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Borna Rötha baut Interims-Kita in Espenhain
Region Borna Rötha baut Interims-Kita in Espenhain
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15:22 22.03.2019
Dieses Gebäude auf dem Espenhainer Sportplatz soll einen Anbau bekommen und als Interimskindertagesstätte für Rötha dienen. Quelle: André Neumann
Rötha/Espenhain

Nach einer aufreibenden und abendfüllenden Debatte im Röthaer Stadtrat steht jetzt fest, wo die Kommune übergangsweise 30 Kinderbetreuungsplätze schaffen will. Geplant ist jetzt, dafür den Flachbau mit den ehemaligen Umkleide- und Sanitärräumen auf dem Espenhainer Sportplatz umzubauen und mit einem Anbau zu versehen.

Ab September werden 30 Plätze gebraucht, für die in den vorhandenen Kindertagesstätten in Rötha keine Kapazität vorhanden ist. Weil die Zeit drängt, sollte der Stadtrat schon auf einer Sondersitzung vor zwei Wochen für eine Lösung stimmen. Damals hatte die Stadt nur einen Umbau in einem Teil des Aspenhofes in Espenhain vorgeschlagen.

Espenhainer Aspenhof ist als Objekt vom Tisch

Den Weg ging der Stadtrat nicht mit. Vor allem, weil die Kosten unsicher sind und die Stadt viel Geld in eine private Immobilie stecken würde, für die auch noch Miete gezahlt werden müsste.

Jetzt präsentierte die Verwaltung fünf Varianten, wobei eine erst nachträglich durch einen Vorschlag der CDU-Fraktion auf die Liste gekommen war. Der sah vor, für die Interimslösung das ehemalige berufliche Gymnasium im Industrie- und Gewerbepark Espenhain an der B 95 im Erdgeschoss umzubauen. Rein von den zu erwartenden Umbaukosten her wäre das die günstigste Variante.

Umweltamt steht Berufsschule kritisch gegenüber

Allerdings hat Planer Thomas Schubach, der auch den Kindergartenneubau in Rötha vorbereitet, in einem Variantenvergleich nicht nur die Kosten betrachtet, sondern auch etliche andere Kriterien. Und dabei schnitt das dem Landkreis gehörende Schulhaus eher schlecht ab. Vor allem aus Sicht des Umweltamtes würde es wohl wegen der Lärm- und Staubbelastung kein grünes Licht geben. Darüber waren sich Bürgermeister Stephan Eichhorn (parteilos) und Planer Thomas Schubach nach Gesprächen im Landratsamt einig.

Die CDU-Fraktion hatte vorgeschlagen, das ehemalige berufliche Gymnasium im Gewerbegebiet Espenhain als Interimslösung für die Kinderbetreuung zu nutzen. Der Vorschlag bekam keine Mehrheit. Quelle: André Neumann

CDU streitet für eigenen Vorschlag

Uwe Wellmann von der CDU stritt dennoch energisch für diesen Standort. Nach Gesprächen mit dem Landrat war er der Ansicht, dass die Kreisverwaltung doch eher geneigt sein könnte, einzulenken. Zumal das Gebäude, welches der Kreis erst vor wenigen Jahren zu einer Flüchtlingsunterkunft hatte umbauen lassen, die aber nie genutzt wurde, aus Wellmans Sicht auch als größere Kita-Interimslösung für mehrere Kommunen in Frage kommen könnte, die ebenfalls Probleme haben, ihren Bedarf an Betreuungsplätzen kurzfristig zu decken.

Kritisch sah der Planer auch eine Interimslösung mit Containern, egal, ob die in Rötha neben der Schule, neben dem Mehrgenerationenhaus oder auf dem Sportplatz in Espenhain aufgestellt würden. Generell sei das eine „gute und solide Lösung“, sagte Schubach, es könnte aber Probleme mit zeitraubenden Brandschutzgenehmigungen geben. Der einzige von der Stadt Rötha bisher ins Auge gefasste Anbieter übernehme nämlich keine Garantie dafür, dass seine Container alle behördlichen Normen und Anforderungen für eine Kita-Nutzung erfüllen.

Auch ein kurzfristiger Umbau im sanierungsbedürftigen Rittergut Oelzschau, wo neben der bestehenden Kindertagesstätte genügend Platz wäre, wurde wegen zu großer Unwägbarkeiten verworfen.

Knappe Viertel Million fließt in An- und Umbau

An- und Umbau des Umkleidegebäudes am Sportplatz Espenhain, der der Stadt gehört, kosten zwar auch geschätzte 245.000 Euro, scheint aber am ehesten in der nötigen Kürze der Zeit realisierbar zu sein. Das sahen in der Abstimmung 16 von 21 Stadträten so.

Dabei spielte für viele auch die Möglichkeit der späteren Nutzung eine Rolle, wenn die Kinder in die neue Kita in Rötha umgezogen sein werden. Espenhains Ortsvorsteher Heiko Anger brachte dafür unter anderem den Hort ins Spiel, falls – was absehbar ist – im Schulhaus künftig mehr Platz für Schüler gebraucht werde.

Zeitdruck enorm – Rötha ist zu spät dran

Dass die ersten Kinder schon im September in das Interim am Espenhainer Sportplatz einziehen können, ist eher unwahrscheinlich. Selbst wenn das Naunhofer Planungsbüro weiter unter Hochdruck an diesem Projekt arbeitet, dürften bis zum Erteilen einer Baugenehmigung vier Monate ins Land gehen, vermutet Thomas Schubach. Dann blieben noch zwei Monate zum Bauen. Womit sich bewahrheiten dürfte, was Pascal Németh (Rötha Land) zum Beginn der Debatte im Stadtrat gesagt hatte: „Wir sind ein oder anderthalb Jahre zu spät.“

Von André Neumann

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