Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Schaltstelle für Hainer See wechselt von Borna nach Neukieritzsch
Region Borna Schaltstelle für Hainer See wechselt von Borna nach Neukieritzsch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 28.06.2019
Besucher sind willkommen in der Lagune Kahnsdorf. Die Entwicklung am Hainer See wird künftig von Neukieritzsch aus gesteuert. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna/Neukieritzsch

Zum 1. Juli übernimmt die Gemeinde Neukieritzsch den Sitz und die Geschäftsführung des Zweckverbandes (ZV) Planung und Erschließung Witznitzer Seen von der Stadt Borna. Der Zweckverband ist das Planungszentrum für die bislang nahezu beispiellose Entwicklung des Areals der zwei ehemaligen Witznitzer Tagebaue zwischen Rötha, Espenhain, Kahnsdorf, Haubitz und Eula.

Seit der Gründung im Jahr 2006 befand sich die Geschäftsstelle im Bornaer Rathaus. Geleitet wurde sie in den ersten beiden Jahren vom damaligen Bornaer Baubürgermeister Eberhard Kupfer. Im Jahr 2008 übernahm Bärbel Meschke die Geschäftsführung.

Elf Jahre später verabschiedet sich Bärbel Meschke von dem Posten, sie wird künftig nur noch für Beteiligungsmanagement und Wirtschaftsförderung im Rathaus tätig sein. Wegen dieser Personalie wollte Borna auch die Verbandsgeschäftsstelle abgeben. Die Gemeinde Neukieritzsch hatte sich dem Vernehmen nicht um die Nachfolge gedrängelt, wie auch nicht die beiden weiteren Zweckverbandsmitglieder Böhlen und Rötha.

Bärbel Meschke gibt die Geschäftsführung des Zweckverbandes Witznitzer Seen ab. Quelle: André Neumann

Großteil der Entwicklung am Hainer See auf Neukieritzscher Gemarkung

Letztlich gab den Ausschlag, dass sich der Großteil der Entwicklung rund um den Kahnsdorfer See und den Hainer See mit dem Haubitzer Becken auf Neukieritzscher Gemarkung abspielt. Mit Sabine May übernimmt jetzt eine Mitarbeiterin des Neukieritzscher Bauamtes die Verbandsgeschäftsführung.

Mit dem ZV Witznitzer Seen hatten sich die damaligen Anrainerkommunen Borna, Rötha, Böhlen, Lobstädt, Espenhain (nach Eingemeindungen sind es heute Borna, Böhlen, Rötha und Neukieritzsch) ein gemeinsames Gremium für die Bauleitplanung geschaffen. Aus Sicht von Bärbel Meschke sei es damals eine weitsichtige Entscheidung gewesen, eine gemeinsame Entwicklung voranzutreiben, „ohne dass die Anliegerkommunen gegenseitig Konkurrenten sind“.

Begünstigt worden sei die Entwicklung aus Sicht von Meschke zudem durch die Tatsache, dass die Seen in die Hand eines privaten Eigentümers und Investors, der Blau-Gruppe, kamen. Unter Federführung des ZV entstand aus einer wüsten Tagebaunachfolgelandschaft das heutige Areal mit einzigartigen Wassergrundstücken in der Lagune sowie mit Ferienhaussiedlung und Campingplatz am Nordufer.

Ferienhäuser mit Seezugang Lagune Kahnsdorf am Hainer See. Quelle: Andreas Döring

Seebetreibergesellschaft Blauwasser mit Zusammenarbeit zufrieden

Christian Conrad, der Geschäftsführer der Seebetreibergesellschaft Blauwasser, hat für Bärbel Meschke zum Abschied und auch für die beteiligten Kommunen lobende Worte. „Eine so gute Zusammenarbeit wie mit dem Zweckverband und insbesondere der Geschäftsführerin und den Bürgermeistern der beteiligten Kommunen kenne ich von keinem meiner anderen Arbeitsorte.“ Blauwasser ist auch an anderen Seen im Leipziger Umland tätig. Am Hainer See habe er gemerkt, „dass die Kommunen gemeinsam etwas wollten und einen Investor mit offenen Armen empfingen“, sagt Conrad.

Blauwasser-Geschäftsführer Christian Conrad lobt die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Quelle: André Neumann

Der jetzt beim Wechsel der Geschäftsstelle nach Neukieritzsch hofft, dass der See auf ähnlich gute Weise weiter gemeinsam vorangebracht wird, so dass es allen zugute komme.

Nach den 13 Jahren, die der Verband existiert, sei ein großer Teil der ursprünglichen Ideen umgesetzt, sagt die scheidende Geschäftsführerin. Nachdem in Kahnsdorf und am Nordufer viele Ferienwohnungen und der Campingplatz geschaffen worden seien, sieht sie jetzt den Bedarf an attraktiven Anreizen, die Besucher an den See locken. Mit dem geplanten Hafenzentrum und einem Bebauungsplan für Erlebniswelten am Nordufer sind die Weichen in diese Richtung bereits gestellt.

Von André Neumann

Das Kraftwerk Lippendorf benötigt aktuell nur die Hälfte von täglich bis zu 34.000 Tonnen Braunkohle. Für den Lieferanten, die Mibrag, sei das eine Herausforderung, sagt deren Sprecher.

28.06.2019

64 Wahlhelfer waren im Mai in Böhlen aktiv. 56 davon bekommen – weil sie bei der Stadt angestellt sind – einen zusätzlichen Freizeitausgleich. Einmütig fiel die Entscheidung des Stadtrates aber nicht.

28.06.2019

Das ehrgeizige Johann-Kuhnau-Projekt geht weiter: Zwei Leipziger Ensembles spielen in Rötha das Vokalwerk von Bachs Vorgänger als Thomaskantor ein. Am Dienstag ist die Musik im Konzert zu hören.

28.06.2019