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Borna Sächsischer Heimatschutz feiert Jubiläum in Borna
Region Borna Sächsischer Heimatschutz feiert Jubiläum in Borna
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21:02 09.04.2018
Das Logo des Vereins Sächsischer Heimatschutz.
Das Logo des Vereins Sächsischer Heimatschutz. Quelle: Nikos Natsidis
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Borna

Die Stadt Borna wird im Frühjahr zum Mekka der sächsischen Heimatforscher. Vom 11. bis 13. Mai ist die Stadt Gastgeber des Jahrestreffens des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss sächsischer Heimatvereine. Die Jahrestagung in Borna, bei der die Besucher ein breites Programm erwartet, findet in Kooperation mit dem Bornaer Museum statt.

Mit dem Museum verbindet den Sächsischen Heimatschutz eine jahrzehntelange Zusammenarbeit wie Susanne Sommer, Geschäftsführerin des Landesvereins, sagt. Dass die alljährliche Zusammenkunft in diesem Jahr in Borna stattfindet, ist zwar in gewisser Weise Zufall. Immerhin: Die weiß-grünen Heimatschützer haben Jubiläum und feiern die Gründung ihres Vereins vor 110 Jahren. Darüber hinaus macht Geschäftsführerin Sommer klar, dass es ohnehin höchste Zeit ist, einmal nach Borna und damit in den Leipziger Raum zu kommen. Was die Mitglieder anbelangt, so kommt das Gros der mehr als 1000 Personen und über 70 Körperschaften, Verbände, Kommunen und Vereine aus dem Raum Dresden. Aus dem Landkreis Leipzig gehören neben dem Bornaer Museum und dem Museum Gnandstein auch die Gemeinde Großpösna, das Göschenhaus in Grimma und die Pegauer Heimatfreunde zum Landesverein Sächsischer Heimatschutz.

Die Stärke der Heimatschützer in und um Dresden hat freilich historische Gründe, so Susanna Sommer. Die sächsischen Heimatschützer, deren Bezeichnung in heutigen Ohren vielleicht eher nach Washington, D.C., (Stichwort US-Heimatschutzministerium) klingen mag, wurden als Folge einer Ausstellung in Dresden im Jahr 1896 gegründet. Die Schau trug den Titel „Die alte Stadt“ und gilt nach Angaben der Heimatschutz-Geschäftsführerin sozusagen als Initialzündung für die Gründung zahlreicher Museen in Sachsen, die sich der Volks- und Heimatkunde widmen. Das geschärfte Bewusstsein passte auch gut zur Entstehung von Heimatschützern, wie sich die Leute seit dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts selbst bezeichnen, die sich für Heimat- und Regionalgeschichte interessieren.

Wenn die Heimatschützer in Borna ihr 110-jähriges Bestehen feiern, ist das auch ein Zeichen von Kontinuität. Im Gegensatz zu anderen Vereinen und Organisationen, die nach 1945 als bürgerlich eingestuft und deswegen aufgelöst wurden, „ist das beim Heimatschutz nicht der Fall“, wie Geschäftsführerin Sommer klarmacht. Weder die sowjetische Besatzungsmacht löste den Verein auf noch geschah das durch die Mitglieder selbst. Die überwinterten vielmehr bei den Kultur- und Heimatfreunden unter dem Dach des DDR-Kulturbundes. Als die Weichen 1990 anders gestellt wurden, konnten die sächsischen Heimatschützer recht unproblematisch an ihre frühere Arbeit anknüpfen.

Wenn sie im Mai in Borna zusammenkommen, stehen selbstverständlich Führungen durch die Stadt, aber auch durch die Emmauskirche, die Kunigundenkirche und die Stadtkirche auf dem Programm. Darüber hinaus sind Exkursionen zum Thema Erdgeschichte, Industriekultur und Botanik durch den Leipziger Südraum ebenso geplant wie Abstecher ins Kohrener Land und nach Rochlitz, bei denen es um Archäologie und Geologie geht.

Von Nikos Natsidis

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