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Borna Protest und Unterschriften gegen Aus für Sparkassen-Container in Kitzen
Region Borna Protest und Unterschriften gegen Aus für Sparkassen-Container in Kitzen
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07:00 16.02.2017
Die Sparkasse Leipzig hat angekündigt, den Selbstbedienungs-Container in Kitzen, Ernst-Thälmann-Straße aus dem Verkehr zu ziehen.
Die Sparkasse Leipzig hat angekündigt, den Selbstbedienungs-Container in Kitzen, Ernst-Thälmann-Straße aus dem Verkehr zu ziehen. Quelle: Mathias Bierende
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Pegau/Kitzen

Es brodelt in der Ortschaft Kitzen. „Ob es Kritik an der geplanten Schließung des Sparkassen-Containers gibt?“, fragte Ortsvorsteher Wolfgang Körner ungläubig zurück. „Es gibt massive Proteste. In den Geschäften liegen Listen zur Unterschriftensammlung aus. Und in den Dörfern ohne Läden gehen Leute mit den Listen von Tür zu Tür.“ Der Selbstbedienungs-Standort in der Ernst-Thälmann-Straße werde doch stark genutzt. Nicht nur von Einwohnern aus den elf Kitzener Dörfern, sondern auch von Bürgern aus Orten der Stadt Lützen im benachbarten Sachsen-Anhalt sowie aus dem Raum Zwenkau. „Für mich ist das ein Skandal, dass die Sparkasse Leipzig hier zumachen will“, bezog Körner selbst klar Position.

Längst haben die Kitzener ihren Bürgermeister in Pegau mit den Beschwerden bestürmt. „Klar, die Sparkasse will sparen“, sagte Frank Rösel (parteilos) in der jüngsten Stadtratssitzung. „Aber es ist nicht in Ordnung, dass sie deshalb den SB-Standort in Kitzen schließt. Ich habe mein Missfallen gleich am 2. Februar in einem Schreiben dem Vorstandsvorsitzenden Harald Langenfeld mitgeteilt.“

Können die Menschen ihr Bargeld vor Ort holen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie es auch bei den Händlern im Dorf ausgeben, so Stadtchef Rösel. „Als der Container mal eine Zeitlang außer Betrieb war, hat der Bäcker schon über einen geringeren Umsatz geklagt.“ Wenn die Leute aber andernorts ihr Geld aus dem Automaten ziehen, würden sie es auch in der Gegend lassen. Nachdem es im nahen Großdalzig (Stadt Zwenkau) kein Finanzinstitut mehr gegeben hatte, musste der Fleischer schließen, stellte der Bürgermeister einen Zusammenhang her.

Es dürfe sicherlich nicht alles ökonomisch betrachtet werden, mahnt Rösel die Sparkasse. Dennoch habe er dem Unternehmen das Angebot unterbreitet, die Standplatzmiete für den Container in Höhe von 102,26 Euro zu erlassen. „Dass ein Auto, eine fahrbare Filiale, kommt, ist keine echte Alternative, da das an knappe Zeiten gebunden ist.“

Da weiß er sich eins mit Ortsvorsteher Körner, der auch Pegauer Stadtrat (Freie Wählergemeinschaft Kitzen) ist. „Die Sparkasse muss sicher wirtschaftlich denken, aber mindestens ebenso wichtig ist es, dass sie menschlich denkt“, so Körner.

Er hat, sagte Bürgermeister Rösel, den Vorstandsvorsitzenden zu einem Ge­spräch nach Pegau eingeladen. Und Langenfeld habe für Ende Februar zugesagt.

Von Olaf Krenz