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Borna Ronja aus Deutzen spendet ihre Haare für krebskranke Kinder
Region Borna Ronja aus Deutzen spendet ihre Haare für krebskranke Kinder
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11:54 04.07.2019
Ronja aus Deutzen spendet ihre Haare für Perücken für Kinder. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch/Deutzen

Als es dann so weit war, ging alles ganz schnell. Friseurin Mandy Claus bindet aus Ronjas langem Haar mit ein paar Gummis einen Zopf, und nach drei Schnitten mit der Schere ist der ab. Das war’s. Die Zehnjährige aus Deutzen ist zum ersten Mal in ihrem Leben bei einem Friseur gewesen.

Bisher hatte nur ihre Mutter Jana Pfaff gelegentlich ein paar Korrekturen vorgenommen, ansonsten durften die Haare wachsen, und wachsen, und wachsen... Bis jetzt. Denn vor einiger Zeit hatte Ronja im Fernsehen einen Beitrag über ein Mädchen gesehen, das seine Haare gespendet hatte. Aus dem Haar wurden Perücken gemacht für Kinder, die ihre eigenen bei einer Krebstherapie verloren hatten.

So verlief Ronjas erster Besuch bei einem Friseur.

Das wollte Ronja auch tun. „Mama und Papa haben mich dann immer wieder gefragt, ob ich mir sicher bin“, erinnert sie sich. Ihre Antwort: „Wenn ich jetzt eine Glatze hätte, würde ich mit auch nicht wohl fühlen.“

Verein „Die Haarspender“ sammelt Zöpfe

Als die Eltern überzeugt waren, dass ihre Tochter es ernst meint, forschten Mutter und Tochter im Internet nach einer geeigneten Möglichkeit. Sie stießen auf den österreichischen Verein „Die Haarspender“. Der fertigt Echthaarperücken für bedürftige Kinder, die sich die hohen Kosten nicht leisten können.

Vom Verein erfuhren sie die Adresse eines Partnersalons. Der von Mandy Claus in Zwenkau namens „Haareszeiten“ war der am nächsten gelegene.

An einem Freitagnachmittag macht sich fast die gesamte Familie dorthin auf. Ronja und Brüderchen Janko (15 Monate) Papa Jens Buder und die Mama. Ronjas Papa ist stolz auf seine Tochter, sagt: „Ich weiß gar nicht, wo sie diese soziale Ader her hat.“ Mindestens genau so sehr ist er aufgeregt, wahrscheinlich am meisten von allen, gibt er zu.

Zwenkauer Salon beteiligt sich an Aktion des Vereins

Das Friseurstudio „Haareszeiten“ befindet sich im Keller eines Einfamilienhauses in einem Wohngebiet unweit des Zwenkauer Sees und des Hafens. Mandy Claus ist Inhaberin und einzige Angestellte zugleich. Den Salon betreibt sie im fünften Jahr. Kontakt zum Verein bekam sie, weil der sie auf Facebook angeschrieben hat.

Sie musste nicht lange überlegen, um sich als Partnersalon für die Haarspenden eintragen zu lassen. „Ich habe selber Kinder, und es kann jeden treffen“, sagt sie. In den vergangenen zwei Jahren hat sie 20 bis 25 Haarspenden abgenommen. Immer drei bis vier werden gesammelt, dann schickt sie die zum Zopf gebundenen Spenden nach Österreich.

Freudentränen und ganz viel Mut

Es ist so weit. Ronja sitzt im Frisierstuhl und streicht sich noch einmal durchs lange Haar. „Ich fang gleich an zu heulen“, sagt ihr Vater, als Mandy Claus die Schere ansetzt. Vorher warnt auch sie noch einmal: „Du kannst dann keinen Zopf mehr machen.“ Doch Ronja ist entschlossen und die Saloninhaberin schneidet schließlich 37 Zentimeter dunkelblondes Haar ab. 30 müssen es mindestens sein. Kullert da eine Träne über Ronjas Gesicht? „Freudentränen“, sagt sie schnell. Und Mandy Claus muntert sie auf: „Ich danke dir für deinen wahnsinnigen Mut.“

Von Drei Monaten Arbeit und viele super Haarspender, Wir freuen uns riesig : #diehaarspender #ehrenamt #salonamrhein

Gepostet von Salon Amrhein am Samstag, 25. Mai 2019

Dann wird das Mädchen, das nach den Ferien auf das Gymnasium wechselt, frisiert. Mandy Claus gehört zu den Partnersalons von „Die Haarspender“, die das für die Spender noch ganz kostenlos machen. Waschen, nachschneiden, föhnen. Ronja, die in der Freizeit am liebsten draußen ist und auf Bäume klettert, lässt alles nicht nur tapfer über sich ergehen – sie genießt es.

Sie bekommt eine schicke, moderne Frisur verpasst, die sie vor dem Spiegel genüsslich schwenkt und von allen Seiten betrachtet. Nicht allen ihren Freunden hat sie erzählt, was sie vorhat. Die Überraschung wird gelingen.

Von André Neumann

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