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Borna Tagesbereitschaft bei der Bornaer Wehr hat sich verbessert
Region Borna Tagesbereitschaft bei der Bornaer Wehr hat sich verbessert
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15:14 04.01.2019
Vize-Stadtwehrleiter Kai Noeske macht seit Jahren auf das Problem Tagesbereitschaft aufmerksam – und will weiter dran bleiben. Quelle: Andreas Döring
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Borna

Kai Noeske, Vize-Wehrleiter in Borna, hat das Problem schon lange im Blick und immer wieder darauf aufmerksam gemacht: Es gilt, die Ortswehren für Einsätze tagsüber abzusichern. So hat Borna zwar 54 Frauen und Männer in der Einsatzabteilung – aber sie arbeiten fast alle auswärts. Wenn es in der Stadt brennt, dauert es zu lange, bis jemand aus dem Leipziger Norden oder Chemnitz angereist ist.

Noeske: Es hat sich einiges verbessert

Der 51-Jährige will zwar keine Entwarnung geben, aber es habe sich dennoch in letzter Zeit einiges verbessert. „Unsere Stadtverwaltung hat zum Glück junge Leute eingestellt, die auch in der Feuerwehr sind“, sagt Noeske. Die meisten von ihnen sind in Wehren der umliegenden Dörfer und Städten.

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So gebe es aktuell sieben Kameraden in der Stadtverwaltung und eine Kameradin im Landratsamt in Borna, mit denen vereinbart wurde, dass sie im Einsatzfall während ihres Dienstes in der Stadt ausrücken. Sie haben ihre Grundausbildung absolviert, zudem Erfahrung – und sie sind vor Ort. „Das funktioniert gut“, meint der Bornaer. So kann er auch mittwochs 11 Uhr wenigstens ein Auto besetzen.

Viele Kameraden bei der Stadtverwaltung beschäftigt

Was Freistellungen betrifft, seien die Firmen generell entgegen kommend. Ein Kamerad sei bei AMB in Borna beschäftigt und könne ohne Probleme zum Einsatz, ein anderer sei selbstständig und könne das für sich gut regeln. Noeske selbst ist bei der Stadtverwaltung beschäftigt, seit 2005 arbeitet er in der Werkstatt des Wirtschaftshofes. Mehr Leute seiner Wehr brauchen in der Kreisstadt keine Freistellung – weil sie alle mehr oder weniger weit zum Job pendeln.

Bei mehrtägigen Einsätzen, zum Beispiel beim Hochwasser 2013, sind auch diese Kameraden werktags mit dabei. Sie werden von ihrem Arbeitgeber frei gestellt, den Ausfall zahlt die Kommune. Das würde aber nicht immer funktionieren. Wer Bagger fährt oder mit dem Lkw unterwegs ist oder in leitender Position ist, könne oft nicht einfach schnell weg. Hilfreich sei generell, dass immer mehrere Ortswehren ausrücken und man sich so gegenseitig unterstützen kann.

Dennoch mahnt Kai Noeske, dass man sich nicht zurücklehnen darf: „Wir müssen weiter daran arbeiten.“ Die A 72 zum Beispiel sei für die Freiwillige Feuerwehr noch mal eine zusätzliche Herausforderung.

Von Claudia Carell

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