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Borna Stadtrat Borna: Ex-Bürgermeister Werner steht als Nachrücker bereit
Region Borna Stadtrat Borna: Ex-Bürgermeister Werner steht als Nachrücker bereit
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16:46 16.03.2017
Lutz-Egmont Werner.
Lutz-Egmont Werner.  Quelle: Thomas Kube
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Borna

 Es ist ein alter Bekannter, der demnächst wieder in den Bornaer Stadtrat einziehen könnte: Lutz-Egmont Werner (Freie Wähler Borna/FWB), erster frei gewählter Bürgermeister von Borna. Er wäre nach dem avisierten Rückzug von Brigitta Ast (FWB), die seit der letzten Stadtratswahl 2014 einer gemeinsamen Fraktion von Bürgern für Borna (BfB) und FWB angehört, der Nach-Nachfolger. Katrin Weber, noch Rechtsanwältin in Halle und auf der Wahlliste unmittelbar hinter Ast, macht klar, dass sie nicht in den Bornaer Stadtrat einrückt.

Mit gutem Grund. Die Juristin hat sich erfolgreich um den Beigeordneten-Posten ihrer Heimatstadt Zeitz bemüht und schließt deshalb ein Engagement als Bornaer Stadträtin aus. Damit wäre die Reihe an Werner, der mit seinem (Wieder-)Einzug in den Stadtrat die Zahl ehemaliger Rathauschefs in diesem Gremium schlagartig um 100 Prozent verdoppeln würde. Schließlich sitzt dort mit Bernd Schröter (BfB) der Vorgänger der jetzigen Amtsinhaberin Simone Luedtke (Linke).

Werner, seinerzeit CDU-Mitglied, war von 1990 bis 1994 Bürgermeister in Borna. In seine Amtszeit fallen die Errichtung des Gewerbegebiets Am Wilhelmschacht sowie des Busbahnhofs, aber auch der damalige Verlust des Kreissitzes. Dass er nicht wiedergewählt wurde, machte dem gelernten Elektriker, der nach dem Studium im Braunkohlenwerk Borna arbeitete, lange Zeit schwer zu schaffen. Ein halbes Jahrzehnt tauchte er dann aus der Bornaer Stadtpolitik vollständig ab, um 1999 für den Stadtrat zu kandidieren, in den er auch einzog.

Zwei Jahre später war Werner 2001 erfolgloser CDU-Oberbürgermeisterkandidat. Er blieb bis 2009 im Stadtrat. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich nach Auseinandersetzungen mit Parteifreunden aus der CDU verabschiedet und die FWB gegründet. Auch nach seinem Abschied aus dem Stadtrat verfolgte er das politische Geschehen in Borna intensiv als regelmäßiger Besucher und hartnäckiger Fragesteller der Stadtratssitzungen im Goldenen Stern.

Mittlerweile ist Werner 72, ein Alter, in dem sich andere zurückziehen. Andererseits ist er damit jünger als Konrad Adenauer bei seiner Wahl zum westdeutschen Bundeskanzler, und er fühlt sich nach wie vor fit. Ob er in der BfB/FWB-Fraktion den Platz von Ast einnimmt, deren Abschied auf der Stadtratssitzung am 30. März auf der Tagesordnung steht, ist noch unklar. Dazu, erklärt BfB/FWB-Fraktionschef Schröter, habe es noch keine Gespräche gegeben.

Von Nikos Natsidis