Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Sondermüll: Lobstädter machen weiter Druck
Region Borna Sondermüll: Lobstädter machen weiter Druck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:42 28.04.2019
Carsten Wiesner (l.) von der Bürgerinitiative und Landrat Henry Graichen im Gespräch über Fortschritte und Stillstand. Quelle: Julia Tonne
Neukieritzsch/Lobstädt

Den Lobstädtern reicht es. Den Anwohnern im Neukieritzscher Ortsteil geht sowohl die Verkehrsbelastung in der Glück-Auf-Straße gegen den Strich als auch das illegale Abfalllager auf dem Gelände der früheren Ziegelei (Erfkamp-Gelände). Und weil es bei beiden Themen nur langsam vorangeht, hatte die Bürgerinitiative (BI) „Verkehrslärm und Gefahrenabwendung Glück-Auf-Straße Lobstädt“ am Sonnabend zum Straßenfest eingeladen.

„Wir müssen weiter Druck machen, sonst passiert nichts“, machte Carsten Wiesner deutlich, einer der Sprecher der BI. Wichtig sei es zum einen, mit den entsprechenden Behörden im Gespräch zu bleiben, zum anderen, die Anwohner regelmäßig über den Status Quo zu informieren – und auch andere Menschen dafür zu sensibilisieren. „Bei beiden Themen muss Bewegung reinkommen – und dann geht es auch nur miteinander“, betonte Frauke Althaus, die ebenfalls zum Sprecherkreis der Lobstädter BI gehört.

Lösung beim Thema Straßenverkehr ist in Sicht

Die Bemühungen scheinen jetzt endlich erste Früchte zu tragen. Jedenfalls erklärte Landrat Henry Graichen (CDU), einer der Gäste beim Straßenfest, dass sich beim Thema Straßenverkehr und -lärm in der Glück-Auf-Straße erste Erfolge abzeichnen würden. Der Landkreis, in dessen Zuständigkeit die Kreisstraße falle, sehe gute Gründe, dort eine Tempo-30-Zone einzurichten. „Sowohl der bauliche Zustand der Straße als auch der Schwerlastverkehr sprechen für eine Reduzierung der Geschwindigkeit“, machte Graichen deutlich.

Eines aber bleibt wohl: die Nutzung der Straße durch Sonnländer. „Vom Unternehmen gibt es die Aussage, dass die Strecke zwischen Rötha und Borna als Pendelstrecke diene und das auch so bleiben solle“, erklärte Graichen gegenüber den Anwohnern und der BI. Dennoch: Das Verfahren um die Geschwindigkeitsreduzierung sei angelaufen, in den kommenden Wochen werde es Gespräche sowohl mit der Polizei als auch mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr geben.

Stillstand noch immer beim illegalen Abfalllager

Auf der einen Seite also erste Erfolge, auf der anderen Seite weiterhin Stillstand. Seit Jahren lagert auf dem Erfkamp-Gelände Abfall, der dem Sondermüll zugerechnet wird. Angefangen von Wellasbest über Teerabfälle, Styropor, Gummireste, Ölschlamm bis hin zu Farbenbehältern, Dämmstoffe und geschredderte Plaste. Obwohl selbst Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt in Lobstädt ein „ungenehmigtes Abfalllager“ sieht, ist eine Lösung noch nicht in Sicht.

Vor Jahren bereits hatte die Gemeinde Neukieritzsch – zu dem Zeitpunkt war Graichen noch Bürgermeister von Neukieritzsch – dem Eigentümer Erfkamp das Angebot unterbreitet, das Gelände in kommunale Regie zu übernehmen, es beräumen und die baulichen Anlagen zurückbauen zu lassen, um anschließend Solarmodule dort zu installieren. „Erfkamp hat dem damals nicht zugestimmt, allerdings bis heute auch nicht erklärt, welche Ziele er mit dem Gelände verfolgt“, erzählte Graichen.

Erneut Kleine Anfrage an den Sächsischen Landtag

Thomas Hellriegel, Bürgermeister (CDU) von Neukieritzsch und ebenfalls Gast beim Straßenfest, sprach sich dafür aus, von Seiten des Umweltamtes des Landkreises deutlich mehr Druck auf den Eigentümer auszuüben. BI und Hellriegel hoffen zudem, dass eine weitere Kleine Anfrage beim Sächsischen Landtag helfen kann. Landtagsabgeordneter Volkmar Zschocke, Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen, hat mittlerweile eine zweite Anfrage verschickt.

Er will unter anderem wissen,welche Erkenntnisse der Staatsregierung über Polizeieinsätze und Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit rechtswidrigen Aktivitäten auf dem Gelände vorliegen und welche Anstrengungen unternommen werden, um weitere Straftaten dort zu verhindern. Zudem fragt er nach, was die Staatsregierung über vom Grundstück ausgehende Verunreinigungen weiß. Mit einer Antwort rechnen Zschocke und Bürgerinitiative im Mai.

Von Julia Tonne

Ab 1. August gilt ein neues Gesetz. Danach müssen Behindertenwerkstätten ihren Mitarbeitern mehr Lohn zahlen und den auch selbst erwirtschaften. Das stößt auf Kritik, auch beim Bornaer Chef Uwe Drechsler.

27.04.2019

Es gibt Verzögerungen für den geplanten „Wohnpark An der Alten Mühle“ in Regis-Breitingen. Der Stadtrat hat einen Beschluss im Planverfahren verschoben. Und es gibt Probleme mit Leitungen und Rohren im Boden.

27.04.2019

Der Haushaltplan für Elstertrebnitz ist beschlossene Sache. An den Hebesätzen wird nicht gerüttelt und der Schuldenberg sinkt um 51.000 Euro. Dennoch wird es ein schwieriges Jahr für die Gemeinde.

26.04.2019