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Borna Schnelles Internet bald in zehn Groitzscher Dörfern
Region Borna Schnelles Internet bald in zehn Groitzscher Dörfern
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00:21 28.01.2018
Aussicht auf schnelles Internet haben zehn südliche Ortsteile der Stadt Groitzsch.
Aussicht auf schnelles Internet haben zehn südliche Ortsteile der Stadt Groitzsch. Quelle: dpa
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Groitzsch

Bis spätestens Mai sollen zehn südliche Ortsteile der Stadt Groitzsch schnelleres Internet erhalten haben. Seit einigen Monaten läuft hier der Breitbandausbau, den der Kommunikationsriese Telekom vornimmt. „Der Tiefbau ist erfolgt, die Kabel sind verlegt“, informiert Andreas Müller, der in der Bauverwaltung des Groitzscher Rathauses unter anderem als IT-Koordinator (Informationstechnik) fungiert. Nun seien vor allem noch interne Umschaltungen auszuführen.

Internet schneller als im Stadtgebiet

Nach dem Abschluss der Arbeiten, so habe die Telekom zugesichert, sollen alle Festnetz-Anschlüsse in Berndorf, Nehmitz, Kleinhermsdorf und Hemmendorf, Hohendorf, Oellschütz, Langenhain, Nöthnitz und Obertitz sowie Cöllnitz eine Datenübertragungsrate von mehr als 30 Megabit pro Sekunde im Download haben, womöglich gar 50.

Für das Projekt erteilte der Stadtrat im September 2016 den Zuschlag, da diese Orte beim Breitbandausbau mit ILE-Förderung im Jahr 2012 (als eine der ersten Kommunen Sachsens) nicht berücksichtigt worden waren und so noch eine er­hebliche Unterversorgung bei den Internetgeschwindigkeiten aufweisen. Unter anderem waren damals Auligk und Gatzen zum Zuge gekommen.

Inzwischen, so Müller, habe die Telekom dort von selbst weitere Verbesserungen durchgeführt. Angewandt wurde das sogenannten Vectoring-Verfahren, bei dem moderne Glasfaserleitungen bis zu den Kabelverzweigern – den grauen Kästen am Straßenrand – verlegt werden, von wo weiter die bisherigen Kupferleitungen zu den Grundstücken führen. „Da sind wohl bis zu 86 Megabit pro Sekunde“, sagt der Rathausmitarbeiter, bei dem zu Hause in Gatzen, entsprechend seines Vertrages, etwa 55 Megabit pro Sekunde anliegen.

Kommune lauert auf neue Möglichkeiten

Im eigentlichen Stadtgebiet erreiche ein Großteil der Anschlüsse bisher zehn bis 16 Megabit pro Sekunde. Wobei die Rate je nach Entfernung vom Kabelverzweiger kleiner werde. Eine zwischenzeitlich von einer Firma vorgeschlagene Funk-Variante sei nie in Betrieb gegangen. Im vergangenen Jahr habe die Telekom innerstädtisch immer mal wieder gearbeitet, offizielle Informationen habe es nicht gegeben. „Wir haben das nur über die Schachtscheine mitbekommen“, sagt Müller. „Auf meine Anfrage ans Unternehmen habe ich keine wirkliche Antwort erhalten.“ Er gehe davon aus, dass mit den Arbeiten wohl nur im unmittelbaren Bereich um die Verteiler, also etwa 250 Meter, etwas verbessert worden sei. Nicht zu vergleichen mit dem neuen Wohnbaugebiet „Wiesenblick“, wo die Stadt das Glasfaserkabel bis zu jedem Grundstück verlegen ließ.

Zwei ähnliche Angebote hatte es auch für die zehn Ortsteile gegeben, die aktuell ausgebaut werden. „Aber die waren zu teuer, die eine Variante hätte für 300 Haushalte Kosten von 1,2 Millionen Euro bedeutet“, erklärt Andreas Müller. Das sei selbst bei 75 Prozent Förderung nicht wirtschaftlich gewesen. Obwohl es für den Vectoring-Ausbau keine Zuschüsse gibt, komme die Stadt mit rund 56 800 Euro günstiger weg.

Ansonsten lauere sie auf neue Möglichkeiten. „Wir müssen abwarten, wie der Freistaat die Aussage von kurz vor Weihnachten umsetzen will, künftig den Ausbau komplett zu bezahlen. Wir würden uns draufstürzen und gern wieder vorn dabei sein“, kündigt der IT-Koordinator an. Der Tiefbau, mit dem die Glasfaserkabel verlegt werden, verursache eben die großen Kosten, zumal die Straßen meist schon saniert sind. „Klar ist ein Gigabit schön. Aber vielleicht reichen ja erst mal 50 bis 100“, so Müller.

Von Olaf Krenz