Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Rötha braucht viel mehr Kita-Plätze
Region Borna Rötha braucht viel mehr Kita-Plätze
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 23.06.2018
Die Mädchen und Jungen im Kindergarten Mölbis haben Spaß beim Mittagessen. Die Stadtverwaltung Rötha hat jetzt versichert, dass die Einrichtung nicht geschlossen wird, wie im Ort befürchtet wurde. Sie werde auch künftig gebraucht, um den Bedarf an Betreuungsplätzen zu decken. Quelle: André Neumann
Rötha

Die Stadt Rötha hat einen viel größeren Mehrbedarf an Kinderbetreuungsplätzen als bisher angenommen. Schon jetzt reichen die vorhandenen Plätze nicht aus, in den kommenden Jahren wird sich die Situation noch verschärfen. Jetzt hat die Verwaltung einen Plan vorgelegt, wie sie das Problem in den Griff bekommen möchte: Der beinhaltet in Kurzform eine vorübergehende Containerlösung, Neubau oder Sanierung in Oelzschau und eine gute Nachricht für die Mölbiser: Der dortige Kindergarten wird weiterhin gebraucht und bleibt bestehen.

Kitas sind zeitweise überbelegt

Nachdem in der Vergangenheit viel spekuliert und wenig Konkretes gesagt wurde, vor allem über das Schicksal der Kindereinrichtungen in Oelzschau, herrscht jetzt geradezu schonungslose Offenheit. Was auch am großen Druck liegen dürfte, der auf der Stadtverwaltung lastet. Denn schon jetzt, das sagte Kämmerin Heike Herzig in der Ratssitzung am Donnerstagabend, seien die Kindereinrichtungen der Stadt Rötha „vollständig ausgelastet, zeitweilig überbelegt“. Nur mit Kompromissen mit den Eltern könne man dem Bedarf nachkommen, acht Plätze könnten nicht gewährleistet werden.

Der Auszug von zwei Hortgruppen aus der Kindertagesstätte in Espenhain, in der das Erdgeschoss gerade für Krippenkinder umgebaut wird und wo gut ein Dutzend neue Plätze entstehen, vermag das Problem nicht zu lösen.

Über 30 weitere Plätze werden gebraucht

Anhand der Geburtenstatistik wird die Anzahl der Kinder in Rötha, die einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kindergarten- oder Krippenplatz haben, in den kommenden fünf Jahren um bis zu 34 über den vorhandenen Plätzen liegen.

In dieser Rechnung, darauf machte die Kämmerin aufmerksam, ist aber das Wohngebiet Rietzschketal noch nicht enthalten. Dort seien derzeit 49 bereits verkaufte Grundstücke noch nicht bebaut oder bezogen. „Wir rechnen in zwei Jahren noch mit mindestens 20 weiteren Kindern“, schlussfolgert die Kämmerin daraus.

Containerlösung ab 2019 geplant

Um kurzfristig zu reagieren und möglichen Klagen von Eltern auf Verdienstausfall zu entgehen, hat sich die Verwaltung für eine vorübergehende Containerlösung ab Januar 2019 an der Kindertagesstätte in Rötha entschieden. Selbst die ist offenbar schwer zu bekommen, weil der Bedarf bundesweit hoch ist.

Von sieben angefragten Vermietern, so die Information der Stadtverwaltung, haben nur zwei reagiert, nur einer kann Container und Ausstattung liefern. Die Container müssten für mindestens zwei Jahre gemietet werden. Kosten für die erforderliche Größe : rund 240 000 Euro. Außerdem muss die Stadt zusätzliche Erzieherinnen einstellen. Über die Anmietung der Container soll der Stadtrat am 26. August entscheiden.

Drei Varianten für dauerhafte Lösung

In den zwei Jahren hätte die Stadt dann Zeit für eine dauerhafte Lösung. Dafür prüft die Verwaltung drei Varianten, allesamt in Oelzschau: Die erste wäre der Neubau eines Kindergartens in Oelzschau durch einen Investor, der das Grundstück dafür von der Stadt in Erbpacht bekommt. Die Einrichtung würde im Gegenzug angemietet und von einem freien Träger betrieben. Nach fünfzig Jahren bekäme die Stadt das Gebäude kostenlos.

Zweite Variante: Die Stadt baut selbst, bekäme dafür aber erst ab 2021 Fördermittel. Dritte Variante wäre die Sanierung des Rittergutes Oelzschau, in dem sich der Kindergarten jetzt befindet. Die Wirtschaftlichkeit der Sanierung wird gerade geprüft, einmal durch ein Gutachten, zum anderen durch eine Bachelorarbeit eines Studenten.

Bei allen Varianten, das bekräftigte Kämmerin Heike Herzig, werde der Kindergarten in Mölbis mit seinen 24 Plätzen gebraucht. Diese Aussage wurde seitens der Vertreter der Ortsteile im Stadtrat besonders begrüßt.

Neubau in Oelzschau wäre schnellste Variante

Die schnellste Lösung wäre aus Sicht der Verwaltung der Neubau einer Einrichtung mit 84 Plätzen in Oelzschau, das Rittergut würde dann aufgegeben. Der Investor steht offenbar schon bereit, der Bau könnte sogar schon in diesem Jahr beginnen.

Zudem wäre bei einer Sanierung des Rittergutes noch ein zusätzlicher Neubau in Rötha erforderlich, falls nicht alle benötigten Plätze in den Altbau passen, der derzeit nur 31 Kinder aufnehmen kann. Auch diese Entscheidung wird voraussichtlich nach der Sommerpause fallen.

Von André Neumann

Die Groitzscher Bauvorhaben Kindertagesstätte und Feuerwehrgerätehaus laufen derzeit ohne Schwierigkeiten. Im Sportlerheim wird demnächst bei laufendem Restaurant-Betrieb die Fassade erneuert.

22.06.2018

Das Seniorenzentrum Böhlen hat einen neuen Träger – und der will die Kapazitäten erhöhen. Deshalb entstehen im Haus derzeit neun weitere Zimmer, um dann Platz für 89 Senioren zu haben.

25.06.2018

Wie weiter mit der Mölbiser Kirche? Erst ergab ein Gutachten, dass sie mit dem giftigen Holzschutzmittel Hylotox belastet ist. Fraßschäden von Holzschädlingen gefährden zudem die Statik des Kirchturms.

22.06.2018