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Borna Südraum mobilisiert gegen Leipziger Pläne zum Kohleausstieg
Region Borna Südraum mobilisiert gegen Leipziger Pläne zum Kohleausstieg
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15:45 14.12.2018
Politiker des Leipziger Südraums wenden sich gegen einen Ausstieg de Stadt Leipzig aus der Fernwärmeversorgung durch das Kraftwerk Lippendorf. Quelle: André Neumann
Neukieritzsch

Nach dem von der Stadt Leipzig angekündigten Ausstieg aus der Fernwärmeversorgung durch das Kraftwerk Lippendorf machen Rathauschefs und Politiker des Leipziger Südraums mobil. Ein Positionspapier, in welchem die Leipziger Entscheidung als „teure Mogelpackung“ bezeichnet wird, sollte noch am Freitag dem Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sowie allen Leipziger Stadträten zugestellt werden. Gefordert wird, das angekündigte Vorhaben zu überdenken.

Allianz gegen den „kompletten ökologischen Wahnsinn

Die Liste der Unterzeichner ist lang: Neben Norman Friske, Leipziger Bezirksleiter der Gewerkschaft IGBCE, sowie die Betriebsratschefs des Leag-Kraftwerkes Lippendorf und der Mibrag, Jens Littmann und Volker Jahr sind das Landrat Henry Graichen (CDU), Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) sowie die Bürgermeister von Böhlen, Zwenkau, Regis-Breitingen und Neukieritzsch, außerdem die CDU-Landtagsabgeordneten Oliver Fritzsche und Georg-Ludwig von Breitenbuch.

Geschmiedet hat die Allianz gegen den „kompletten ökologischen Wahnsinn“, wie er sagt, der Neukieritzscher Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU). Er hofft, dass die Stadt Leipzig zum Umdenken zu bewegen ist und glaubt zudem, dass die Aufsichtsbehörden den angekündigten Schritt nicht zulassen werden.

Abwärme würde bei Leipzigs Ausstieg ungenutzt ausgestoßen

Das Positionspapier setzt sich mit den Leipziger Argumenten für den für 2023 angekündigten Ausstieg aus dem Fernwärmebezug vom Braunkohlekraftwerk auseinander. Demnach sei es keineswegs ökologisch, die bis zu 80 Prozent der Leipziger Einwohner, die von Lippendorf mit Wärme versorgt werden, abzukoppeln.

Diese Wärme ist Abwärme, die bei der Stromerzeugung anfällt. Das Kraftwerk, so heißt es, werde über das Jahr 2040 hinaus in Betrieb sein. Wörtlich: „Werden Jungs Pläne realisiert, wird die Abwärme ungenutzt an die Umgebung abgegeben.“ Das Gaskraftwerk, welches dann in Leipzig für Wärme sorgen sollen, würde in der restlichen Laufzeit des Lippendorfer Kraftwerkes noch zehn Millionen Tonnen CO2 zusätzlich an die Umwelt abgeben.

Doppelte Belastung für den Steuerzahler

Finanziell bedeute das Vorhaben sogar eine doppelte Belastung für den Steuerzahler. Die Brennstoffkosten für Gas, heißt es in dem Papier, seien „deutlich höher als die der Braunkohle“. Würde später Bio- statt Erdgas eingesetzt, würde es noch teurer. Die Kosten des Gaskraftwerkes, rund 150 Millionen Euro, sollen nach den Leipziger Plänen durch Fördermittel ausgeglichen werden. Fazit aus Sicht der Unterzeichnung der Erklärung: „Mit Fördermitteln sollen Arbeitsplätze vernichtet und Energiepreise erhöht werden“.

Zudem sei die Ausstiegsentscheidung verfrüht. Sie komme „zur Unzeit“, sagt Hellriegel. Aus Sicht der Unterzeichner müssten zunächst die Ergebnisse der Kohlekommission abgewartet werden, um danach „weitsichtige Beschlüsse fassen zu können“.

Nachhaltiger Ausstieg statt schlechte Übergangslösung gefordert

Zudem schwäche ein vorzeitiger Rückzug der Großstadt von der Fernwärme aus dem Lippendorfer Kraftwerk die „Positionen des Freistaates Sachsen und des Mitteldeutschen Reviers in der aktuellen Strukturwandel-Debatte“, davon sind der Landrat und die anderen Unterzeichner überzeugt. Das sonst gern vom Leipziger Oberbürgermeister propagierte gemeinsame Handeln der Stadt und des Umlandes „wäre damit in Frage gestellt“.

Leipzig, dessen ist man sich im Südraum bewusst, muss mittelfristig über eine Ablösung der Fernwärmeversorgung auf Braunkohlebasis nachdenken. Das sollte aber „nicht nur zu einer schlechten Übergangslösung, sondern zu einem tatsächlich nachhaltigen Ergebnis“ führen. Die Rathauschefs im Südraum wollen ihre Haltung dem Leipziger Amtskollegen auch noch persönlich darlegen. Landrat Henry Graichen wird sich daher um einem Termin mit Burkhard Jung bemühen.

Von André Neumann

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