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Borna Schulleitung wirbt in Kitzscher vergebens für Fischer-Art-Fassade
Region Borna Schulleitung wirbt in Kitzscher vergebens für Fischer-Art-Fassade
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14:00 12.04.2019
Quelle: Michael Fischer-Art
Kitzscher

Die Oberschule Kitzscher lässt nicht locker und drängt weiter auf die Gestaltung des Schulhauses durch den Maler Michael Fischer-Art. Nach einer Wortmeldung von Elternsprecherin Denis Zuerek hat sich jetzt Schulleiterin Dagmar Schulz an den Stadtrat gewandt.

Wobei die Schulleiterin in der Stadtratssitzung zunächst gar nicht selbst sprechen durfte. Als Leipzigerin steht ihr in der Bürgerfragestunde bei strenger Auslegung der Gemeindeordnung kein Rederecht zu, weil sie formell keine Bürgerin von Kitzscher ist.

Schulleitung ist für Gestaltung der Schule durch Fischer-Art

So kam es zu der irritierenden Situation, dass die Leiterin der Oberschule ihren in der Stadt wohnenden Vorgänger mitbringen musste, der für sie das Anliegen der Schule vorbrachte und Fragen an den Stadtrat richtete.

In der Sache steht Rainer Reichenbach, der die Schule bis 2017 27 Jahre lang geleitet hatte, voll hinter seiner Nachfolgerin. Er bat die Stadträte, die gewünschte Gestaltung der Schule durch Fischer-Art nicht nur als formalen Akt zu sehen, sondern als Ausdruck einer grundlegenden Konzeption, die vom Motto der Schule geprägt sei.

ASo soll die Fassade der Oberschule Kitzscher (Nordseite, Auszug) nach der energetischen Sanierung aussehen. Links neben dem Eingang ist der Aufzugsschacht zu sehen. Quelle: Klemm & Hensen GmbH

Kritik an Entwürfen der Sanierung der Oberschule Kitzscher

Das Kürzel OSK der Oberschule Kitzscher stehe auch für offen, sozial und kreativ, erinnerte Rainer Reichenbach. Mit der vorgeschlagenen Bemalung, sagte er, sei man offen für eine überraschende Gestaltung, sozial, weil Schüler in die Arbeit mit einbezogen würden, und kreativ wegen der Art der Gestaltung, über die man reden werde.

In einem Schreiben der Schulleiterin an die Abgeordneten, auf das Reichenbach sich bezog, wird der Verdacht geäußert, dass seitens des Ingenieurbüros eine „Blaupause“ von anderen Projekten verwendet worden sein könnte. Kritik wird auch jenseits der Farbgestaltung geäußert. Das betrifft unter anderem die Außenjalousien, den geplanten Wegfall einer vorhandenen Belüftung, die vorgesehenen Fenster und die Frage, warum keine Rauchmelder angebracht werden.

Die Oberschule Kitzscher muss saniert werden – aber welcher Entwurf gewinnt? Quelle: André Neumann

Generell wird in dem von der Schulleiterin unterschriebenen Papier die Frage aufgeworfen: „Warum wurde die Oberschule als betroffene Einrichtung nicht von Anfang an in die Planungen zur Sanierung einbezogen?“

Bürgermeister Maik Schramm: Fördermittel für energetische Sanierung in Gefahr

Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) hielt den Fragen entgegen, es seien mehrere Gespräche geführt worden. Teilweise könne er die jetzt geäußerte Kritik nicht nachvollziehen. Bezüglich der Fischer-Art-Fassade blieb er bei seinem schon einmal geäußerten Standpunkt, die sei im Rahmen der energetischen Sanierung nicht möglich.

„Ich fand das gut“, sagte Schramm, der selbst von Beginn an ein Befürworter des Fassade in Fischer-Art-Manier war. Weil aber die Farbgebung Teil des Wärmeverbundsystems sei, müsse dass so bestellt werden, wie vom Ingenieurbüro errechnet. Andernfalls könnte der Erhalt der Fördermittel für die energetische Sanierung in Gefahr geraten. Außerdem gebe es mittlerweile einen neuen, farbigeren Entwurf des Ingenieurbüros.

Der Farbentwurf von Michael Fischer-Art kommt für die Oberschule Kitzscher wohl nicht in Frage. Quelle: Andreas Döring

Grautöne durch unterschiedlich farbige Stege an der Schule aufgelockert

Darin werden unterschiedliche Grautöne durch unterschiedlich farbige Stege zwischen den Fenstern aufgelockert. Während Ex-Schulleiter Rainer Reichenbach darum bat, noch einmal alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen, sagte Schramm: „Die Entscheidung ist so gefallen und wird jetzt so umgesetzt.“

Für ihn sei die Fassadengestaltung durch den in Borna ansässigen Künstler aber nicht vom Tisch. Die müsse aber ein zweites Projekt nach der energetische Sanierung werden. Schramm verschwieg allerdings nicht, dass die bunte Schule im Stadtrat nicht auf Begeisterung gestoßen sei. Solle das Fischer-Art-Projekt zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden, brauche man dafür „eine Mehrheit und das Geld“.

Von André Neumann

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