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Borna Seltene historische Filmaufnahmen in Borna entdeckt
Region Borna Seltene historische Filmaufnahmen in Borna entdeckt
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09:00 12.10.2019
Ein Bild aus dem Film über das Café Hausmann in Borna im Jahr 1926. Quelle: Museum der Stadt Borna
Borna

Es waren Filme mit Sprengkraft. Und zwar im wörtlichen Sinne. Die Aufnahmen aus Borna, auf denen es um den Betrieb im bekannten Café Hausmann in der Bahnhofstraße 1926 und die 800-Jahr-Feier der Stadt 1938 geht. „Die hätten sich entzünden oder auch für eine Explosion sorgen können“, erklärt Museumsmitarbeiter Thomas Bergner. Der Grund: Bis in die 30er-Jahre hinein wurde bei der Herstellung der Filme Nitroglyzerin verwendet. Mittlerweile ist die Gefahr gebannt, und die Filme sind im Bestand des Museums.

Filme zeigen die 20er-Jahre in Borna

Es sind Aufnahmen aus den Goldenen 20er-Jahren. In dem fünfminütigen Stummfilm aus dem Café Hausmann tanzen Leute auf einer beleuchteten Fläche, sitzen an gedeckten Tischen und lassen es sich gut gehen. Es ist Tanznachmittag, wie der Betrachter erfährt, immer am Donnerstag und Sonntag. Die Bergarbeiterkapelle spielt Musik. Und in dem Schwarz-Weiß-Streifen mit farbigen Zwischentiteln gibt es mehr als nur einen Blick hinter die Kulissen des legendären Cafés.

Filmrolle ans Bornaer Museum übergeben

Dass der Film nunmehr der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, ist Siegfried Nass vom Geschichtsverein zu danken. Er stieß vor drei Jahren auf die Filmrolle und übergab sie dem Museum, das sie mit Unterstützung des Bundesarchivs in Berlin von einer Spezialfirma in Ingelheim bei Mainz restaurieren ließ. Dabei stellte sich auch heraus, dass historische Streifen wie die Aufnahmen aus dem Café Hausmann im Zweifel brandgefährlich sein können.

Zugleich wurden sie dort gerettet, denn das Material war nach bald einem Jahrhundert alles andere als gut erhalten. Möglich wurde das, weil das Bornaer Museum mit Mitteln aus dem Modellprojekt „Audiovisuelles Erbe“ des Dresdner Wissenschaftsministeriums unterstützt wird. Dabei geht es um die Sicherung und Digitalisierung historischer Filme in Sachsen.

Eine Aufnahme aus dem Film über die 800-Jahr-Feier der Stadt Borna 1938. Quelle: Museum der Stadt Borna

Bornaer Zwiebelpralinen

Die Aufnahmen aus dem Café Hausmann anno 1926, in denen auch die Herstellung der Bornaer Zwiebelpralinen aus Biskuit, Marzipan und Mokkafüllung zu sehen ist, sind keineswegs die einzigen Filmdokumente. Bereits vor Jahren tauchte ein Film über die 800-Jahr-Feier der Stadt im Jahr 1938 auf, der trotz der Tatsache, dass das seinerzeit unterstellte Gründungsdatum der Stadt historisch nicht haltbar ist, seine Bedeutung hat. In dem Streifen sind die Vorbereitungen für die Festwoche ebenso zu sehen wie der Festumzug, der Tag des Sports oder auch der Tag der Wehrmacht.

Zersetzungsschäden an der Filmrolle mit Aufnahmen vom Café Hausmann 1926 in Borna. Quelle: Museum Borna / Thomas Bergner

Film vor 18 Jahren erstmals in Borna gezeigt

Dabei wurde der Film seinerzeit nicht gezeigt. Museumsexperte Bergner geht davon aus, dass er trotz Aufmärschen und Uniformen, die darin zu sehen sind, nicht den damaligen Propaganda-Anforderungen genügte. Die Aufnahmen vom Stadtjubiläum 1938 waren erstmals anlässlich der Feierlichkeiten „750 Jahre Borna“ vor 18 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Aufnahmen eines Bornaer Schneiders

Und im Museum lagern weitere Filmschätze. So sind Aufnahmen von der Panzerabwehrabteilung 24 aufgetaucht. Die hatte die Kasernen in der heutigen Stauffenbergstraße nach 1935 bezogen, als aus der Reichswehr die Wehrmacht wurde. Es handelt sich um Farbaufnahmen, deren Zustandekommen auf den ersten Blick Rätsel aufgibt. Denn selbstverständlich war es nicht erlaubt, das Militär zu filmen. Thomas Bergner: „Der Film stammt von einem Bornaer Uniformschneider“ und damit einem Mann, der die Kamera auch hinter den Kasernenmauern laufen lassen konnte.

In Körben lagern im Museum auch Aufnahmen, auf denen das große Hochwasser in Borna im Jahr 1954 zu sehen ist. Oder die Ausflüge von Bornaer Anglern in den 50er-Jahren. Nicht zu vergessen bewegte Bilder, die Thomas Bergner und der frühere Bornaer Ortschronist Gert Schreiber Anfang der 90er-Jahre in Borna produziert haben, etwa von Ausgrabungen bei der Verlegung neuer Gasleitungen auf dem Markt oder von der Eröffnung der Galerie.

Der Film aus dem Café Hausmann ist mittlerweile restauriert. Ob das Original bei der Firma im rheinland-pfälzischen Ingelheim bleibt oder doch ins Bundesarchiv kommt, ist noch unklar. Im Bornaer Museum gibt es eine Kopie.

Von Nikos Natsidis

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