Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Renate Seidl erinnert an bewegte Vergangenheit von Kitzscher
Region Borna Renate Seidl erinnert an bewegte Vergangenheit von Kitzscher
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:32 16.09.2019
Renate Seidl, die Vorsitzende des Bornaer Schwerhörigenbundes, hat ihre Kindheit in Kitzscher verbracht. Quelle: André Neumann
Borna/Kitzscher

Die Parallele mag ein Zufall sein: Margarethe von Witzleben und Renate Seidl haben beide ihre Kindheit in Kitzscher verbracht. Die Tochter einer adligen Familie wurde hier 1853 geboren, ihre Eltern besaßen damals das Rittergut Kitzscher. Sie war die Begründerin der Schwerhörigenbewegung in Deutschland. Gestorben ist Margarethe von Witzleben 1917 in Berlin.

Die 81 Jahre alte Renate Seidl, die im Erzgebirge geboren wurde und in ihrem vierten Lebensjahr nach Kitzscher kam, gründete 1983 den Schwerhörigenbund in Borna mit. Sie war ab 1997 elf Jahre lang Landesvorsitzende und ist seit 2015 Leiterin des Vereins in Borna.

Bedauern über Zustand der Innenstadt von Kitzscher

Als die Bornaerin kürzlich anlässlich eines Klassentreffens wieder einmal in ihrer früheren Heimatstadt war, der sie sich noch immer verbunden fühle, bedauerte sie, dass „vieles, was den Einwohnern lieb und teuer war, nicht mehr relevant ist“, wie sie sagt. Dabei ging es ihr wie vielen Besuchern, und der erste Eindruck der Innenstadt waren die leeren Geschäfte in der Ladenstraße. Die werde, bedauert Renate Seidl, „dem Verfall preisgegeben“.

Ärger über Erinnerungskultur

Geärgert hat sie sich auch über die Erinnerungskultur in Kitzscher. Und das hat nicht einmal mit der Tatsache zu tun, dass es in Kitzscher keinen öffentlichen Erinnerungsort für die von ihr verehrte Margarethe von Witzleben gibt. Aber während des Klassentreffens machten die ehemaligen Schüler auch einen Abstecher ins Museum. Dort gebe es zwar die regelmäßigen Sonderausstellungen, kaum aber noch eine Schau zur Heimatgeschichte, moniert Renate Seidl.

Eine Kritik, die Franz Waberzeck, der Vorsitzende des Heimatvereins, der das Museum betreibt, nur bedingt gelten lassen möchte. „Wir haben eine Dauerausstellung, da wird viel über die Stadtgeschichte gezeigt“, sagte er der LVZ. Allerdings, schränkt er ein, sei das ein „Sammelsurium“, welches nicht chronologisch geordnet sei.

Kitzscher wurde 1945 von beherzten Menschen gerettet

Wenn Renate Seidl einmal dabei ist, in die, wie sie sagt, „bewegte Vergangenheit“ von Kitzscher zu schauen, kommt sie nicht umhin, über ihren eigenen Vater Max Köhler zu sprechen und über den damals in der Stadt bekannten Busfahrer Rudi Schmidt. Der sei am Ende des zweiten Weltkrieges mit seiner Frau im Seitenwagenmotorrad und einem weißen Bettuch den amerikanischen Panzern entgegen gefahren.

Ihr Vater sei außen an der Schule, dem heutigen Rathaus hochgeklettert, in dem, wie Renate Seidl sagt, sich damals noch ein paar bewaffnete Nazis versteckt haben sollen, und habe von dort ein weißes Tuch geschwenkt. „Wer weiß denn heute noch“, fragt Renate Seidl deswegen, „dass der Ort 1945 beim Einmarsch der Amerikaner nur durch einige beherzte Menschen aus Kitzscher vor der Vernichtung bewahrt wurde?“ Damals, Renate Seidl war knapp sieben Jahre alt, hätten einige Mutige unter Einsatz ihres Lebens gehandelt.

Von André Neumann

Erstmals fanden in Deutzen Deutsche Meisterschaften im Hundesport Agility statt. Für den Hundesportclub eine Premiere nach Maß.

16.09.2019

Ein Schlossmodell auf der Insel im Teich erinnert an das Baudenkmal, das vor 50 Jahren gesprengt wurde. Das Röthaer Fest der 1000 Lichter war gut besucht.

15.09.2019

Die Freude ist groß in Espenhain. Die Stadt Rötha hat die Sporthalle der Schule innen sanieren lassen. Die ist jetzt nicht nur hell und freundlich, sondern es wurden Gefahrenquellen beseitigt.

15.09.2019