden, beklagt Hausner. Das sei zu wenig. „Die Bürgerinitiative fordert von der Landesregierung eine klare Zusage für den Erhalt des Ortes“, sagt er. Die Planungen für die Erweiterung des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain müssten sofort eingestellt werden.

Ausstieg für Bergbauunternehmen Mibrag zu früh

Etwa 500 Meter liegt Pödelwitz vom Tagebau Vereinigtes Schleenhain entfernt. Das Braunkohleunternehmen Mibrag wollte ursprünglich weitere Flächen für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain nutzen, um den Rohstoff für das Kraftwerk Lippendorf zu fördern. Eigenen Angaben zufolge kommt für die Mibrag der Ausstieg zu früh. „Dieser Zeitraum ist auch für einen Strukturwandel zu knapp“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Armin Eichholz, kürzlich im Tagebau Profen.

Auch Obertitz soll noch der Kohle geopfert werden

Auch in Sachen Kohleabbau gibt sich das Unternehmen noch nicht geschlagen. Hinsichtlich der Erweiterung des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain seien bislang keine Änderungen vorgesehen, ließ Eichholz verlauten. Die Umsiedlung des Ortes Pödelwitz sei nahezu abgeschlossen, von rund 130 Menschen würden nur noch knapp über 20 im Ort wohnen. Auch an der geplanten Umsiedlung von Obertitz mit rund 50 Einwohnern wolle man vorerst festhalten.

Klimaaktivisten haben im Tagebau Schleenhain einen Bagger besetzt. Vor dem Gelände haben sich mehrere Umweltschützer zu einer Mahnwache versammelt. Quelle: Kathrin Haase

Gegen diese Pläne hatten am Dienstag 17 Klimaaktivisten der Gruppe Ende Gelände protestiert. Sie waren in den Morgenstunden auf die Brücke eines Großraumgerätes gestiegen, hatten den Betrieb im Tagebau Schleenhain lahmgelegt und Transparente mit der Forderung nach einem sofortigen Kohleausstieg ausgerollt. Bereits am Sonnabend waren Hunderte Menschen gegen den Kohle-Kompformiss in Leipzig auf die Straße gegangen.

Zusammen mit der Bürgerinitiative „Pro Pödelwitz“ planten auch am Dienstag Klimaaktivisten eine Demonstration in der Leipziger Innenstadt. Sie soll in der Nähe des Hauptbahnhofes starten und die Teilnehmer um den Innenstadtring führen.

Von Birgit Schöppenthau/dpa

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