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Borna Regiser Sparte „Bergmannsruh“ feiert 80. Geburtstag
Region Borna Regiser Sparte „Bergmannsruh“ feiert 80. Geburtstag
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14:00 25.05.2019
Die Kleingartensparte „Bergmannsruh“ feiert am 1. Juni 2019 mit einem Vereinsfest ihren 80. Geburtstag. Der Eingang vom Bergmannsring. Quelle: Olaf Krenz
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Regis-Breitingen

Ein idyllisches Areal hat sich mitten in Regis-Breitingen entwickelt, wo einst im Tagebau Regis II Braunkohle gefördert worden war. Vielmehr: Die grüne Oase wurde von Menschenhand geschaffen. Die Anfänge des Kleingartenvereins „Bergmannsruh“ liegen im Mai 1939. Damals war die Anlage I von heute insgesamt sieben entstanden. Am 1. Juni feiern die Hobbygärtner ein Vereinsfest zum 80-jährigen Bestehen.

Ingo Theuer (r.), stellvertretender Vorsitzender der Sparte „Bergmannsruh“, im Gespräch mit Pächter Gerhard Buff. Quelle: Olaf Krenz

Festzelt für 80. Geburtstag des Vereins „Bergmannsruh“

„Wir bauen natürlich ein großes Festzelt auf“, sagt Ingo Theuner, der verantwortliche Stellvertreter des Vorsitzenden Peter Kimmel. Von 14 bis 1 Uhr soll dort gefeiert werden. Los geht es mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen. Für den Nachwuchs gibt es Kinderschminken, und der Kaninchenverein Deutzen zeigt seine langohrigen Vierbeiner. Zudem werden Künstler ihr Projekt „Inside Out“ vorstellen, das in der Sparte entsteht.

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Drei musikalische Blöcke beim Fest in Regis

Ab 15 Uhr wird das Gesangsduo Sylvia und Laurent das Publikum mit Melodien von Schlager bis Volksmusik unterhalten. Dann betritt Gerd Christian gegen 17.30 Uhr die Bühne, der in der DDR mit „Sag ihr auch“ den Durchbruch geschafft und später internationale Hits wie „Gloria“ und „Santa Maria“ (nach-)gesungen hatte. Natürlich bringt er auch neue Titel. Und schließlich, sagt Theuer, spielt die sächsisch-thüringische Hit-Express-Band mit der einheimischen Sängerin Katja Syrbe zum Tanz für Jung und Alt.

Mit solchen Lauben hat 1939 alles auf aufgeschüttetem Boden angefangen. Quelle: Olaf Krenz

Wie die Geschichte der Sparte begann

Der Vereinsvize kündigt an, dass für den Blick in die Geschichte und auf den aktuellen Stand wieder eine Broschüre erscheint. Wie zum 60-Jährigen. In der 1999er-Ausgabe steht, dass zwar nach dem Zusammenschluss der Landgemeinde Breitingen und der Stadtgemeinde Regis von 1920 einige Park- und Grünanlagen geschaffen wurden. Doch fand sich dann auch hier eine immer größere Anhängerschaft der aus Leipzig stammenden Idee der Schrebergärten.

Es bildete sich ein Verein um den Vorsitzenden Artur Schmelzer, der mit einem Darlehen aus der Stadtkasse, zurückzuzahlen über 25 Jahre, auf nach dem Tagebau aufgeschütteten Boden insgesamt 22 Parzellen beiderseits eines Gangs hinter dem heutigen Spartenheim „Petersilie“ anlegte und dann an die Glücklichen aus einer größeren Zahl Bewerber abgab. Von den im Auftrag der Stadt errichteten Gartenlauben sind aktuell immer noch einige zu sehen. Über die Jahre wuchs der Verein nördlich und südlich sowie westlich bis fast an die Pleiße heran.

Wie es heute um die siebenteilige Anlage in Regis steht

Heute bestehen knapp 200 Parzellen in sieben (Teil-)Anlagen. Knapp 30 sind derzeit frei. „Die meisten unserer Mitglieder sind mit ihren Gärten alt geworden“, meint Theuer schmunzelnd. Der Großteil sei wohl zwischen 60 und 80 Jahre alt. Er selbst liegt fast in der Mitte und ist, als er von Thräna in den Breitingener Neubau gezogen war, seit 1984 dabei. Er hat also selbst ein Jubiläum, das 35.

„Allerdings“, hebt er hervor, „interessieren sich zunehmend junge Familien fürs Hobbygärtnern, sogar Leipziger haben wir schon hier.“ Wegen der schönen Anlage und der vergleichsweise geringen Kosten. Wobei sie die heute viel strengeren Regularien nach dem Bundeskleingartengesetz nicht so gut finden. „Bisher haben wir das immer geregelt.“

Passend zum Namen, hat das Vereinslokal „Petersilie“ der Kleingartensparte „Bergmannsruh“ in Regis-Breitingen 2018 dieses Wandbild erhalten. Quelle: Udo Zagrodnik

Neuer Pächter für renoviertes Vereinsheim in Aussicht

Vor zwei Jahren brachte der Verein sein Lokal „Petersilie“ auf Vordermann. „Circa 20.000 Euro haben wir für Toiletten, Elektrik, Renovieren und Außenputz reingesteckt“, sagt Ingo Theuer. Nun soll es zum 1. Juli einen neuen Pächter geben. Der Vertrag stehe kurz vor der Unterschrift. Um Speis und Trank beim Vereinsfest werde sich das Team vom „Wasserturm“ Deutzen kümmern.

Von Olaf Krenz