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Borna Röthaer Orgelmaus im „Winterschlaf“
Region Borna Röthaer Orgelmaus im „Winterschlaf“
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17:11 14.01.2019
Geschichten mit der Orgelmaus: Das Angebot von Kantorin Elisabeth Höpfner kam vor allem in Orten mit Kindergärten gut an. Im Frühjahr geht es weiter. Quelle: André Neumann
Rötha

Eine Maus hält ja eigentlich keinen Winterschlaf. Sie kann aber bei knapper Nahrung und Kälte ihren Körper in eine Art Erstarrungszustand versetzen und – nennen wir es mal so – Winterpause machen. So wie die kleine niedliche Plüschmaus, mit der Kantorin Elisabeth Höpfner in den zurückliegenden Monaten durch das Kirchspiel im Leipziger Neuseenland reiste, um vorwiegend Kindern aber auch Erwachsenen die Orgeln in den vielen Kirchen vorzustellen. Mit einzelnen Musikstücken und Tönen, einem Blick in die Orgel und gemeinsam gesungenen Liedern. Wegen des Maskottchens und der Anfangszeit heißt die Veranstaltungsreihe: Orgelmaus um zehn.

Orgeltour als Entdeckungsreise

Nach neun Stationen mit ganz unterschiedlicher Resonanz auf ihr Angebot schätzt die Kantorin vor allem mit Blick auf die Instrumente in den Dorfkirchen ein: „Da schlummern kleine Schätze.“ Elisabeth Höpfner war erst im Mai aus der Elternzeit zurückgekehrt und von da an nicht mehr nur für Rötha sondern für alle Gemeinden und Kirchen im erst zwei Jahre bestehenden Kirchspiel zuständig. So war die Rundreise mit der Orgelmaus auch für sie selbst gewissermaßen eine Entdeckungsreise.

Vor allem Kindergartengruppen kommen in die Kirchen

Die erste Station in Rötha war gut besucht von einer Gruppe aus dem Kindergarten. Eine Woche später in Böhlen hatte sie nur eine einzige Besucherin aus Leipzig, der sie die Orgel erklären und vorstellen konnte. Leise Zweifel am Projekt, das sich die Organistin selbst ausgedacht hatte, verflogen aber schnell. Denn wieder eine Woche später in Eula war die Kirche gefüllt von gut gelaunten aufmerksamen Kindern aus dem Kindergarten gleich nebenan, vor denen Elisabeth Höpfner die Maus und noch ein paar andere Plüschtiere auspackte, ehe sie sich ans Instrument setzte. Die Kinder wollten sogar ein Stück vom großen Meister Bach hören.

Kantorin Elisabeth Höpfner an der Orgel. Quelle: André Neumann

Auch in Kitzscher, wo der Weg vom Kindergarten bis zur Kirche sehr weit ist, brauchte sich die Kantorin über Interesse nicht zu beklagen. Rund dreißig fanden auf der kleinen Orgelempore gerade so Platz.

Noch voller war es nur in der Kirche in Steinbach. Hier mussten die rund 40 Kinder aus dem Kindergarten in kleinen Gruppen nach oben zur Orgel geführt werden. Da war schon allein die steile Treppe für viele ein Abenteuer. Rund zwanzig Erwachsene waren extra noch gekommen, um der Kantorin zuzuhören.

Orgelmaus geht wieder im Frühjahr auf Tour

Die hatte mit dem Angebot für Kinder offenbar ins Schwarze getroffen, denn in Orten mit Kindergärten waren die Veranstaltungen durchweg gut besucht. Anders dort, wo es keine Kindereinrichtung gibt. In Dittmannsdorf zum Beispiel hatte Elisabeth Höpfner nur eine ältere Dame aus dem Ort als Zuhörerin. Dafür genoss sie dann selbst die Ruhe des Dorfes und der Dorfkirche und spielte auf dem Instrument noch zwei Stunden. „Ich bin selbst in einem Dorf aufgewachsen und habe mich in den Dorfkirchen heimisch gefühlt.“

Die Winterpause legt Elisabeth Höpfner eher wegen der Zuhörer als wegen der Instrumente ein. Es sei jetzt einfach zu kalt in den Kirchen. Die Orgeln würden Kälte aushalten, sie selbst hat in Rötha eines Winters schon mal mit Handschuhen gespielt.

Deswegen schickt sie die Orgelmaus erst im Frühjahr wieder auf Tour. Dort, wo es erfolgreich war, will sie die Führungen erneut anbieten. Einige Orgeln in Dörfern sollen hinzukommen: Dabei denkt sie an Oelzschau und Espenhain. Ob sie auch nach Mölbis einladen wird, ist unsicher, denn dort ist die Kirche seit über einem Jahr gesperrt.

Von André Neumann

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