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Borna Regenbogenflagge hängt nun wieder
Region Borna Regenbogenflagge hängt nun wieder
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19:51 06.07.2018
Stadtchefin Simone Luedtke hisst die Friedensfahne, Carlo Hohnstedter die Regenbogenflagge.
Stadtchefin Simone Luedtke hisst die Friedensfahne, Carlo Hohnstedter die Regenbogenflagge. Quelle: Claudia Carell
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Borna

Seit 2008 hisst die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke) alljährlich auf dem Markt die Friedensflagge des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace (Bürgermeister für den Frieden). Am Freitagmittag war es wieder so weit: Die grün-weiße Fahne mit der Friedenstaube stieg am Mast vor der Touristinformation empor.

„Kein Land braucht Krieg“

Das ist für die Stadtchefin kein leeres Ritual. „Die Grundidee ist gut. Krieg braucht kein Land“, sagte sie. Bis nach Deutschland seien Folgen von Kriegen zu spüren, zum Beispiel bei der Asylthematik.

Sogar in ihrer eigenen Familie ist dies ein Thema. Ihre Tochter hat sich für 13 Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet. Dazu gehören Auslandseinsätze, auch in Krisengebieten. „Ihr, die Politiker, schickt uns doch dorthin“, meinte neulich ihre Tochter. „Da hat sie vollkommen recht, auch wenn diese Entscheidungen in Berlin fallen“, so Luedtke.

Für Welt ohne Atomwaffen

Das Netzwerk Mayors for Peace, zu dem rund 7000 Mitgliedsstädte in 162 Ländern gehören, setzt sich ein für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Die Organisation wurde 1982 gegründet. Alljährlich hissen Bürgermeister die Flagge in ihren Städten. Neben Borna beteiligen sich daran noch einige andere Kommunen des Landkreises, „aber vielen ist es auch eher unbekannt“, so die Oberbürgermeisterin.

Regenbogenflagge im Vorjahr geklaut

Drei Fahnen wurden am Freitag gehisst. Neben der Borna-Flagge noch die mit den Regenbogenfarben. Seit den 1970er Jahren gilt sie als internationales schwul-lesbisches Symbol. Das Bornaer Kinder- und Jugendparlament zeigte sie im Zusammenhang mit der Friedensaktion im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem Marktplatz. Doch sie hing dort nicht lange.

Wie der 21-jährige Carlo Hohnstedter berichtete, wurde der Fahnenmast aus der Verankerung gerissen und die bunte Flagge geklaut. Das zeige die „Homophobie in der Kleinstadt“, erklärte er.

Das Jugendparlament hisste sie dieses Jahr erneut, um auf Vielfalt in der Gesellschaft und Nicht-Diskriminierung bei sexueller Orientierung hinzuweisen. „Zehn Prozent der Menschen sind homosexuell. In Borna öffentlich wahrscheinlich weniger, weil sie sich nicht outen“, so Hohnstedter.

Von Claudia Carell