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Borna Stasibunker in Machern und das Signal zur Abrüstung
Region Borna Stasibunker in Machern und das Signal zur Abrüstung
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18:03 06.09.2019
Besucher staunen über die Schaltzentrale im Stasi-Bunker. Quelle: Frank Schmidt
Landkreis Leipzig

Denkmale im Landkreis Leipzig öffnen am Sonntag ihre Türen. In Machern bei Wurzen können Interessierte den einzigen, noch im Originalzustand erhaltenen Stasibunker besichtigen. 30 Jahre nach der Wende muten die etwas anderen Fluchttunnel beinahe gespenstisch an.

Ein Kommentar von Haig Latchinian

Den einen lockt fünf Meter unter der Erde das Abenteuer, den anderen die zum Teil aus sowjetischen U-Booten entlehnte Technik, einen dritten der (n)ostalgische Wasserhahn. Indes treibt jeden Besucher des ehemaligen Macherner Stasi-Bunkers früher oder später diese eine Frage um: Selbst wenn die Führung unten einen Atomschlag überlebt hätte – wer wäre oben noch am Leben geblieben, um sich befehligen oder gar regieren zu lassen?

Ob Sinn, Unsinn oder gar Wahnsinn – die mit Vor- und Hauptschleusen, Kontaminierungsduschen und Druckluftflaschen ausgestatteten Katakomben waren keine Erfindung der DDR. Korea-Krieg, Kuba-Krise und später Kalter Krieg lösten massive Ängste vor einem nuklearen Inferno aus. In Ost und West. Auch und besonders in der DDR und der BRD. Kein Wunder: Dort verlief die Frontlinie zwischen den Systemen.

Bis auf wenige Ausnahmen in der alten Bundesrepublik, wo Anlagen versuchsweise auch für Otto Normalverbraucher gebaut wurden, stehen Bunker im Wesentlichen für die Allmachts-Phantasien der Herrschenden. Während sich Soldat und Schulkind im Ernstfall unter Plane beziehungsweise Ranzen hätten schützen müssen, rüsteten die Staatslenker im Bunker zumindest für die nächsten Tage. Was danach werden würde, blendeten sie aus.

Das Traurige: Bunker sind inzwischen längst nicht aus der Welt. Im Gegenteil. Vor allem der aktuelle Konflikt zwischen Nordkorea und den USA beflügelt die Geschäfte der Bunker-Anbieter. Wer es sich in Übersee leisten kann, investiert in entsprechende Schutzräume für seine Familie. Schutzräume sind auch in der Schweiz ein großes Thema. Selbst in Deutschland beschäftigen sich Menschen mit privaten Überlebensstrategien.

Dabei würde im Kriegsfall auch der maximal ausgeklügelte Bunker sehr wahrscheinlich zur Gruft verkommen. Weil die Kernwaffen inzwischen tausendfach stärker als die von Hiroshima sind, bietet echten Schutz vor dem ganzen Irrsinn nur Abrüstung, in Ost und West, Nord und Süd. Nicht umsonst skandierte die Friedensbewegung im Kalten Krieg: „Tierschutz ist für alle Tiere, Zivilschutz ist für die Katz.“

Von LVZ

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