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Borna Stadtverwaltung testet Elektroauto
Region Borna Stadtverwaltung testet Elektroauto
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19:48 04.09.2018
Energieversorger Enviam stellt der Stadt Pegau ein Elektroauto BMW i3 zur Probe bereit. Die Firmenmitarbeiterinnen Konstanze Lange (3. v. l.) und Claudia Anke (3. v. r.) übergeben das Fahrzeug auf dem Markt an die kommunalen Testfahrer: Kämmerer Guido Voigt (v. l.), Bauamtsleiter Gunther Grothe, Bürgermeister Frank Rösel und Bauamtsmitarbeiter Patrick Kalisch. Quelle: Hans-Hermann Koch
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Pegau

 Ohne herkömmlichen Sprit werden derzeit die Kurzfahrten der Pegauer Stadtverwaltung ausgeführt. Energieversorger Enviam hat für zwei Wochen ein Elektroauto zur Verfügung gestellt. Zwei Mitarbeiterinnen des Unternehmens haben den BMW i3 auf dem Markt übergeben und die spezielle Einweisung vorgenommen – für vier Männer aus dem Rathaus. Das Quartett musste auch eine Probefahrt absolvieren.

Rathausmitarbeiter testen Elektroauto

„Es fährt sich etwas anders als unsere städtischen Autos, ähnlich wie Automatik“, sagt Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Mit ihm testen Kämmerer Guido Voigt sowie Gunther Grothe und Patrick Kalisch, Leiter und Mitarbeiter im Bauamt, den Stromer auf seine Alltagstauglichkeit. „Der ist ganz schön flott unterwegs“, so der Stadtchef. Mit den 150 PS könne durchaus Tempo 150 erreicht werden. Der Strom komme aus der eigens mitgelieferten mobilen Ladesäule.

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„Elektroversion für Pegau gar nicht so abwegig“

Die Verwaltung trägt sich schon eine Weile mit dem Gedanken, ein E-Auto anzuschaffen, sagt Rösel. „Für unsere Fahrten im Stadtgebiet, zum Landratsamt in Borna und nach Leipzig ist die Reichweite bereits jetzt genug.“ Und da die Stadt eine eigene Wasserkraftanlage habe, an der das Fahrzeug über Nacht geladen werden kann, sei eine Elektroversion für Pegau gar nicht so abwegig – für die Zukunft.

Denn momentan sehe es für eine Reise zur Sächsischen Aufbaubank nach Dresden und zurück mit nur einer Stromladung nicht so gut aus. Und derzeit stimmen auch der Preis und die Ökobilanz bei der Herstellung, was vor allem dem Akku geschuldet ist, noch nicht mit den Vorstellungen überein, meint der Bürgermeister. „Da muss die Industrie noch was tun.“ Außerdem läuft der Leasingvertrag für den aktuellen VW Golf VII wohl erst in zwei Jahren aus; zur „Rathaus-Flotte“ gehören ebenso zwei über Werbung finanzierte Kleintransporter, der eine als Kastenwagen, der andere zur Personenbeförderung.

Stadtchef kann sich Ladesäulen in Pegau vorstellen

Eher kann er sich hingegen ein, zwei Ladesäulen für E-Autos im Zentrum vorstellen. „Eine für E-Bikes, Pedelecs haben wir ja seit einigen Monaten am Kirchplatz.“ Der Standort könnte hinterm Rathaus sein; am Gerberplatz gebe es einen Trafo. Die Ladeleistung sollte 22 Kilowatt betragen, damit es nicht zu lange dauert, hat sich Rösel informiert. Während die geringen Stromkosten bei den Fahrrädern die Stadt entrichtet, müssten E-Auto-Fahrer zahlen. „Aber da wir mit dem Stromverkauf einen Betrieb gewerblicher Art hätten, was bei der Finanzabrechnung erheblichen Aufwand verursacht, würden wir das gern in private, unternehmerische Hände geben“, sagt der Bürgermeister. Enviam sei eine Möglichkeit.

Beim Energieversorger hatten sich zahlreiche Kommunen für die Testwochen beworben. Bis Ende Oktober kommen 32 Städte und Gemeinden in den Genuss des elektrischen Fahrens, hieß es.

Von okz/hhk

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