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Borna Radschnellwege nach Naunhof und Markkleeberg geplant
Region Borna Radschnellwege nach Naunhof und Markkleeberg geplant
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09:04 04.06.2019
Durch die Farbschablone eines stilisierten Fahrrades ist ein Teilstück des Radschnellweges Ruhr an der Universität zu erkennen. Quelle: dpa
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Landkreis Leipzig

Mit dem Fahrrad schnell von A nach B, ohne dass Ampeln oder Fußgänger stören – eine Studie hat jetzt Potenziale von Radschnellverbindungen auch in Sachsen ausgelotet. Fünf Korridore sind es, die die Experten im Umfeld von Leipzig ausgemacht haben und die alle von Leipzig aus ins Umland führen. Konkret geht es um Trassen nach Markkleeberg, Naunhof, Markranstädt, Taucha und Richtung Schladitzer See bei Schkeuditz.

Radschnellstraßen sollen Kfz-Pendlerverkehr reduzieren

Radschnellverbindungen sind hochwertige Radverkehrsanlagen, die ausschließlich dem Radverkehr dienen und ein durchgängig sicheres und komfortables Fahren mit hohen Geschwindigkeiten ermöglichen“, heißt es in dem Papier, das im Auftrag des Sächsischen Verkehrsministeriums entstand. „Sie sind durch besonders hohe Qualitätsstandards in der Linienführung, der Ausgestaltung, der Netzverknüpfung und der begleitenden Ausstattung gekennzeichnet.“ Radschnellwege sind etwa vier Meter breit und sollen vor allem helfen, den Kfz-Pendlerverkehr deutlich zu reduzieren, hatte Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) bei der Vorstellung der Ergebnisse erklärt.

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Vorbild ist der Radschnellweg Ruhr, der einmal von Hamm bis nach Duisburg führen soll. Quelle: dpa

Kosten liegen bei zwei Millionen pro Kilometer

Weder Kreuzungen, Ampeln noch Fußgängerüberwege sollen die Radler bremsen. In ihrer Bedeutung sind die Radschnellverbindungen daher Staatsstraßen gleichgestellt, heißt es in der Studie. Die Kosten sind dementsprechend hoch: Aufgrund des baulichen Aufwandes liegen sie bei rund zwei Millionen Euro pro Kilometer und damit ein gutes Stück über denen konventioneller Parcours. Um mit Bundesmitteln gefördert zu werden, muss außerdem ein entsprechender Bedarf vorliegen. Rund 2000 Pedalritter täglich gelten aktuell als Kriterium für eine finanzielle Starthilfe des Bundes.

Wege zur Arbeit und Ausbildung im Fokus

Da im Gegensatz zu touristischen Radwegverbindungen bei Schnellwegen vor allem Wege zur Arbeit oder Ausbildung im Fokus stehen, liegt der Untersuchung eine Betrachtung der Pendlerverflechtungen zu Grunde. Diese ergab vor allem im Umkreis der drei sächsischen Metropolen eine entsprechende Nachfrage.

Insgesamt hat die Studie elf Korridore mit einer Gesamtlänge von 133,6 Kilometern ausgemacht. Wann Radler auf flotter Fahrt von A nach B kommen, steht allerdings noch nicht fest: Erst einmal gelte es, die konkreten Vorschläge auf ihre Machbarkeit hin zu untersuchen und sich auch mit dem Kommunen abzustimmen, so das Ministerium.

Auch rund um Dresden Vorfahrt für Radfahrer

Neben der Leipziger Region will Sachsen vor allem im Umfeld der Landeshauptstadt in die Pedale treten. Hier sollen Verbindungen zwischen Pirna, Coswig, Freital und Radeberg nach Dresden ausgelotet werden. Außerdem stehen die Verbindungen Limbach-OberfrohnaZwickau und WerdauZwickau im Fokus.

Von Simone Prenzel

31.05.2019
31.05.2019