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Borna „Schweinerei“: Groitzsch beklagt mehr grüne Abfallhaufen in der Natur
Region Borna „Schweinerei“: Groitzsch beklagt mehr grüne Abfallhaufen in der Natur
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00:30 12.03.2018
Wild entsorgter Grünschnitt (Beispielfoto).
Wild entsorgter Grünschnitt (Beispielfoto). Quelle: Michael Bornemann
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Groitzsch

Immer mehr Umweltsünder sind in letzter Zeit zwischen den Groitzscher Dörfern unterwegs. Darauf hat der CDU-Abgeordnete Jens Riemann, der zudem Ortsvorsteher von Berndorf ist, in der jüngsten Sitzung hingewiesen. „Die Müllablagerungen sind der Wahnsinn. So eine Schweinerei war lange nicht“, ließ er Dampf ab. Und er fragte nach Lösungen, wie dem Problem beizukommen ist.

Gartenabfälle und Plastemüll

Riemann hat die Erfahrungen aus erster Hand. Als Mitarbeiter des kommunalen Bauhofes ist er regelmäßig in den Orten und ihrer Umgebung unterwegs. Er und seine Kollegen haben inzwischen wesentlich mehr mit den Hinterlassenschaften zu tun als in vergangenen Jahren. „Das sind vor allem viele Gartenabfälle. Auch extra klein geschnittene Äste ist darunter. Und dann ist da immer wieder Plastemüll dazwischen“, ärgerte er sich. „Dadurch entstehen doch nur Kosten für die Stadt und damit ja für alle. Was können wir tun?“

Fraktionskollege Mario Bliß verwies auf den unterschiedlichen Umgang mit Grün- und Gartenabfällen in den angrenzenden Bundesländern. „In Sachsen-Anhalt dürfen pflanzliche Abfälle weitgehend verbrannt werden. Und in Thüringen kostet die Abgabe an den Sammelstellen nichts“, sagte er. Im Landkreis Leipzig gebe es hingegen weder das eine noch das andere. Das Verbrennen ist untersagt, bei der Abgabe am Wertstoffhof werden fünf Euro pro Kubikmeter fällig. „Da brauchen wir uns doch nicht wundern, was bei uns passiert“, so Bliß. Womit er das Abladen in der Landschaft keinesfalls gutheißen will.

Appell an die Vernunft der Bewohner

Ordnungsamtsleiterin Silke Große meinte, dass die Stadt kein Möglichkeit hat, das zu verhindern und zu bestrafen. „Wir müssten jemanden erwischen“, dann könnte das Rathaus denjenigen anzeigen. Bürgermeister Maik Kunze (CDU) versprach, dass im Amtsblatt erneut auf die Ordnungswidrigkeit hingewiesen wird. Er habe aber wenig Hoffnung, dass der Appell an die Vernunft der Leute bei den bisherigen Umweltsündern etwas bewirkt. Zudem will er in einem Schreiben an das Landratsamt sowohl auf den unbefriedigenden Zustand als auch auf die Regelungen hinter den Landesgrenzen hinweisen; der Landkreis sei für die Abfallwirtschaft und die Ahndung von Verfehlungen zuständig.

Von Olaf Krenz