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Borna Stieler kandidiert nicht wieder für Bornaer Stadtrat
Region Borna Stieler kandidiert nicht wieder für Bornaer Stadtrat
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15:00 25.04.2019
Kandidiert nicht wieder für den Bornaer Stadtrat: Sebastian Stieler. Quelle: Andreas Döring
Borna

Es ist ein Abschied nach zehn Jahren. Das ist für einen durchschnittlichen Bornaer Stadtrat durchaus ein überschaubarer Zeitraum. Bei Sebastian Stieler (CDU-Fraktion) sieht die Sache etwas anders aus.

Wenn er demnächst ausscheidet, weil er sich nicht wieder zur Wahl stellt, hat er immerhin ein Drittel seines jungen Lebens im Stadtrat gesessen. Dass er, wenn er nur gewollt hätte, auch nach der Stadtratswahl am 26. Mai wieder im Stadtrat gesessen hätte, darf als gesichert gelten. Fürs Erste zieht sich der 30-Jährige aber zurück.

Unvergessen sein Wahlkampf in Borna

„Ich gehe mit erhobenem Haupt“. Nicht nur aus dem Stadtrat, sondern auch nach fünf Jahren aus dem Kreistag. Unvergessen sein Wahlkampf im Jahr 2009, damals noch für die Freien Wähler Borna (FWB). Im eigenen Auto mit einem großen Bild von sich und seinem Namenszug und immer auch auf Tuchfühlung mit – potenziellen – Wählern. Kompetent und reifer als die meisten in seinem jugendlichen Alter, damals kurz nach dem Abitur.

Letzte ordentliche Kreistagssitzung in dieser Wahlperiode. Die Altersstruktur der Kreisräte entspricht leider nicht einmal annähernd der Bevölkerung.

Gepostet von Sebastian Stieler am Mittwoch, 17. April 2019

Jungstar der Bornaer Lokalpolitik

Legendär sind die Aktionen aus seinen Anfangsjahren im Stadtrat. Etwa „Kuchen mit Sebastian“, eine freundliche Selbsteinladung zum gemeinsamen Kaffeenachmittag mit dem Jungstar der Bornaer Lokalpolitik, zu dem er Kuchen mitbrachte und selbst einen Tee trinken wollte. Immerhin drei, vier Kaffeenachmittage dieser Art gab es tatsächlich. So lud die kaufmännische Abteilung der Städtischen Werke (SWB) den jungen Mann zum gemeinsamen Date ein.

Erklär-Videos fürs Internetpublikum

Es war die Zeit, in der er dem Internetpublikum mit Erklär-Videos Begriffe aus der Kommunalpolitik erklärte und dabei auch den Sprung in einen Swimmingpool nicht scheute. Damals verscherzte er es sich aber auch nachhaltig mit den Kollegen aus der eigenen Fraktion, zu der neben den FWB auch die FDP gehörte, als er sie wegen formaler Fehler vor Gericht brachte. „Klagen würde ich heute genauso wieder“, sagt Stieler. Es ist diese Prinzipienfestigkeit, die die einen auf die Palme bringt und die andere großartig finden.

Mit Klebezetteln im Bornaer Stadtrat

Stieler jedenfalls ist heute noch stolz darauf, dass seine Stimme eine von gerade einmal drei Gegenstimmen war, als im Stadtrat die Schließung der Grundschule Neukirchen beschlossen wurde. „Das war der Beschluss 30-3-09“ verblüfft er den Gesprächspartner zehn Jahre danach.

Es ist dieses Faktenwissen und eine Detailkenntnis, die ihn von einem Großteil seiner Stadtratskollegen wie auch vielen Kreisräten unterscheiden dürfte. Da versteht es sich, dass einer wie er sauer ist, wenn er merkt, wie unvorbereitet andere an Sitzungen teilnehmen. Stieler hat seine Unterlagen in der Regel mit zahlreichen Klebezetteln garniert, damit er auch weiß, was wichtig ist.

Mitarbeiter an der Universität Leipzig

Stieler war schon als Kreisschülersprecher politisch erstaunlich frühreif, konnte bereits kurz nach der Jugendweihe druckreif formulieren wie andere nach Jahrzehnten politischer Arbeit nicht. Dabei hat der Mann ohne Parteibuch durchaus ein anderes Tagewerk. Nach einem erfolgreichen Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Leipzig und betreibt mit zwei anderen Kollegen eine Firma, die Studenten zu Fragen der Statistik berät. Zudem steht er vor der Fertigstellung seiner Doktorarbeit.

OBM-Kandidatur in Borna 2022 möglich

Dass er jetzt nicht noch einmal für den Bornaer Stadtrat wie auch den Kreistag kandidiert, hängt damit zusammen, „dass mich die CDU nicht gefragt hat“. Dass er damit die Brücken nach und in Borna abbrechen würde, ist damit allerdings nicht gesagt. Nach wie vor läuft das Projekt 2022.

Stichwahl zur OBM-Wahl in Borna 2015. Hier: Verlierer Sebastian Stieler (CDU/FW/BfB) mit Getreuen im Hotel Drei Rosen. Quelle: Andreas Doering

Stieler hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er es nach seinem ersten Versuch 2015, als er an der Amtsinhaberin Simone Luedtke (Linke) scheiterte, in drei Jahren noch einmal wissen will. Der Schachspieler, der im Sommer die Schiedsrichterlizenz des Weltschachbundes FIDE erwerben will, würde womöglich als unabhängiger Kandidat antreten. „Ich bräuchte dafür 80 Unterstützerunterschriften.“ Die dürfte er in kürzester Zeit zusammenbekommen.

Von Nikos Natsidis

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