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Borna Street Food Festival in Borna ist abgesagt
Region Borna Street Food Festival in Borna ist abgesagt
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17:00 04.04.2019
Exotische Speisen beim Street Food Festival in Grimma im vorigen Jahr. Das wird es in Borna vorerst nicht geben. Quelle: Thomas Kube
Borna

Schade: In Borna gibt es in diesem Jahr keinen kulinarischen Ausnahmezustand. Der war eigentlich fest eingeplant. Immerhin sollte es in der Zeit vom 28. bis 30. Juni erstmals ein Street Food Festival geben. Jetzt wurde die Veranstaltung abgesagt.

Probleme am Bornaer Markt

„Wir können die Fläche nicht so bespielen, wie wir das wollen“, sagt Veranstalter Daniel Heuer von der Magdeburger Street Art Event GmbH. Heißt: Das Interesse der örtlichen Händler und Geschäftsleute am freien Zugang der Kundschaft zu ihren Läden rund um den Markt lässt sich nicht mit der Umzäunung des Veranstaltungsgebiets unter einen Hut bringen. Die aber, so Heuer, sei die Voraussetzung dafür, dass sein Unternehmen einen Eintritt von drei Euro für das Betreten des Festivalgeländes kassieren kann.

Bornaer Markt hätte abgeriegelt werden müssen

Als problematisch erweist sich dabei die Hälfte der geplanten Veranstaltungszeit. Denn am Freitag, 28. Juni, und Sonnabend, 29. Juni, haben die Geschäfte in der Bornaer Innenstadt ganztägig beziehungsweise einen halben Tag geöffnet. Würde der Markt, auf dem an die 30 sogenannte Foodtrucks hätten auffahren sollen, abgeriegelt, wäre kein Kunde mehr in die Geschäfte gekommen. Das bestätigt auch die Stadtverwaltung.

Borna hätte sich an den Kosten beteiligen müssen

Allerdings, sagt Heuer, gäbe es auch eine Alternativ-Variante. Und zwar dann, wenn sich die Stadt an den Kosten des Street Food Festivals beteiligt hätte. Heuer: „Dann wäre der Eintritt frei gewesen.“ Aber das habe die Stadt nicht gewollt.

10.000 Besucher in Grimma

In Grimma, wo das Street Food Festival nach Angaben von Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) im vorigen Jahr „ein riesiger Erfolg“ war, hatte sich die Stadt ebenfalls nicht an den Kosten des Veranstalters beteiligt. Auch hier war der Markt eingezäunt. Allerdings so, „dass die Läden für Kunden erreichbar waren“, wie der Grimmaer Marktleiter Frank Schütz sagt. Die Folge: „Wir hatten 10.000 Besucher.“ Mit denen rechnet Schütz auch bei der nächsten Auflage der Veranstaltung in Grimma.

Borna bietet Alternativen an

In Borna scheinen die Messen für dieses Jahr gelesen. Dabei hatte sich der Gewerbeverein für die Veranstaltung, deren Ursprünge in den Vereinigten Staaten liegen und bei der jede Menge exotischer Speisen wie frittierte Heuschrecken angeboten werden, für das Festival starkgemacht.

Street-Food-Festival-Organisator Heuer erklärt: „Das wird in diesem Jahr nichts mehr.“ Dennoch gibt es vielleicht noch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Stadt biete dem Veranstalter zwei Ausweichflächen an, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Denkbar wären der Witznitzer Hartplatz, auf dem es Anschlüsse für Strom und Wasser gibt, ebenso wie das einstige Wirtschaftshofgelände an der Ecke Sachsenallee/Am Breiten Teich.

Kommentar: Street Food Festival – schade, dass es nichts wird

Es wäre ja so schön gewesen. Drei Tage lang wäre in Borna etwas los gewesen, was andernorts Tausende anlockt. Mit den besten Argumenten, die es geben kann – mit gutem Essen und entsprechenden Getränken. Schade, dass das nichts wir.

Was die Frage nach dem Warum aufwirft. Natürlich ist es das gute Recht der ansässigen Geschäftsleute, immer freien Zugang zu ihren Läden zu haben. Dass es aber nicht möglich sein soll, dennoch auch ein Areal abzuriegeln, auf dem sich Schneckenbräter und Mixer exotischer Cocktails ausbreiten können, ist nur bedingt nachvollziehbar. Immerhin reicht ein Blick nach Grimma, dass so etwas mitten in der Stadt funktionieren kann.

Ob es möglich ist, den Veranstalter auf eine alternative Fläche in Borna zu locken, bleibt fraglich. Wünschenswert wäre es allemal, weil die Zahl adäquater Veranstaltungen in Borna übers Jahr gesehen durchaus überschaubar ist.

Von Nikos Natsidis

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