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Borna Rassegeflügel wird in Großstolpen gezeigt
Region Borna Rassegeflügel wird in Großstolpen gezeigt
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18:08 11.11.2018
Matthias Schöpke hat sich zur Zucht einer sehr seltenen Rasse entschieden –  hier zeigt er ein flauschiges Seidenhuhn.
Matthias Schöpke hat sich zur Zucht einer sehr seltenen Rasse entschieden – hier zeigt er ein flauschiges Seidenhuhn. Quelle: Bert Endruszeit
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Groitzsch/Großstolpen

Hühner sind was für den Bauernhof und rennen da nur herum? Das wäre zu kurz gegriffen, denn die Federtiere können auch zu kuscheligen Begleitern werden. Das zeigte am Wochenende Matthias Schöpke aus Oelzschau. Der 58-Jährige stellte auf der Kreisrassegeflügelschau in Großstolpen seine Seidenhühner aus.

Eine recht seltene Rasse

„Das sind richtige Streichel-Hühner, die fassen sich an, als ob sie ein Fell hätten.“ Die aus Asien stammenden Tiere hat Schöpke seit zwei Jahren. „Damals hatte ich mir rund 40 Eier geholt und in der Brutmaschine ausbrüten lassen.“ 80 Prozent davon seien geschlüpft und dann auch groß geworden. „Das ist eine recht seltene Rasse. Während die meisten Hühner vier Zehen haben, sind es hier fünf“, so Schöpke, der erster Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassegeflügelzüchter Borna ist. Die Seidenhühner haben eine schwarze Haut, schwarze Knochen und schwarzes Fleisch. „Wenn die in der Pfanne brutzeln, dann sieht das schon etwas seltsam aus“, so Schöpke.

Petra Penndorf mit La Fleche. Quelle: Bert Endruszeit

Zu verdanken hat er die Anschaffung der kuscheligen Hühner seiner Frau. Die entdeckte die Tiere damals auf der Leipziger Lipsia-Schau und war sofort Feuer und Flamme. „Seit 35 Jahren züchte ich Tauben, zu Studienzwecken kaufe ich mir dann immer mal verschiedene Zwerghühner.“ Die Seidenhühner seien da genau das Richtige – und nun sogar ausgezeichnet. „Ich habe heute ein Ehrenpreis erhalten, das ist schon eine schöne Anerkennung.“ Vor einer Ausstellung müsse man die Tiere übrigens baden, das Federkleid der frisch gewaschenen Hühner wirke dann wie eine weiche Decke.

Aus Frankreich stammende Rasse

Seltene Rassen haben es auch Petra Penndorf angetan. Die Vorsitzende des Groitzscher Rassegeflügelzuchtvereins hatte ein paar Exemplare der aus Frankreich stammenden Hühnerrasse „La Fleche“ mitgebracht. Wo andere Hühnerrassen einen Kamm haben, tragen diese Tiere zwei Hörner. Kein Wunder, dass sie deshalb ein durchaus diabolisches Aussehen haben. „Viele Leute nennen sie deshalb auch Wiesenteufel“, erklärte die 50-Jährige. Diese Rasse ist uralt, schon auf der ersten Ausstellung des 1888 gegründeten Groitzscher Vereins sind solche Hühner zu sehen gewesen. „Ich züchte sie schon, seit ich 14 Jahre alt bin. Sie sind sehr ruhig und scheu und haben ihren eigenen Kopf.“

Tiere sollen auch genügend Eier legen

Marco Schön nutzte die Ausstellung, um ganz gezielt neue Tiere zu finden. „Ich züchte noch nicht selbst“, sagte der aus Prößdorf bei Lucka stammende Besucher. „Die Tiere müssen mir gefallen, und sie sollen auch genug Eier legen.“ Schließlich gebe es auch Rassen, die eher Suppenhühner sind und daher nur wenig Eier legen. „Meine Favoriten sind heute aber leider nicht hier, Nackthalshühner gefallen mir nicht, und die Zwerghühner sind mir zu klein.“ Doch er werde den gewünschten Hahn schon noch finden. Schön: „Ein Bauernhof ohne Hühner – das geht ja gar nicht.“

Von Bert Endruszeit