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Borna Stolperstein für Groitzscher Jüdin
Region Borna Stolperstein für Groitzscher Jüdin
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17:03 22.03.2019
Dieser Stolperstein erinnert an die ermordete Kaufmannsfamilie Rose in der Roßmarktschen Straße in Borna. Quelle: Frank Prenzel
Groitzsch

Neben Borna, Bad Lausick, Grimma und Wurzen soll bald auch in Groitzsch ein Stolperstein zum Gedenken an eine jüdische Bürgerin verlegt werden. Die Idee dazu stammt von Schülern des gesellschaftswissenschaftlichen Profils Klasse 9 am Groitzscher Wiprecht-Gymnasium. Zusammen mit ihrer Lehrerin Sylvia Haase stellten sie das Projekt am Donnerstag im Verwaltungsausschuss vor.

Ins polnische Ghetto deportiert

Der Stolperstein soll an das Schicksal der Jüdin Anna Elfriede Reichardt erinnern, die am 27. November 1878 in Leipzig geboren wurde und in der Leipziger Straße 28 in Groitzsch wohnte. Mit über 60 Jahren wurde sie im Mai 1942 ins polnische Ghetto nach Belzyce deportiert, wo sie später auch ums Leben kam. Die genauen Umstände ihres Todes sind nicht geklärt.

In den kommenden Monaten wollen die Schüler weiter zu diesem Thema recherchieren, berichtet die Profillehrerin vor dem Verwaltungsausschuss. Unterstützung erhalten sie dabei von Henry Lewkowitz, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Erich-Zeigner-Haus in Leipzig.

Besuch des jüdischen Friedhofes in Leipzig

Daneben lernen die Neuntklässler den Umgang mit Geschichte und Gedenkstätten, sie unternehmen Exkursionen, unter anderem auf den jüdischen Friedhof in Leipzig, sprechen mit Zeitzeugen und zeigen Zivilcourage. „Mir ist es wichtig, dass sie ihre Meinungen auch nach außen hin vertreten“, so Sylvia Haase.

Im nächsten Schritt erarbeiten sie einen Flyer, um die Öffentlichkeit über ihr Vorhaben zu informieren und Spenden zu sammeln. Der Preis für einen Stolperstein beträgt 120 Euro und werde ausschließlich über Spenden finanziert.

Künstler Gunter Demnig fertigt Stolpersteine an

Während einer 20-minütigen Zeremonie soll der zehn mal zehn Zentimeter große Betonstein mit Messingplatte – die Inschrift enthält Name, Lebensdaten sowie Angaben zum Schicksal des Betroffenen – in den Boden gelassen werden.

Für den Künstler Gunter Demnig aus Alsfeld-Elbenrod im mittelhessischen Vogelsbergkreis ist die Gestaltung der Stolpersteine seit vielen Jahren tägliche Arbeit. Er hat sich damit deutschlandweit einen Namen gemacht und fertigte auch die Steine für Borna und Bad Lausick an, um so an die Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern.

Mit dem Hauseigentümer reden

Der Groitzscher Verwaltungsausschuss steht dem Ansinnen der Schüler offen gegenüber, betonte der Bürgermeister Maik Kunze gestern auf LVZ-Anfrage. Wichtig sei ihm jedoch, mit dem Eigentümer des Wohnhauses in der Leipziger Straße zu reden und ihn über das Projekt zu informieren. Dessen Einverständnis sei Voraussetzung für das Verlegen des Stolpersteines.

Von Kathrin Haase

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