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Borna Regis-Breitingen: Kaninchen im Keller – Rentnerin droht Kündigung der Wohnung
Region Borna Regis-Breitingen: Kaninchen im Keller – Rentnerin droht Kündigung der Wohnung
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00:21 06.11.2017
Helga Stanger zeigt die Kaninchenställe im Keller des Hauses, in dem sie Mieterin ist. Derzeit sind sie leer. Quelle: Matthias Klöppel
Regis-Breitingen

Süße, runde Knopfaugen und ein kuschelig weiches Fell: Kaninchen lassen nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Das weiß auch Helga Stanger aus Regis-Breitingen. Für die 67-Jährige sind die kleinen Säuger mehr als liebenswerte Mitbewohner. Sie hält sich die Tiere aus medizinischen Gründen, zuletzt bis zu zehn Stück. Doch seit geraumer Zeit liegt sie deswegen im Clinch mit ihrer Hausverwaltung. Ihr droht sogar die fristlose Kündigung.

Stanger war sehr lange krank. Nach dem Tod ihres Mannes fiel sie in ein Loch – wie sie es formuliert, musste viele Tabletten nehmen. Inzwischen ist sie zu 80 Prozent schwerbehindert, hat Knieprobleme, kann nur schwerlich laufen. Auf Anraten ihres Arztes hat sie sich vor zwei Jahren Kaninchen zugelegt. Diese leben im Keller des Hauses in einem Stall. „So habe ich eine Abwechslung. Eine Tätigkeit, bei der ich mich bewegen muss“, sagt die gebürtige Rheinländerin, die seit 46 Jahren in dem Wohngebiet sesshaft ist, seit 1998 in der aktuellen Wohnung.

Beschwerde bei der Wohnungsverwaltung

Mit den Nachbarn habe sie sich in all der Zeit immer gut verstanden, erzählt sie. Einer, der mit im Haus wohnt, hat sich nun aber bei der Wohnungsverwaltung beschwert, der Kleemann Immobilien-Betreuung UG (K-I-B). Der Vorwurf: Durch die Kaninchen und deren gelagertes Futter herrsche eine Mäuseplage. Daraufhin hat ein Kammerjäger Köderboxen aufgestellt. „Gleich zehn oder elf Stück in meiner Wohnung und noch mehr im gesamten Gebäude“, sagt Stanger, die nicht daran glaubt, dass ihre Fellträger an dem Nagerbefall schuld sind. „Wir sind hier auf dem Land, haben alle Komposthaufen. Mäuse sind da nichts Ungewöhnliches.“ Wer den Schädlingsbekämpfer gerufen hat, weiß sie nicht. Sie vermutet die K-I-B. Den knapp 900 Euro teuren Einsatz soll sie selbst bezahlen, weigert sich allerdings.

Briefe, die Stanger von der Wohnungsverwaltung bekommt, sind nicht sehr freundlich formuliert. Weil sie die Kaninchen im Keller hält, habe sie gegen ihren Mietvertrag verstoßen, heißt es in dem Schreiben, das zuletzt eintraf. Eine Tierhaltung sei nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Vermieters zulässig. „Die habe ich tatsächlich nicht eingeholt“, gibt Stanger zu. Die Geschäftsführerin von K-I-B war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Lenk: „Dass sich alles so hochschaukelt, wäre nicht nötig gewesen“

Aus dem Briefwechsel geht ebenfalls hervor: Sollten die Vierbeiner nicht aus dem Haus entfernt werden, behält sich der Eigentümer des Gebäudes, die Stadtverwaltung Regis-Breitingen, das Recht vor, eine Kündigung auszusprechen. Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) bestätigt das auf Nachfrage. „Frau Stanger hat gegen ihren Mietvertrag verstoßen“, sagt er, weil sie ohne Rücksprache eine Kleintierzucht in einer nicht mehr zumutbaren Größenordnung betrieben habe. „Dass sich das alles so hochschaukelt, wäre nicht nötig gewesen“, findet der Rathauschef, der darauf verweist, dass bereits mehrere Vororttermine auf Wunsch der Anwohnerin verschoben worden seien.

Helga Stanger möchte die Kaninchen gerne behalten, hat sie aber vor kurzem ihrem Sohn mitgegeben. „Was nun wird, weiß ich nicht“, sagt sie. Am Donnerstag soll es bei ihr einen weiteren behördlichen Kontrollbesuch geben.

Von Matthias Klöppel

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