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Borna Rötha hat jetzt eine Schlossbaustelle
Region Borna Rötha hat jetzt eine Schlossbaustelle
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11:22 01.04.2019
Architekt Uwe Herrmann auf dem Gelände des früheren Schlosses Rötha. Hier wird der Baugrund für ein neues Gebäude vorbereitet. Quelle: André Neumann
Rötha

Das Areal des ehemaligen Schlosses Rötha ist seit einigen Wochen eine Baustelle. Und es könnte sich in diesem Jahr noch viel mehr tun. Vorerst werden rund 2200 Quadratmeter Beton aus dem Boden gerissen und entsorgt. Die Stadt bereitet unterdessen den Bau der Schlossallee vor.

Mit lautem Krachen frisst sich der Bagger der Zedtlitzer Abbruchfirma Voigt in den Beton. Architekt Uwe Herrmann schaut zu, telefoniert, spricht mit Bauleuten und erläutert die Pläne der Projektentwicklungsgesellschaft Schlossareal Rötha, deren einer Gesellschafter er ist.

Auch Schlossallee in Rötha wird bebaut

„Wir fühlen uns ein Stück vorangekommen. Wir sind froh, dass wir unser Grundstück jetzt herrichten können, dass wir es in die Stadt zurückholen können“, sagt Herrmann. Der dabei nicht ausschließlich das von der Gesellschaft geplante gehobene Wohnhaus auf dem Schlossbaugrund im Blick hat, sondern das Gelände insgesamt.

Der Baugrund für Gebäude auf dem Schlossgelände Rötha wird vorbereitet Quelle: André Neumann

Der Bebauungsplan, um den Herrmann und sein Partner Arthur Wilker sowie der Stadtrat und die Verwaltung gut zwei Jahre gerungen haben, umfasst nicht nur das Wohnhaus, das an das Schloss erinnern soll, sondern auch weitere Teile des Geländes am Johann-Sebastian-Bach Platz. Dazu gehört auch die Schlossallee, die als ansprechende Straße künftig das Areal erschließen soll. Die Stadt bereitet gerade die Vergabe der Aufträge durch den Stadtrat vor.

„Wir werden die historischen Bezüge wieder herstellen“, sagt der Architekt und spricht von der Vermittlung zwischen Natur, also dem Schlosspark, und der Stadt.

Wasserburg im 12. Jahrhundert in Rötha

Vorläufig wird erst einmal der Baugrund für das Wohnhaus bereitet. Herrmann weiß – und ist wohl auch stolz darauf –, dass er an historischem Ort graben lässt. Schon im 12. Jahrhundert soll es hier am Westrand der Stadt eine Wasserburg gegeben haben.

1969 wurde das Schloss gesprengt. Bekannt sei, sagt Herrmann, dass beim Bau der LPG-Maschinenhalle, die zu DDR-Zeiten hier errichtet worden war, Teile der Grundmauern des Schlosses zerstört wurden.

Trotzdem, kündigt er an, „gehen wir vorsichtig nach unten“. Immerhin wisse man nicht, was vielleicht noch gefunden werde. Die Baustelle sei zwar keine archäologische Grabungsstätte, dennoch stehe man mit dem Landesamt für Archäologie in engem Kontakt. Ein Beitrag zur Geschichtsforschung über Rötha könnte die Baustelle jedenfalls werden.

Das 2013 eingeweihte metallene Denkmal steht jetzt direkt neben der Gedenktafel, die an das alliierte Hauptquartier auf Schloss Rötha während der Völkerschlacht erinnert. Quelle: André Neumann

Betonplatte der Maschinenhalle weitgehend beseitigt

Die Betonplatte der Maschinenhalle ist weitgehend beseitigt. Zehn Garagen, die aus Sicht des Architekten das Gesamtensemble störten, wurden abgerissen. Das Gelände ist eingezäunt. Das metallene Denkmal mit den vier Schriften zum Schloss, zu Förderern von Schloss und Schlosspark, über die Rolle des Schlosses während der Völkerschlacht und zur Festveranstaltung zu deren 200. Jahrestag ist versetzt worden.

Es steht jetzt vorläufig direkt neben dem Gedenkstein, der an das Hauptquartier der Alliierten gegen Napoleon während der Völkerschlacht auf Schloss Rötha erinnert.

An der Stelle des Röthaer Schlosses wird bald gebaut. Quelle: André Neumann

Mit Aussagen zum genauen Aussehen des künftigen Hauses hält Herrmann sich noch zurück. Zwar besteht mit dem Bebauungsplan quasi Baurecht, dennoch werde wegen der historischen Stelle eine Genehmigung des Denkmalschutzes gebraucht. Die wird gerade beantragt. Herrmann rechnet im Juni damit. Bei einer Baufreigabe bis September könnten dann womöglich noch in diesem Jahr der erste Spatenstich und die Grundsteinlegung erfolgen.

Bestände der wertvollen Schlossbibliothek nach Rötha überführen

Einen Gedanken verfolgt die Projektentwicklungsgesellschaft dabei immer noch. Es geht um die wertvolle Schlossbibliothek. Ein erhaltener Teil der Bestände befindet sich in einem Magazin der sächsischen Landesbibliothek in Dresden. Herrmann weiß, was Heinrich Freiherr von Friesen, der im August 2017 starb, in seinem Vermächtnis über die Bücher hinterlassen hat: Sollte es in Rötha einen würdigen Raum für die Schlossbibliothek geben, dann sollten die Bestände nach Rötha überführt werden.

Herrmann und Wilkert wollen in ihrem Haus diesen würdigen Raum gern schaffen. Mit der Kultur- und Umweltstiftung der Sparkasse Leipzig seien sie im Gespräch darüber, wie diese Idee sich umsetzen lassen könnte.

Von André Neumann

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