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Borna Schulsozialarbeiterin nimmt in Grundschule „Pfiffikus“ ihren Dienst auf
Region Borna Schulsozialarbeiterin nimmt in Grundschule „Pfiffikus“ ihren Dienst auf
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05:00 09.08.2018
Die Grundschule in Böhlen ist ab Montag Arbeitsstelle für eine Schulsozialarbeiterin. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Der kommende Montag ist nicht nur für zahlreiche ABC-Schützen in der Grundschule Pfiffikus in Böhlen der erste Schultag, sondern auch für die Schulsozialarbeiterin. Damit wird die Forderung von Schulleiterin Ingrid Tietze und Stadtrat umgesetzt und die Lücke zwischen Kindergarten und der Oberschule geschlossen. Angestellt ist die junge Frau über den Verein Wegweiser. Einen Namen nannte die Kommune nicht.

Steigende Schülerzahlen

Die Notwendigkeit für die neue Stelle sieht Tietze in der stetig steigenden Schülerzahl und der daraus resultierenden höheren Zahl von Kindern, die Rat und Hilfe benötigen. „Mit Beginn des Schuljahres haben wir 230 Schüler, und es werden jedes Jahr mehr“, macht sie deutlich. Und bei vielen Kindern, haben Tietze und ihre Kollegen beobachtet, sei Unterstützung dringend geboten. So habe der respektlose Umgang gegenüber Lehrern und Mitschülern zugenommen, manche verweigerten jede Mitarbeit. „Oft treten Probleme auf, wenn es Eltern verpassen, bestimmte Rituale umzusetzen oder einen vernünftigen Umgang miteinander zu pflegen“, erklärt die Schulleiterin.

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Zwar gebe es bei auftretenden Schwierigkeiten zunächst Gespräche mit dem Kind und anschließend auch mit den Eltern, doch in manchen Fällen brauche es doch einen Anstoß von anderer Seite. „Die Schulsozialarbeiterin kann ein anderes Vertrauensverhältnis aufbauen“, sagt Tietze. Der Lehrer jedenfalls könne das Verhalten eines Kindes nicht während des Unterrichts ändern. Angedacht ist, dass die neue Kollegin im Unterricht hospitiert und einmal in der Woche „soziales Lernen“ anbietet. Heißt: sie zeigt Wege zu einem besseren Umgang miteinander auf. Erste Absprachen innerhalb der Lehrerschaft, welche Kinder Unterstützung brauchen, soll es nach Aussage von Tietze in den kommenden Tagen geben.

Bedarf an Sozialarbeitern ist groß

Die Schulleiterin fordert, dass auch in anderen Grundschulen Schulsozialarbeiter tätig werden. „In der Oberschule gibt es bereits eine Schulsozialarbeiterin und im Kindergarten werden die Kinder von Anfang an genau beobachtet und gefördert, dazwischen klafft eine Lücke.“ Die müsse dringend geschlossen werden, weil sich spätestens mit Besuch der weiterführenden Schulen bestimmte Verhaltensweisen verfestigt hätten.

Dass die Pfiffikusse nun durch eine Schulsozialarbeiterin unterstützt werden, ist einer Neuregelung im Freistaat Sachsen geschuldet. „Da der Freistaat künftig die Finanzierung der Schulsozialarbeit an den Oberschulen komplett übernimmt – bisher teilten sich Land, Landkreis und Kommune die Kosten –, ist nun der kommunale Anteil frei, der jetzt in die Finanzierung der Schulsozialarbeit an der Grundschule fließen kann“, erklärt Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos).

Von Julia Tonne