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Borna Pötzschauer Zwiebelernte zieht sich noch bis Ende Oktober
Region Borna Pötzschauer Zwiebelernte zieht sich noch bis Ende Oktober
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14:00 14.10.2019
Blick in die Zwiebellagerhalle der Agrargenossenschaft Pötzschau in Rötha. Quelle: Jens Paul Taubert
Rötha

Zwiebellauf, Zwiebelfrau, Zwiebelkönigin, neuerdings auch wieder eine köstliche ZwiebelpralineBorna schmückt sich gern mit dem Attribut Zwiebelstadt. In großem Stil angebaut, wird das scharfe Schalengemüse allerdings nicht unmittelbar vor den Toren der Großen Kreisstadt, sondern ein paar Kilometer entfernt.

Größter Zwiebelanbauer der Region ist nämlich die Agrargenossenschaft Pötzschau. Die hat ihren Sitz in Rötha, wo die Zwiebeln auch gelagert werden. Die Felder, auf denen die Zwiebelroder vermutlich noch bis fast Ende Oktober unterwegs sein werden, befinden sich bei Rötha, bei Mölbis, bei Dreiskau-Muckern und bei Pötzschau, wo sich mit 37 Hektar in dieser Saison der größte Zwiebelacker erstreckte.

Zwiebeln wachsen im nächsten Jahr auf anderem Feld

In den nächsten Jahren müssen die Zwiebeln anderswo gedeihen. „Denn“, erklärt Nico Künzel vom Vorstand der Genossenschaft, „bei Zwiebeln muss eine Anbaupause von sechs Jahren eingehalten werden.“

In der Zwiebelhalle werden die Knollen nach Größe sortiert. Quelle: Jens Paul Taubert

Genügend andere Flächen gibt es, denn die Agrargenossenschaft Pötzschau bewirtschaftet insgesamt 2400 Hektar Flächen. Zwiebeln wurden in diesem Jahr auf 187 Hektar angebaut.

Die werden übrigens nicht gesteckt, so wie vermutlich in den meisten heimischen Gärten, sondern auf den Feldern gesät. Von einer Maschine, die die Samenkörner mittels eines gezielten Luftstrahls zwischen Mitte März und Ende April im Abstand von exakt 4,56 Zentimetern in die Reihen legt.

Der Röthaer Betrieb baut frühe Sorten und Lagersorten an. Erstere können schon im Spätsommer geerntet werden und werden gleich verkauft. Zu einer Zeit, zu der die Preise am Markt noch besser seien, sagt Künzel.

Nico Künzel vom Vorstand der Genossenschaft, (hier auf einem Getreidefeld),, „Bei Zwiebeln muss eine Anbaupause von sechs Jahren eingehalten werden.“ Quelle: André Neumann

Lagersorten der Zwiebeln überwintern in einer klimatisierten Halle

Später werden so genannte Lagersorten geerntet. Die überwintern in einer klimatisierten Halle auf dem Gelände der Agrargenossenschaft in Rötha bei drei bis vier Grad Celsius und werden im kommenden Frühjahr vermarktet. Rund 3000 Tonnen haben im Kühlhaus Platz.

Die frühen und mittelfrühen Sorten werden dagegen in einer Halle ohne Kühlung aber mit Unterflurbelüftung aufbewahrt. Denn trocken müssen die Zwiebeln auf jeden Fall liegen. Insgesamt kann die Agrargenossenschaft in Rötha knapp 6000 Tonnen Zwiebeln lagern.

So viele werden die Zwiebelbauern in diesem Jahr aber gar nicht ernten. Nico Künzel schätzt, dass man am Ende rund 5000 Tonnen von den Feldern geholt haben wird. Das wären rund 25 Tonnen Brutto-Ernte pro Hektar. „In guten Jahren sollten es eigentlich 45 bis 50 Tonnen sein“, sagt der Landwirt.

Bis zu 6000 Tonnen Zwiebeln können in Rötha insgesamt gelagert werden. Quelle: Jens Paul Taubert

In trockenem Sommer wächst die Zwiebel nicht weiter

Doch in einem trockenen Sommer wie diesem und dem vorigen wird das Zwiebelkraut eher trocken, die Zwiebel wächst dann nicht weiter. Somit seien die Früchte kleiner und der Ertrag geringer, erklärt Künzel.

Wie lange genau die Ernte sich im Oktober noch hinzieht, hängt auch wieder vom Wetter ab. Denn während es im Frühjahr und Sommer ruhig deutlich mehr hätte regnen können, brauchen es die Zwiebelbauern jetzt bei der Ernte eher trocken, um ihr Gemüse sicher und schadlos unter Dach und Fach zu bekommen. Da es zuletzt einige Male stark geregnet hat, könnte die Ernte noch bis Ende Oktober dauern, befürchtet Künzel.

Von André Neumann

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