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Borna Pro Pödelwitz nicht zufrieden mit Kommission
Region Borna Pro Pödelwitz nicht zufrieden mit Kommission
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08:06 28.01.2019
Braunkohleabbau im Tagebau Vereinigtes Schleenhain bei Pödelwitz. Quelle: Jens Paul Taubert
Groitzsch/Pödelwitz

Monatelang hatte die Kohlekommission gekreißt. Was sie nun gebar, lässt Jens Hausner enttäuscht zurück. „Mit den Tagebau-Betroffenen ist da kein Konsens drin“, sagt der Sprecher der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz. „Die vom Braunkohleabbau bedrohten Dörfer sind weiter nicht abgesichert. Damit wird der soziale Frieden in den Revieren nicht wieder hergestellt.“

Er hätte sich eine Festlegung gewünscht, dass keine Orte mehr devastiert werden können. „Das hätte klar gesagt werden müssen. Es ist unverantwortlich, die Bewohner im Revier weiter in Unklarheit zu lassen.“ Das sei keine Politik im Sinne der Menschen hier. Gerade für den Tagebau Vereinigtes Schleenhain, an dessen Rand sich der gefährdete Groitzscher Ortsteil Pödelwitz befindet, hätte eine klare Ansage kommen können und müssen, so Hausner.

Jens Hausner, Sprecher der Bürgerinitiative Pro Pödelwitz, hat seine Online-Petition mit mehr als 93.000 Unterschriften gegen die Zwangsenteignung für den Kohleabbau an die Kohlekommission der Bundesregierung übergeben, die in Halle/Saale getagt hat. Quelle: privat

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission mit dem eigentlichen Namen „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ hat den Abschluss der Kohlenutzung für 2038 empfohlen. „Der Rahmenbetriebsplan für Schleenhain sieht aber bereits einen Abbau bis 2040 vor, ohne dass Pödelwitz und auch Obertitz abgebaggert werden“, sagt Hausner. Es gebe also keinerlei Gründe für das Aus der Dörfer. „Dennoch strebt die Mibrag das weiter an.“

In einer Erklärung dieses Fördererunternehmens Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft spielt Pödelwitz keine Rolle. Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung, spricht von einem „harten Schlag für die Region, unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter“. Der Bericht werde intensiv geprüft auf die Auswirkungen im Mitteldeutschen Revier. „Das frühe endgültige Auslaufen bis 2038 ist in Anbetracht der für den Strukturwandel notwendigen Zeit zu ambitioniert“, so Eichholz. Er sehe die Empfehlungen der Kommission daher als Grundlage für weitere Gespräche mit der Landes- und Bundesregierung.

Mibrag-Vorstand Armin Eichholz (r.) hat im März 2018 am Rande des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) empfangen. Quelle: Jens Paul Taubert

An die Landespolitik wendet sich auch der Pödelwitzer Hausner. „Wir fordern sofortige Anpassungen der Landesentwicklungspläne, Reduzierung der bereits genehmigten Abbauflächen und den Erhalt sämtlicher Ortschaften.“ Ansonsten seien die Kohlegegner gewillt, weiter für ihre Anliegen und ihre Heimat zu kämpfen. Klar sei schon, dass es am 2. Februar in Leipzig eine große Demonstration von verschiedenen Umweltgruppen geben soll, wo sie sich Luftmachen über die unzureichenden Beschlüsse der Kohlekommission.

Von Olaf Krenz

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